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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Aug 2013 09:03 
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Hallo marie94,

leider kann man für seine Familie nichts, weder für seine leibliche, noch für seine Adoptivfamilie.

Das schwierigste, das man irgendwann akzeptieren muss, wenn man irgendwie klarkommen will ohne dass die Eltern einen 24 Stunden am Tag beherrschen ist, dass es nichts mit einem selbst, sondern mit den Eltern zu tun hat.

Es waren die Probleme deiner Adoeltern, dass sie sich getrennt haben und auch die Probleme deiner leiblichen Mutter, dass sie dich nicht wollte. Da Eltern vom Grundsatz her immer gefühlt recht haben, da man lange von ihnen abhängig ist, ist es ganz schwer, sich selbst zu beurteilen, statt von den Eltern beurteilen zu lassen.

Erst wenn du das kannst, wird vielleicht der Selbsthass ein wenig nachlassen.

Golfi


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 20. Aug 2013 19:18 
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Abgesehen davon, dass solch eine Abtreibungsaussage grauenvoll fuer Marie 94 ist, deren Langzeitwirkung noch gar nicht ausgeleuchtet wurde, halte ich es fuer fuerchterlich oberflaechlich (wie meistens) die Mutter, die diese Aussage machte, zu klassifizieren als "toxisch".
Kein Mensch der Welt ist nur schlecht oder nur gut, man, jede Person, traegt alles, Gut und Boese, in sich.
Es weare angeraten weniger Darkrooms zu besuchen (falls dies geschieht), dafuer mal Goethe zu lesen, der sich da eindeutig geaeussert hat.
Einen Menschen als "Vergiftet" zu bezeichnen ist schlicht Gedankenlos.
Dass diese Aussage der Abtreibung giftig ist, das ja. Aber nicht der Mensch.

Ich kann und will keien Lanze fuer die Mutter, die das von sich gab, brechen, aber ich frage mich, was muss in ihr fuer ein seelischer Abgrund sein,dass sie derartiges zu ihrem geborenem Kind sagt.

Es tut im Herze weh wenn man hoert dass Marie94 eine derartige zerstoerrerische Erfahrung machen musste. Den Selbsthass verstehe ich.
In schlimmeren Situationen meines Lebens dachte ich immer: Zweifeln am Leben darf man, aber nie verzweifeln.


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Aug 2013 21:21 
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Klasse Beitrag, Hans!
Man kann am Leben zweifeln aber es gibt keinen Grund, daran zu verzweifeln auch wenn´s mal zappenduster auschschaut und ich mag hinzufügen: Gib niemals auf!
Hatte gerade mal eine dunkle Zeit aber es geht, wenn auch langsam und mühsam, wieder "hacia arriba".
Das hatte und hat jedoch nichts mit Adoption zu tun und ich will nicht näher darauf eingehen.
Mit meinem hergegebenen Sohn ist seit Mai Funkstille; nun, ich nehm es hin :dunno er weiß, dass er die Möglichkeit hat, mich zu jeder Zeit zu kontaktieren :irish

