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 Betreff des Beitrags: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 8. Apr 2017 00:36 
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Neuling
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Hallo zusammen,

Ich bin eine stille Leserin und Adoptivmama eines Jungen, der mittlerweile 8 Jahre alt ist.
Mein Wunsch ein Kind zu adoptieren, war schon immer da, allerdings habe ich erst Anfang 30 erfahren, das ich keine eigenen Kinder bekommen werde.
Nun war mein Bestreben immer offen mit der Adoption umzugehen, was wir auch machen und ihn mit diesem Wissen, das er adoptiert ist, aufwachsen zu lassen.
Ich möchte nicht, dass er es von Dritten erfährt und das der psychische Druck für ihn, so gering wie möglich ist.
Ich habe schon zu Anfang der Adoption ein Bilderbuch mit einer schönen Adoptionsgeschichte gekauft, damit ich das immer altersgerecht erklären kann.
Mein Problem ist, dass er von dem Thema "Adoption" überhaupt nichts wissen möchte, er blockt regelrecht ab.
Das Buch hat er sich noch nie angeschaut, immer wenn ich es ihm vorlesen wollte, kam von ihm die Antwort: Nein, nicht das Buch.
Das einzige, was ich ihm mal erzählen durfte, war als er Schwangere so interessant fand.
Da war er ca. 5 Jahre alt und hat selbst Fragen über Schwangere gestellt.
So konnte ich ihm erzählen, das er eine Bauchmama und eine Herzmama hat.
Wenn im Fernseher irgendwas über Adoption läuft, entweder ein Film oder z.B. vermisst, dann schaut er weg oder schaltet um.
Unsere Betreuerinnen vom Jugendamt meinen, das er noch Zeit braucht.
Nun ist er ja doch schon 8 Jahre alt und unser Umfeld weiß ja unsere Geschichte.
Ich möchte es ihm schonend beibringen, er ist sehr sensibel und spricht nicht gern über seine Probleme.
Ich möchte gerne Eure Meinung dazu hören.
Vielleicht habt ihr Tipps für mich.

Liebe Grüße Swenja


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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 8. Apr 2017 10:40 
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Hallo Swenja,

ich habe dir eine pn geschrieben.

Golfi


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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 8. Apr 2017 19:56 
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Hallo Swenja,

auch von mir hast Du eine PN.

Martina

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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 9. Apr 2017 02:00 
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Hola, von mir kommt keine PN weil ich in einem Forum die Anderen teilnehmen lasse (daher gibt es ein Forum).
Was ich widerspruechlich finde: Wenn er nichts von seiner Adoption weiss, wieso straeubt er sich dagegen etwas ueber Adoption zu hoeren oder zu erfahren
Er kennt es doch gar nicht. Normalerweise sind Kinder offen fuer alles unbekannte.
Er muss es also doch bereits wissen. Durch wen auch immer.
Das aendert die Betrachtungsweise fuer Aussenstehende die Rat geben sollen.

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Die Verbindung von Mann und Frau, aus der Kinder hervorgehen, ist eine Essenz. Die Verbindung zweier Erwachsener, die Kinder adoptieren, ist eine Konstruktion.
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Leibliche Eltern waren immer auch soziale Eltern und können nicht einfach auf den biologischen Ursprung reduziert werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 9. Apr 2017 08:13 
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Hans,

sie schrieb das er weiß das er eine "Bauchmama" und eine "Herzmutter" hat. Wie nennt sie denn dann den leiblichen Papa? Was denkst du.

lg berlin :aufgeben:


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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 9. Apr 2017 17:13 
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Hans,

sie schrieb das er weiß das er eine "Bauchmama" und eine "Herzmutter" hat. Wie nennt sie denn dann den leiblichen Papa? Was denkst du.

lg berlin :aufgeben:

Ja, stimmt, du hast Recht , aber das sind zwei so saubloede Begriffe, so verlogen und falsch, dass ich das gar nicht mitbekam.
Es gibt keine Bauchmama, es gibt nur die leibliche Mutter und den leiblichen Vater.
Na, beim Mann heisst es in derartigen Schreibweisen wohl "Anhaengselpapa". Oder "Osterpapa" (weil man ihn in diesen Adoptionsschwellungen immer suchen muss, wohl weil es ihn genauso wenig zu geben hat, wie den Osterhasen....)

Nee, der Mann wird von so Frauen fast immer unterschlagen, der spielt nur die Rolle des Besamers, mehr nicht, also ein Tier im Grunde, eine Maschine ohne Herz und Gefuehl.
Wuerde ich weiter ausbauen, was die Unterschlagung des leiblichen Vaters betrifft, koennte man direkt Anzeige stellen wegen Volksverhetzung gegen Maenner, wegen Sexismus gegen Maenner und was es da alles gibt.
Bauchmama....nie etwas bloederes gehoert.

Und wenn es nur Bauchmamas sind, warum leiden dann soviele Bauchmamas unter Bauchgefuehlen bei denen keinerlei Herz beteiligt ist? Ham wohl was falsches gegessen....

Aber stimmt schon, schon fangen die Probleme beim Kind an, obwohl er sich doch riesig freuen muss Adoptiert worden zu sein und endlich auf dem goldenem Pfade des Gluecks ist! Ah, er wird furcht haben des goldenen Pfades nicht sicher zu sein, das ist es.

Heute ist Palmsonntag,vielleicht weiss irgendwer was es damit auf sich hat. Luft zuwedeln wahrscheinlich..... :biggrinn:

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Leibliche Eltern waren immer auch soziale Eltern und können nicht einfach auf den biologischen Ursprung reduziert werden.


