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 Betreff des Beitrags: Kontakt zu meinem Sohn
Ungelesener BeitragVerfasst: 11. Jan 2017 00:22 
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Neuling
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Guten Abend ihr Lieben
Ich bin die Christine, 55 Jahre jung und wurde mit 17 Jahren von meiner Mutter dazu gezwungen, meinen Sohn zur Adoption frei zu geben.
Jahrelang habe ich versucht,ihn über das zuständige JA zu finden, bekam aber immer wieder Absagen im Sinne von "Nicht gut für seine Entwicklung", "dürfen wir nicht", "können wir nicht" usw.
Riesengroß war meine Überraschung, als ich zu hören bekam dass mein Sohn im Alter von 16 Jahren auf der Suche nach mir Kontakt zu meiner Mutter hatte. Sie hat mir dieses vor 9 Jahren kurz vor ihrem Tod gebeichtet. Angeblich konnte sie sich aber nicht mehr daran erinnern wie er mit Nachnamen heißt oder wo er wohnt. Dann habe ich vor ca. 8 Jahren den Entschluss gefasst Suchanzeigen im Internet zu schalten und zu meiner großen Überraschung hat Julia Leischik von RTL sich bei mir gemeldet und hat ihr Hilfe angeboten. Sie hatte abermals Kontakt zum JA und diesmal waren sie bereit mich in meinem Kontaktwunsch zu unterstützen. Das JA hat ihn über seine ADO-Mutter gefunden und diese war auch zur Mtihilfe bereit. Dann kam die Nachricht ich dürfe ihm einen Brief schreiben. Leider kam auf diesen Brief und alle volgenden nie eine Antwort. Irgendwann habe ich es dann aufgegeben.
Plötzlich bekam ich im November von der zuständigen Dame vom JA eine E-Mail mit der Nachricht, dass mein Sohn sich gemeldet hätte und er wäre jetzt bereit zum Kontakt. Er hat mir auch eine lange Mail geschrieben in dem er erklärt warum er damals nicht reagiert hat und hat mir ein paar Sachen aus seinem Leben erzählt. Ich habe ihm zurück geschrieben, keine Antwort erhalten. Ich habe auch Weihnachts- und Neujahrgrüße geschickt aber es kommt einfach keine Reaktion. Es herrscht wieder Funkstille.
Jetzt weiß ich mir einfach keinen Rat mehr! Mein Sohn war doch derjenige, der dieses Mal den Kontakt wollte? Soll ich noch Mal schreiben oder meine Geduld auf die Probe stellen und warten bis er soweit ist?

Hoffentlich könnt ihr mir einen guten Rat geben. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Sorry für den langen Text. Ich wünsche euch eine gute Nacht und schon mal Danke für eure Antworten

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Liebe Grüße
Christine


An unmöglichen Dingen soll man selten verzweifeln, an schweren nie.
Johann Wolfgang von Goethe


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontakt zu meinem Sohn
Ungelesener BeitragVerfasst: 11. Jan 2017 20:05 
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Es ist nicht so sehr die Frage, wer den Kontakt wollte (in diesem Fall dein Sohn), sondern eher die Frage von Loyalität.

Du sagst, die Adoptionsmenschen wären zur Mithilfe bereit gewesen. Das ist Auskunft des JA. Davon abgesehen wie diese Bereitschaft aussehen sollte, ist das erst mal nur eine Willenserklärung, mehr nicht. Sie können durchaus danach zu Zweifel gekommen sein, ob es "gut und richtig" wäre und dein Kind in diesem Sinne beeinflussen.

Einzig ist also wichtig, was dein Sohn will oder wollte. Und für ihn bist du erst mal, auch wenn du die leibliche Mutter bist, eine fremde Person, hingegen er für dich ein leibhaftes Wesen ist, dass du in dir getragen und geboren hast, mit dem du dich über Jahrzehnte innerlich auseinandergesetzt hast. Du stehst ihm also seelisch wesentlich näher als umgekehrt. Das ist so.

Nun steht er zwischen zwei Polen des Lebens. Hier die leibliche Mutter. Dort die fremden Menschen, die ihn aber aufgezogen, ernährt, vielleicht auch geliebt haben, die ihm vertraut und nahe sind.

Wohin, glaubst du, würde er sich im Zweifelsfalle wenden?

Und auch für ihn ist die Entdeckung, dass seine Mutter quasi auf ihn wartet, eine seelische Erschütterung, die nicht spurlos vorbeigeht.

Ich habe bei meiner erwachsenen Tochter erlebt, als ich bei ihr einige Tage war, dass sie anfing zu weinen, als ich fragte, ob die Adoptionsmutter es wisse. Sie darf es nie erfahren, man könne sie "in die Klapse" einweisen lassen, sagte sie.

