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 Betreff des Beitrags: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was tun??
Ungelesener BeitragVerfasst: 27. Jan 2013 20:00 
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Neuling
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Hallo zusammen,

ich habe eben in einem weiter unten stehenden Thread ein Studie zu den seelischen Folgen der Adoption gelesen und und mich deutlich darin wiedergefunden.

Ich würde gerne mit euch darüber sprechen ob ihr als adoptierte ähnliche Probleme habt....

Ich kämpfe nun seit 6 Jahren mit seelischen Problemen die ich auf meine Adoptionsgeschichte zurückführe.

Das Gefühl von Wertlosigkeit ( und Selbsthass) und die unterbewußte Angst verlassen zu werden haben zu problematischen Verhaltensmustern geführt die mir im privaten aber vor allem im beruflichen Umfeld große Probleme bereiten.

Im Rahmen einer "sich selbsterfüllenden Prophezeiung" verändert man sein Verhalten gegenüber Menschen so, dass aus der Angst verlassen/gekündigt zu werden irgendwann Realität wird. Konkret äußert sich dass in z.B. Panikattacken.

Auch die Suche nach den Herkunftseltern hat mir nicht geholfen. Mein leiblicher Vater (Amerikaner) ist tot und meine leibliche Mutter und Schwester wollen keinen Kontakt, sprich ich habe diese noch nie getroffen.

Durch die erneute Ablehnung(verlassen werden) durch meine leibliche Mutter ist das ganze noch wesentlich schlimmer geworden. Ich habe dadurch einen regelrechten Hass auf diese Frau entwickelt.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht ???

Was habt ihr dagegen getan ???


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 27. Jan 2013 21:17 
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Die erneute Zurückweisung der leiblichen Mutter kenne ich auch. Und es tut einfach nur weh! Auch ich habe immer wieder mit dem Gefühl der Wertlosigkeit zu tun. Selbsthass kommt auch dazu.
Ich versuche das und auch meine Verlustängste in einer Therapie zu verarbeiten. Aber ich merke,dass es noch ein langer und steiniger Weg ist. Wir könnten irgendwie glatt Geschwister sein.

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Manche Leute haben die Intelligenz eines Strohballens.


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 27. Jan 2013 21:29 
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Also mein Problem ist viel mehr, dass ich Menschen nur schwer an mich ranlasse, weil ich Angst habe, eh wieder verlassen zu werden. Seien das nun Freundschaften oder feste Beziehungen.
Und wenn dann eine Freundschaft zerbricht, jemand wegzieht, oder die Beziehung in die Brüche geht, dann fühlt sich das ein bissl an wie Verrat, obwohl's ja eigentlich keiner ist.
Ich denk mir dann nur immer "Ja klar...lasst mich nur allein/zurück, bin ich schon gewohnt..." ... tja...

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>> ...schließlich und endlich musste doch irgendwann irgend etwas aus null und nichts entstanden sein... << ~ Sofies Welt


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 27. Jan 2013 23:52 
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Hallo Perrin, schön dass Du bei unserer Clique im forum gelandet bist, herzlich willkommen!

Du schreibst, dass deine leibliche Mutter keinen Kontakt mir dir will, Du hast sie noch nie getroffen. Das verstehe ich nicht ganz. Hattet ihr bereits telefonischen, brieflichen oder email-Kontakt und teilten sie dir mit, dass sie dich nicht treffen wollen? Oder hast du diese Info vom Jugendamt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Jan 2013 00:08 
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Hallo Maxi89,

ich habe ihr und meiner Schwester mehrere Briefe (u.a. mit Fotos von meinem kleinen Sohn) geschrieben und nie eine Antwort darauf bekommen bis dann eine Freundin von Ihr mich angerufen hat und gesagt hat, dass sie keinen Kontakt wünscht.

Meine leiblicher Vater war 2 Jahre vor meiner Suche an einem Herzinfarkt gestorben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Jan 2013 00:45 
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Hallo Perrin,

Danke für deine Antwort, ich kann dir im Moment nur sagen wie unendlich leid es mir für mich tut.
Diesen Schmerz wollte ich meinem Sohn von Anfang an ersparen und warte jetzt auf seine Antwort auf meine zwei Briefe, die ich ihm schrieb.....Wenn du meinen Faden liest wirst du verstehen warum.

Vielleicht solltest du nochmal einen Brief losschicken, immer wieder mal in Zeitabständen. Mehr als ein "Nein" kannst du nicht ernten. Die Zeit ändert sich und die Menschen mit ihr.

Alles Glück der Erde und des Himmels wünsch ich dir.

Annalis


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Jan 2013 00:59 
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Äh, noch ein Nachsatz, Perrin:

Wenn Du einen Hass auf Deine H-Mutter schiebst, kann ich den durchaus verstehen, aber: Hass ist wie wenn man mit glühenden Kohlen nach dem Hassobjekt wirft: man verbrennt sich dabei nur seine eigenen Hände.

Wenn Du den Mut hast, ihr nochmal zu schreiben dann wähle Deine Waffen sorgfältig. Tief in Dir ist eine unzerstörbare Liebe zu ihr auch wenn der Schutzpanzer den Du Dir notgedrungen umlegen musstest, diese Liebe nicht durchscheinen lässt. Schreib ihr als wenn Du sie lieben würdest was ja ganz tief in Dir drin der Realität entspricht.
Ich weiss nicht wie Du über Engel denkst, Du könntest sie um Hilfe bitten. Mit ihnen habe ich schon viele positive Erfahrungen gemacht.