Annalis


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was tun??
Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Feb 2017 16:49 
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Die Beiträge sind zwar alle schon etwas älter aber weiterhin aktuell. Ich als Neuling hier im Forum möchte da mal anschließen. Ich bin jetzt bereits 51 und habe in meiner Vorstellung bereits ein paar Dinge erzählt. Hier wird mir klar dass Probleme bei Adobtierten durchaus nicht selten sind. Ich habe mich nie getraut darüber zu sprechen. Vielleicht aus Angst, alles schlimmer zu machen.
Bis heute habe ich nicht nur das Gefühl alleine auf dieser Welt zu sein (alleine unter vielen Freunden) sondern ich komme irgendwie mit dem Verlauf des Lebens nicht klar. Die Verluste ohne liebende Eltern aufgewachsen zu sein. Die Verluste einer Familie. Die Verluste der Kindheit. (Klar, bei mir kommt noch dazu dass ich es auch mit der Adoption nicht gut getroffen habe) Irgendwie habe ich immer das Gefühl etwas verpasst zu haben. Daher auch mein Drang nicht alt zu werden und heute als fünfzigjähriger sich innerlich als Spätjugendlicher zu fühlen. Das schafft Probleme und hemmt die Fähigkeit normal am Leben teilnehmen zu können. Wem erzählst du so etwas? Das kann wohl auch nur jemand verstehen der zumindest etwa in der gleichen Situation ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was tun??
Ungelesener BeitragVerfasst: 7. Feb 2017 02:44 
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Die Beiträge sind zwar alle schon etwas älter aber weiterhin aktuell. Ich als Neuling hier im Forum möchte da mal anschließen. Ich bin jetzt bereits 51 und habe in meiner Vorstellung bereits ein paar Dinge erzählt. Hier wird mir klar dass Probleme bei Adobtierten durchaus nicht selten sind. Ich habe mich nie getraut darüber zu sprechen. Vielleicht aus Angst, alles schlimmer zu machen.
Bis heute habe ich nicht nur das Gefühl alleine auf dieser Welt zu sein (alleine unter vielen Freunden) sondern ich komme irgendwie mit dem Verlauf des Lebens nicht klar. Die Verluste ohne liebende Eltern aufgewachsen zu sein. Die Verluste einer Familie. Die Verluste der Kindheit. (Klar, bei mir kommt noch dazu dass ich es auch mit der Adoption nicht gut getroffen habe) Irgendwie habe ich immer das Gefühl etwas verpasst zu haben. Daher auch mein Drang nicht alt zu werden und heute als fünfzigjähriger sich innerlich als Spätjugendlicher zu fühlen. Das schafft Probleme und hemmt die Fähigkeit normal am Leben teilnehmen zu können. Wem erzählst du so etwas? Das kann wohl auch nur jemand verstehen der zumindest etwa in der gleichen Situation ist.


Holla,
Ich sehe hier zwei Stränge.
Der eine betrifft deine Gefühle.
Der andere betrifft die Weltsicht.

Zuerst aber würde ich dich gerne ermuntern, doch Kontakt zu deinem Bruder aufzunehmen. Ihr habt nicht nur die gleichen Erfahrungen bezüglich Adoption, ihr habt - Vielleicht- auch das gemeinsame Problem, mit der Welt nicht klar zu kommen. Das ist reine Mutmaßung von mir, aber ich könnte es mir vorstellen.

Es wäre doch reichlich dumm, politischer Ansicht wegen eventuelle gemeinsame Erfahrungen , die auf Klärung zustreben, wegzuwerfen. Zumindest verstand ich dich so, dass du aus diesen politischen Gründen (Rechter) nichts mit ihm zu tun haben möchtest.
Du hast da die seltene Gelegenheit mit jemanden, der von der gleichen Mutter wie du geboren wurdest, dich auszutauschen. Ist da politische Welteinstellung wirklich schwerwiegender?

Das zweite sind deine Gefühle.
So gut wie jeder Adoptierte hat tief innen das Gefühl, er war es nicht wert bei den Eltern zu bleiben und wurde daher weg gegeben. Ob in ein Heim oder gleich Adoptiert kommt am Ende aufs Gleiche heraus.
Du kennst die Motive deiner Eltern nicht. Ich stelle das nur in Frageform hin: vielleicht haben sie später darunter gelitten euch weg gegeben zu haben? Vielleicht haben sie oft an euch gedacht? Vielleicht haben sie sich gewünscht dich (und deinen Bruder) zu sehen und sprechen? Die Erfahrung zeigt, dass alle Mütter und oft auch die Väter darunter leiden, ihr Kind weg gegeben zu haben. Und wenn sie leidet, kannst du nicht wertlos gewesen sein.
Es ist also tatsächlich sehr wichtig, dass du deine leiblichen Eltern, sofern sie noch leben, oder die Mutter, den Vater, kennen lernst und mit ihnen reden kannst.

Ich weiß von meiner Tochter, dass sie „unendlich“ viele Fragen an mich hatte, um durch meine Antworten ihre seelische Lücke ausfüllen zu können und sich "ganz" zu fühlen.
Das ist der eine Teil.