So sehr also ist der Loyalitätskonflikt vorhanden, dass eine erwachsene Frau von mehr als 40 Jahren zu weinen beginnt, nur im Gedanken, die Adoptionsmutter könne erfahren, dass sie den leiblichen Papa traf und kennt.

So tief also können Loyalitätskonflikte gehen.

Ich habe schon öfter gesagt, Adoptionen sind Leid für drei Beteiligte. Für das Kind, für die leiblichen Eltern und am Ende für einen sehr großen Teil der Adoptionsmenschen, die Angst haben "ihr Kind" (das sie nie gezeugt haben!) zu verlieren, wie man Eigentum verliert.

Ich würde dir also raten, ein wenig zu warten. Du hast die Mailadresse. Du musst auch ihm die Zeit geben sich auf dich innerlich einzustellen. Deine "Ungeduld" (die ja gar keine ist) verstehe ich sehr gut. Dennoch kannst und solltest du zu persönlichen Anlässen wie Geburtstag, Weihnachten ect.pp, zumindest schreiben, ohne auf Antwort zu hoffen, oder zu warten oder zu bitten. Du kannst natürlich sagen, dass du dich freuen würdest von ihm zu hören, also deine Gefühle schildern, aber nie ihn quasi "auffordern" sich doch endlich wieder zu melden. Auch Hinweise, dass du leidest, dass du doch seine echte Mama bist, vermeide tunlichst, es könnte ihn in seelische Bedrängnis bringen. Ich weiß, niemand fragt, wie es dir geht und welche Not du hast. Du bist am Ende für einige nur das Stück "Vieh" dass den Nachwuchs auf den Markt brachte, da drängeln sich schon Leute, die deinen Nachwuchs besitzen wollen, und es sich einfach machen und sagen "hättest du ja nicht weg geben müssen", das sind Leute die kein Interesse am Seelenleben des Menschen haben, nur an ihrem eigenem, und nun ist gut und sei Dankbar, so etwa.

Ich weiß nicht, welchen Eindruck du von deinem Kind durch die Mail hattest, aber wenn er hinter seinen Entscheidungen steht, würde er sagen, dass er keinen Kontakt möchte. Ich denke eher, er fühlt sich etwas zerrissen. Herausgerissen aus der "wohlfühlatmosphäre" des normalen Lebensablaufes. Der Mensch ist bequem, kaum jemand will große Veränderungen, es sei denn es stünden dringende Fragen an.

Hatte er Fragen an dich? Ich meine, tiefgehende, über die Gründe der Adoption und was es alles gibt.

Hast du ihm mitgeteilt, dass du ihn nicht hergegeben hast, weil er vielleicht nicht "gut genug" für dich sei, sondern du unter Zwang standest? Viele Adoptierte Menschen haben das tiefe Gefühl, sie waren/sind für die leiblichen Eltern nicht gut genug gewesen, darum wurden sie weg gegeben.

Solltest du es nicht geschrieben haben, tu es jetzt, im Stile von "Was ich dir aber noch sagen möchte, Du sollst wissen, dass ich immer an dich dachte, dass ich dich behalten wollte, aber...." .
Und dann erkläre es ein wenig. Nicht Zuviel, aber deutlich, dass er Wertvoll für dich war, wozu sonst hättest du ihn all die Jahre gesucht. Und keine Aufforderung, dass er sich doch "endlich" melden soll. Es muss in ihm arbeiten, von alleine.

Also habe Geduld, so schwer es ist. Was anderes bleibt dir ja auch nicht übrig.

Davon abgesehen, es gibt Dinge, die klärt man besser persönlich. Sich zu schreiben wird immer in Missverständnissen enden, denn deine Sprache ist anders besetzt als seine.

Eines sollst du aber Gewiss sein. Er wird dich jetzt niemals vergessen können, jetzt nicht mehr. Das sollte dir in der Wartezeit etwas Trost spenden.

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Die Verbindung von Mann und Frau, aus der Kinder hervorgehen, ist eine Essenz. Die Verbindung zweier Erwachsener, die Kinder adoptieren, ist eine Konstruktion.
AndreasKs im Forum von MANNdat