Annalis


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Jan 2013 01:22 
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Noch ein Nachsatz, Perrin:

Du siehst ich denke nach......das dauert.......
Also: du weisst nicht, was Deine Mutter mitmachen musste im Zusammenhang mit Deiner berechtigten "Anmeldung. Ich weiss nur, dass bis heute H-Mütter gezwungen werden, den Mund zu halten, ihnen wird oft nicht einmal das Recht zugestanden zu trauern. Sie dürfen keinen Kontakt zu ihren Kindern suchen, sie sollten eigentlich am Besten tot sein um für die Adoeltern keine wie auch immer geartete Gefahr mehr darzustellen. Da bleibt manchen H-Müttern keine andere Möglichkeit als die Existenz dieses Kindes tief ins Unterbewusstsein zu verschieben um überleben zu können. Diese Verschiebung machen sie nicht bewusst, es ist ein natürlicher Schutzmechanismus der Seele.

Annalis


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Jan 2013 09:25 
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Hallo Perrin,

herzlich Willkommen [smilie=hello.gif]

Mit den von Dir geschilderten Problemen habe ich schon seit meiner Jugend zu kämpfen. Auch meine H-Mutter wollte mich zuerst nicht sehen, hat mich verleugnet. Auch bei mir war dieser Hass und Unverständnis.

Meine H-Mutter hatte es sich dann allerdings irgendwann anders überlegt - wir haben jetzt Kontakt. Sie hatte damals einfach Angst, was ich auch verstehen kann. Das JA hatte ihr gesagt, dass ich sie niemals finden könne usw.

Ich will Dir nicht die Hoffnung nehmen - aber meine Probleme wurden dadurch nicht besser.

Dennoch denke ich, dass es bei Deiner H-Mutter auch so ist, dass sie Angst hat vor Vorwürfen o.ä. Vielleicht schreibst Du ihr nochmal einen neutralen Brief in dem Du schilderst, dass Du ihr nichts Böses willst, keine Ansprüche an sie hast und ihr Leben nicht auf den Kopf stellen möchtest. Eventuell nimmt ihr das die Angst?

LG Marleen


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 Betreff des Beitrags: Re: Psychische Folgen der Adoption für Adoptierte......was t
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Jan 2013 18:12 
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Es scheint mir fast unmoeglich, von Perrins Bericht nicht beruehrt zu sein.
Tja, was soll man da vernuenftiges sagen?

Dieser Selbsthass, das Gefuehl von Wertlosigkeit, die Ablehnung des eigenen Ichs, ist bekanntermassen oft eine Reaktion von adoptierten "Kindern" wenn sie erst mal erwachsen sind.

Ich habe, als ich diesen Vorgang begriffen hatte, meiner Tochter ueber das Adoptionsamt einen langen Brief geschickt (der nie weitergereicht wurde, denn so etwas interessiert das Amt ja nicht!) und ihr darin sehr genau geschildert, warum wir sie damals haben adoptieren lassen und ausdruecklich betont, dass dies keinesfalls geschah, weil sie fuer uns etwa nicht "gut genug" gewesen sei, sondern dass die Umstaende alleine bei uns gelegen haben und wir das spaeter bitter bereut haben.
Jahre danach, als meine Tochter mich (endlich) gefunden hatte, haben wir offen darueber gesprochen und sie bekam die Kopie des damaligen Briefes.
Ich kann das allen nur empfehlen, diesen Kindern irgendwie zukommen zu lassen, dass sie niemals weggegeben wurden, weil sie es etwa "nicht wert" waren oder Maengel hatten oder sonst einen, sorry, Scheiss.

Auch wenn man nicht mehr gesetzlicher Vater oder gesetzliche Mutter ist, gibt es doch noch so etwas wie eine seelische Verantwortung.

Ich weiss nicht ob es dir, Perrin, heute helfen wuerde, wenn du diese Adoptionsgruende durch deine leibliche Mama erfahren koenntest.
Hast du jemals versucht bei ihr diese Gruende zu erfahren?? Also ueber einen Kontaktwunsch hinaus.

Und die Schwester von dir? Wie ist dein Gefuehl, will sie den Kontakt zu dir nicht, weil sie der Mama eine "gute Tochter" sein moechte und auf die Mutter hoert?

Wenn du sagst, du haettest durch die erneute Ablehnugn "regelrechten Hass" auf die Frau entwickelt - ist es wirklich Hass?
Oder ist es viel eher ein tiefer tiefer Schmerz der in dir wuehlt? Schau es dir genau an was es ist, das ist wichtig fuer dich und deine Entwicklung.

Unterdrueckte Gefuehle stauen sich im Menschen auf.
Ich moechte dir einen Rat geben (den du auch ablehnen kannst, ich schreibe ja nur aus meiner Perspektive).
Setz dich hin und schreibe alles auf. Fuer dich. Tu so als schreibst du einem guten Freund. Schreibe alle Gefuehle auf, auch alle Gefuehle die bei Erinnerungen auftauchen.
Es ist als wolltest du ein zum ueberlaufen volles Fass endlich mal leerschoepfen.

Und wenn du es aufschreibst, dann koketiere nicht, sondern sei ganz ehrlich und betrachte und schreibe genau, was deine tatsaechlichen Gefuehle sind, nicht die an der Oberflaeche.

Wahrscheinlich werden jetzt einige hier "aufschreien"· und sich fragen was banals ich da sage. Es ist nicht banal, es dient der Selbstheilung.
Klarheiten ueber sich selbst und seine Konflikte zu finden helfen einem sich endlich wieder wohler zu fuehlen.

Versuche auf jedenfall Klarheit zu finden (und sei es ueber Umwege!) was mit deiner Schwester ist.


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