Der andere Teil ist, ohne etwas banalisieren zu wollen, deine „Klage“ „ich komme irgendwie mit dem Verlauf des Lebens nicht klar. Die Verluste ohne liebende Eltern aufgewachsen zu sein. Die Verluste einer Familie. Die Verluste der Kindheit.“
Du bist alt genug um zu wissen, dass es nie Garantie für ein liebevolles Leben, für ein erfülltes Leben gibt. Diese Elemente, Lebensverlauf, keine liebende Eltern, Familienverlust, ist ein Teil des Lebens und muss keinesfalls mit deiner Adoption zu tun haben.
Ich bin fast 20 Jahre älter als du und habe diese Generation erlebt, die weder Eltern hatten (Kriegstote) noch Familie (Kriegstote) noch geliebt wurden (aufbauen war wichtiger) und sie alle mussten dennoch mit ihrem Dasein irgendwie klar kommen. Manchmal muss man sein Schicksal annehmen und sich sagen „es ist halt so“. Es gibt nichts perfektes.

Verstehe es nicht falsch: Da sind die Adoptionsprobleme, die einer Klärung bedürfen.
Und dort sind andere Probleme, von denen nicht sicher ist, ob sie mit der Adoption zu tun haben.

Ich sehe da ja auch ein gesellschaftliches Problem. Man muss ja zu allem dazu gehören, mitgemacht haben, Teil der Weltumspannenden „das Leben ist Geil ey“ zu sein.
Frage dich mal, ob nicht dort die Ursache liegen könnte.
Was hinzu kommt, ist der Altersrassismus in Deutschland. Man muss jugendlich sein, um „dazu“ zu gehören. Davon abgesehen, was steht dem entgegen sich jung zu fühlen?
Wie gesagt, ich bin fast 20 Jahre älter als du, fühle mich aber wie 45. Ich flirte, kokettiere mit Frauen, das ist hier, wo ich lebe, ganz normal. Da tanzt die Oma mit dem Jugendlichen auf offener Straße wenn die Marimbas spielen.
Was ich damit sagen möchte, ist: Der in Deutschland oft nicht vorhandene Lebensspaß vom Herzen zwingt einem zu Gedanken wie „also benimm dich mal deines Alters gemäß“.
Ich denke du solltest dir anschauen, ob diese beiden Probleme einen gemeinsamen Kern haben, die Adoption, oder unabhängig voneinander sind.

Etwas Grundsätzliches: Niemand, weder hier noch sonst wo, wird dir sagen können, wie das Leben funktioniert. Wer behauptet er wisse es, der lügt. Wir alle stehen im Leben und suchen den Weg und tappen oft im Dunkeln. Ich sage das, weil du schriebst „komme irgendwie mit dem Verlauf des Lebens nicht klar.“.
Ich weiß nicht wie du es mit dem Schreiben hast. Aber was ich von dir las, klang flüssig, so als bereite es dir keine Probleme über dich zu schreiben. Setze dich mal hin und schreibe dein Leben auf. Für dich. Oder für einen guten Freund, den du dir vorstellst. Schreibe auf, was du fühlst und denkst und erlebt hast, und es ist oft so, dass beim Schreiben dann plötzlich einiges klarer wird. Dann stehen die Gefühle nicht verwaschen und diffus in einem, sondern man kann sie packen.

Aber wie gesagt, das alles sind nur Mutmaßungen die dich anregen sollen.
Nur eines ist Tatsache: du musst unbedingt Kontakt zu deiner Mutter, zu deinem Vater bekommen. Und zu deinem Bruder. Auch des inneren Friedens wegen. Er steht vielleicht ebenso einsam da wie du.
Suerte. Viel Glueck.