Leibliche Eltern waren immer auch soziale Eltern und können nicht einfach auf den biologischen Ursprung reduziert werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontakt zu meinem Sohn
Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Jan 2017 22:58 
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Ach Mensch Denis,
das tut mir soooo unendlich leid für dich.
Ich erspüre deine innere Zerissenheit, in der du dich nun befindest.
Ich glaube ( nicht wissen und nicht behaupten), dass er einmalig seine Herkunft "auf Distanz kennenlernen" wollte.
Es war ihm einmalig ein tiefes Bedürfrnis zu wissen woher er kommt, und wie du "bist".
Ich bin nicht der Meinung, dass er wegen Loyalität zu seiner "Kunfstfamilie" handelt, sondern er wirklich wahrhaftig daran interressiert war eine (!) Email von dir zu erhalten , ohne dass er sich dazu "äußern" muß, Emotionen fühlen muss.
Ich bin mir sicher . dass war noch nicht das Ende der Fahnenstange.
ER hat sich ja immerhin auf die Suche gemacht. :jc_doubleup:
Ich glaube aber auch , dass deine Mutter intrigen gesponnen hat,- viell sogar bösartige Dinge erzählte, damit ER sich NIE an dich wendet, und die WAHRHEIT herausfindet. Bist du denn nicht total sauer auf deine Erpressermutter, die dich dazu gezwungen hat ?
Findest du es nicht merkwürdig, dass DEIN SOHN sich NUR mit der OMA begnügte ? Ich bin mir sicher , sie hat alles dran gesetzt, um die Aufdeckung des Schmachs zu verhindern.

Vielleicht ist dieses ihm noch "in den Seelenknochen". Ich glaube es nicht , ich weiss es sogar. Wichtig ist, dass du versuchst hinter das Geheimnis zu kommen. Frage ihn bitte einmal ,was seine Oma ihm über dich erzählt hat ? Einfach eine Frage. Vielleicht bricht genau das das EIS und es kann sich eine dauerhafte Verbindung etablieren zwischen Euch.

Ich bin mir sicher , die Intrigen wirken weit und lebenslang zwischen Euch beiden.

Versuchs mal :) Mehr als keine Antwort kann es ja nicht geben. Dann bleibt alles wie es vorher war , ABER es KANN auch zum ERFOLG führen, und das evtl. Misstrauen kehrt sich in Liebe und Akzeptanz.

Try and be patient!

Alles Liebe
Sherry :dfbgirlnachti:

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Ich hab mir diesen Weg hier ausgesucht.
Du wirst geliebt wirst gehasst und wirst auch verflucht.
Doch ich hab nur auf mein Herz gehört und wusste dann,
Du gehst den Weg eines Kriegers bis zum Schluss verdammt.



Zuletzt geändert von SherrySt am 15. Jan 2017 22:59, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontakt zu meinem Sohn
Ungelesener BeitragVerfasst: 17. Jan 2017 16:37 
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Vielen Dank für eure Antworten. Ich habe ihn inzwischen nochmals eine Email geschickt und auch Antwort von ihm erhalten. Er möchte mich sehr gerne kennen lernen und wir sind jetzt dabei einen für beide geeigneten Zeitpunkt und Ort zu finden, Immerhin beträgt der Abstand zwischen uns fast 400 km
Meine Mutter war seit dem Zeitpunkt der Adoption schon nicht mehr meine "Mutter" für mich. Leider kann ich sie nicht mehr zur Rede stellen, da sie inzwischen nicht mehr lebt. Aber ich bin davon überzeugt, dass sie kein gutes Haar an mir gelassen hat.
Mal sehen, ob ich die Chance bekomme alles wieder einigermaßen gerade zu biegen.
Ich werde euch auf dem Laufenden halten

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Liebe Grüße
Christine


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontakt zu meinem Sohn
Ungelesener BeitragVerfasst: 17. Jan 2017 19:20 
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Denis,
das freut mich so sehr für dich!
Ich sagte ja, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. :midi27:
Ich hoffe so sehr , dass ihr zueinander findet, und ihr danach in Liebe und Eintracht reuniert.
Einfach wieder zusammen sein, und schöne Zeiten erleben.
Ich bin mir sicher, dass wird klasse mit euch beiden.
Klar, halte mich auf dem Laufenden , denn mehr als mich und evtl noch Hans und Harald gibts nicht mehr , aber hauptsache es reagiert wenigstens jemand darauf.
Alles LIEBE EUCH und GLÜCK AUF!

:handshake:

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontakt zu meinem Sohn
Ungelesener BeitragVerfasst: 17. Jan 2017 20:20 
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Ich freue mich s e h r fuer dich!!
Da geht mein Herz auf fuer dich.

Ich wuensche dir, dass aus dem Kontakt eine Verbindung wird und daraus eine Bestaendigkeit. 400 km sind nicht sehr viel.
Warum nicht bei ihm in der Wohnung treffen? Frage doch einfach.
Ich hatte das erste Treffen mit meiner Tochter in ihrem Haus, gleich mehrere Tage, so konnten wir wirklich mit Zeit und Geduld reden und anfassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontakt zu meinem Sohn
Ungelesener BeitragVerfasst: 30. Jan 2017 02:06 
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Hallo Denis
Deine Geschichte kommt mir bekannt vor,sie ähnelt meiner sehr und es war 1979 wie mein Sohn geboren wurde.Ich habe Kontakt,er braucht aber Zeit und die gebe ich ihm auch
Ich wünsche Dir alles Gute und drücke dir fest die Daumen
LG :0337rainbow:


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