Zuletzt geändert von hans1 am 9. Apr 2017 17:17, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 9. Apr 2017 19:50 
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Neuling
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Die frage stellt sich mir mit welchem alter ihr sohn adoptiert wurde?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 20. Mai 2017 22:21 
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Hallo Swenja,

in welchem Alter ist euer Sohn zu euch gekommen?

Wir sind Adoptiveltern einer Tochter in ähnlichem Alter wie dein Sohn, sie ist im Alter von 5 Tagen bei uns eingezogen.
Wir gehen offen mit ihrer besonderen Geschichte um, wissen auch relativ viel über ihre Herkunftsfamilie und haben Kontakt zur leiblichen Mutter und einem Geschwister.

Unsere Tochter geht ebenfalls offen damit um, sie erzählt z.B. manchmal von sich aus, dass sie noch eine andere Mama hat und dass sie Geschwister hat, die woanders leben. Aber sie will auch nicht immer davon sprechen und hatte auch schon Phasen, wo sie eher "abgeblockt" hat. Z.B. hat sie im Alter von ca. 2 Jahren die Fotos ihrer leiblichen Eltern in ihrem Album konsequent und energisch überblättert.

Kinderbücher zum Thema Adoption: Ich glaube, da ist es sehr individuell, was für ein Kind passt bzw. ihm gefällt. Und ein Buch, das Eltern gut gefällt, muss nicht zwangsläufig auch das passende Buch für das Kind sein.
Z. B. wird der "Findefuchs" oft sehr angepriesen, damit konnte unsere Tochter lange gar nichts anfangen, es hat ihr Angst gemacht und sie wollte nach den ersten SEiten nicht weiterlesen. Mittlerweile hat sie es als Schullektüre gelesen und hat es sich dann auch daheim mal vorlesen lassen.

Kennt ihr andere Adoptiv- oder Pflegefamilien? Wir haben einige in Freundeskreis und Nachbarschaft und sprechen immer wieder mal davon, dass X. oder Y. auch zwei Mamas und zwei Papas haben. Da reagiert sich meist nicht besonders interessiert, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es eine Hilfe oder ein Trost ist zu wissen, dass man nicht alleine ist mit dieser besonderen Lebenssituation.

Aber Kinder gehen, denke ich, auch einfach unterschiedlich damit um. Bei uns gibt es regelmäßig Adoptivfamilientreffen. Eine Mutter, die ich da kennengelernt habe, kommt fast immer mit ihrer Tochter und hat erzählt, dass ihre Tochter sich immer sehr auf diese Treffen freut und es ihr wichtig ist, die anderen Adoptivkinder zu treffen.
Eine andere erzählte, dass ihre Tochter mit diesen Treffen gar nichts anfangen konnte und auch nicht mehr hingehen will.

Filme über Adoption oder vermisste Menschen würde ich mit einem Kind in dem Alter eher nicht anschauen.

Die Begriffe "Bauchmama" und "Herzmama" verwenden wir nicht. Auch ihre leibliche Mama hat ein Herz und hat sie im Herzen, von daher fände ich diese Zuordnung unpassend. Wir sagen "die Mama, bei der du im Bauch warst", oder "erste Mama".

Wichtig ist, denke ich, ihm zu signalisieren, dass er über das Thema sprechen und Fragen stellen kann, wenn er das möchte.

Viele Grüße und alles Gute für euch


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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: Gestern 10:36 
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Neuling
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es ist immer wahnsinnig interessant, wenn andere leute einem erzählen wollen, wie man zu denken und zu fühlen hat......

bauchmama und herzmama?
damit wird grundsätzlich schonmal unterstellt, dass die leibliche mutter kein herz für das kind hat/hatte.
weiter wird damit erzwungen, dass die adoptivmutter mehr geliebt werden muss, als die leibliche. denn sie ist ja die herzmama.

wenn einindividuum gern hat und wen nicht, muss das individuum selbst entscheiden.

wann es über solch gewichtige und existenzielle dinge reden will und wie es darüber reden will, muss das individuum auch selbst entscheiden.

dass adoptiveltern mit büchern und geschichten kommen, um das thema mit dem adoptivkind auszuarbeiten, bedeutet doch im grunde nichts anderes, als dass die adoptiveltern angst davor haben, wie das kind später mit dem thema umgehen wird. da redet man ihm halt vorher schonmal ein, wie es die dinge sehen soll.

der junge verweigert sich, weil er einfach kein bock auf das thema hat.
jedes kind, dem man von klein auf erzählt, dass es adoptiert ist, WEISS ab diesem zeitpunkt, dass es NICHT DAZU GEHÖRT.
völlig egal wie man es behandelt und was man ihm sonst noch erzählt.

kinder, die wissen, dass sie nicht dazu gehören, wissen auch, dass sie jeder zeit abgesägt werden können.
sie registrieren jeden spruch, jede regung, jedes noch so kleine vorkommnis -
warum? weil sie wissen wollen, wann es zeit ist sich darauf vorzubereiten alleine klar kommen zu müssen.

und abgesehen mal von adoption.....kein mensch will sich von anderen zu dingen, oder themen zwingen lassen, zu denen es keine lust hat.
dafür muss man nicht adoptiert sein.

wenn du deinen sohn weiter damit quälst, sich mit der adoptivscheisse auseinandersetzen zu müssen, wirst du ihn damit vermutlich früher vertreiben, als er von selbst gegangen wäre.
weil du jedes mal klar stellst.....das er NICHT DAZU GEHÖRT....


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