_________________
Die Verbindung von Mann und Frau, aus der Kinder hervorgehen, ist eine Essenz. Die Verbindung zweier Erwachsener, die Kinder adoptieren, ist eine Konstruktion.
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Leibliche Eltern waren immer auch soziale Eltern und können nicht einfach auf den biologischen Ursprung reduziert werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was tun??
Ungelesener BeitragVerfasst: 12. Feb 2017 18:15 
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Ja, das ist alles nicht einfach. Bei mir ist mehr zusammen gekommen als es sollte. An der Adoption selbst liegt es nicht. Da gebe ich dir Recht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es Kindern in Adobtionsfamilien meistens gut haben. Wie in anderen Familien auch. Da sind normale FamilienStrukturen vorhanden. Ich bin trotz Adoption ohne Familie aufgewachsen. Das ist das eigentliche Problem.
Ja, ich habe eigentlich kein Problem über mich zu schreiben. Was meinen Bruder angeht, so kann ich hier nicht alles schreiben. Dafür ist es hier zu öffentlich. Wenn du die ganze Geschichte kennen würdest, würdest du mir Recht geben. Ihn muss ich ausklammern. Also begebe ich mich auf die Suche nach meinen Eltern und nach meinen noch 3 weiteren Geschwistern.
Ich hege keinen Groll auf meine Eltern. Wer weiß den Grund und manche Entscheidung im Leben würde man gerne rückgängig machen. Ich möchte nur wissen woher ich komme und dass ich eine Familie habe.
Meine Schwierigkeit im Leben hat mit katastrophalen Entscheidungen des Jugendamtes zu tun. Einer 50 jährigen alleinstehenden Frau zwei kleine Kinder zu geben ist nunmal nicht normal. Das alles kann man nicht mehr ändern. Ich muss damit aber leben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was tun??
Ungelesener BeitragVerfasst: 14. Feb 2017 01:31 
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Ich möchte nur wissen woher ich komme und dass ich eine Familie habe.

Das ist dein Gottverdammtes Recht und Lebensnotwendig-
Ich denke auch dass das Adoptionsamt dir Auskunft geben muss, wer deine Eltern und Geschwister sind.

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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was tun??
Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Feb 2017 12:47 
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Ja, das ist alles nicht einfach. Bei mir ist mehr zusammen gekommen als es sollte. An der Adoption selbst liegt es nicht. Da gebe ich dir Recht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es Kindern in Adobtionsfamilien meistens gut haben. Wie in anderen Familien auch. Da sind normale FamilienStrukturen vorhanden. Ich bin trotz Adoption ohne Familie aufgewachsen. Das ist das eigentliche Problem.
Ja, ich habe eigentlich kein Problem über mich zu schreiben. Was meinen Bruder angeht, so kann ich hier nicht alles schreiben. Dafür ist es hier zu öffentlich. Wenn du die ganze Geschichte kennen würdest, würdest du mir Recht geben. Ihn muss ich ausklammern. Also begebe ich mich auf die Suche nach meinen Eltern und nach meinen noch 3 weiteren Geschwistern.
Ich hege keinen Groll auf meine Eltern. Wer weiß den Grund und manche Entscheidung im Leben würde man gerne rückgängig machen. Ich möchte nur wissen woher ich komme und dass ich eine Familie habe.
Meine Schwierigkeit im Leben hat mit katastrophalen Entscheidungen des Jugendamtes zu tun. Einer 50 jährigen alleinstehenden Frau zwei kleine Kinder zu geben ist nunmal nicht normal. Das alles kann man nicht mehr ändern. Ich muss damit aber leben.

Dass zur damaligen eine alleinstehende Frau von 50 Jahren zwei Adoptivkinder zugesprochen bekam, ist mir auch schleierhaft. Kann es sein, dass es ein Gefälligkeitsabkommen unter Bekannten/Verwandten war? Vielleicht gibt Deine Adoptionsakte drüber Aufschluss, daher ist eine Einsicht für Dich unumgänglich. Übrigens, liegt auch eine Zweitausfertigung einer solchen Akte bei dem für das Jugendamt zuständigen Amtsgericht; falls das Jugendamt irgendwie mauert oder Dir nur Teile der Akte zugänglich macht, hast Du noch die Option, dort einzusehen.

Natürlich ist es möglich, dass die Aktion: "Aufklärung der Hintergründe der Adoption" schon eine gewisse Erleichterung Deines momentanen psychischen Schmerzens mit sich bringt, weil Aktionen aus eigenem Antrieb doch auch eine gewisse Heilungschance in sich bergen.

Wünsche Dir viel Erfolg!

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Habe stets Respekt:
- Respekt vor Dir selbst,
- Respekt vor anderen,
- übernimm Verantwortung für Deine Taten. (Dalai Lama)


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was tun??
Ungelesener BeitragVerfasst: 9. Apr 2017 18:28 
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Torsten da kann ich dir bestätigend beipflichten.ich kenne es nur gut emotionales nicht annehen zu können und liebe zurück zu weisen.nach der geburt meiner tochter hat es bei mir emotional so richtig knack gemacht und ich erkenne mich selbst kaum wieder.ich bin als adoptivkind aufeinmal sehr emotional und muss mich extrem zusammenreissen um nicht zu weinen.in der beziehung zu meiner frau haben sich im anschluss der geburt viele schwierige dinge ergeben die ich versuche nach zu vollziehen.bei schwierigkeiten ergreife ich oft die flucht und will einfach nur allein sein und entweder mich selber fertig zu machen oder mir ständig selbst einzureden "ach,dann bin ich halt wieder allein"!auch gibt es nun dinge die ich in der beziehung zu meiner tochter erfahren konnte,dass es mir fürchterlich leid tut wenn sie schreit und ich dann als erste reaktion immer zu übermuttern zu versuche.ich kann es überhaupt nicht sehen wenn mein kind leidet auch wenn sie auf der nase herumtanzt und nur die grenzen aufgezeigt bekommen muss.das birgt natürlich konfliktpotential mit dem lartern und ich liege dann oft im klinsch.ferner ist es so,dass ich alles krampfhaft daran setzte die harmonie im haushalt zu wahren damit um gotteswillen die kleine sich glücklich fühlt.als alleinverdiener der nur 3stunden täglich zu hause ist umso schwerer da der alltag von meiner frau bravorös ohne mich gestaltet wird.irgendwann fühlt an sich dann schnell als fremdkörper und entdeckt seine verhaltenszüge die wie ein allein belassenes kind ausschauen.ich selbst kann nun diese züge seit einigen tagen benennen und werde mir professionelle hilfe holen um mich selbst zu verstehen bzw kennen zu lernen.ich bin abgeschweift ich weiss ☺


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was tun??
Ungelesener BeitragVerfasst: 10. Apr 2017 03:20 
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Torsten da kann ich dir bestätigend beipflichten.ich kenne es nur gut emotionales nicht annehen zu können und liebe zurück zu weisen.nach der geburt meiner tochter hat es bei mir emotional so richtig knack gemacht und ich erkenne mich selbst kaum wieder.ich bin als adoptivkind aufeinmal sehr emotional und muss mich extrem zusammenreissen um nicht zu weinen.in der beziehung zu meiner frau haben sich im anschluss der geburt viele schwierige dinge ergeben die ich versuche nach zu vollziehen.bei schwierigkeiten ergreife ich oft die flucht und will einfach nur allein sein und entweder mich selber fertig zu machen oder mir ständig selbst einzureden "ach,dann bin ich halt wieder allein"!auch gibt es nun dinge die ich in der beziehung zu meiner tochter erfahren konnte,dass es mir fürchterlich leid tut wenn sie schreit und ich dann als erste reaktion immer zu übermuttern zu versuche.ich kann es überhaupt nicht sehen wenn mein kind leidet auch wenn sie auf der nase herumtanzt und nur die grenzen aufgezeigt bekommen muss.das birgt natürlich konfliktpotential mit dem lartern und ich liege dann oft im klinsch.ferner ist es so,dass ich alles krampfhaft daran setzte die harmonie im haushalt zu wahren damit um gotteswillen die kleine sich glücklich fühlt.als alleinverdiener der nur 3stunden täglich zu hause ist umso schwerer da der alltag von meiner frau bravorös ohne mich gestaltet wird.irgendwann fühlt an sich dann schnell als fremdkörper und entdeckt seine verhaltenszüge die wie ein allein belassenes kind ausschauen.ich selbst kann nun diese züge seit einigen tagen benennen und werde mir professionelle hilfe holen um mich selbst zu verstehen bzw kennen zu lernen.ich bin abgeschweift ich weiss ☺

Es waere doch nett, die minimalste grammatikalische Selbstverstaendlichkeit, die Kommas sowie Gross- und Kleinschreibung einzuhalten, dann lesen sich deine Beitraege besser. So hingehudelt macht -zumindest auf mich- nicht den Eindruck, sich ernsthaft mit den Dingen auseinander setzen zu wollen, sondern eher von Wurstigkeit.
Ausserdem gibt es ein Vorstellungstreat. Dich in einem komplett anderem anzumelden unterstreicht diese Fluechtigkeit.
Nichts fuer ungut.

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Zuletzt geändert von hans1 am 10. Apr 2017 03:23, insgesamt 2-mal geändert.

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