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 Betreff des Beitrags: Suche jemanden
Ungelesener BeitragVerfasst: 27. Mär 2017 11:22 
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Neuling
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Hallo!

Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen, mal zur Situation:

Mein Mann hat ein uneheliches Kind, welches heute 18 Jahre alt ist. Als sich die Eltern getrennt hatten hat das Jugendamt das Kind weggenommen; es kam dann in eine Pflegefamilie und obwohl mein Mann vor Gericht um das Sorgerecht gekämpft hat und verloren hat (da die Lebensumstände nicht gepasst haben), ist es dann in der Pflegefamilie verblieben. Schließlich wurde das Kind zur Adoption freigegeben.

Mein Mann hat damals eine Inkognito-Adoption zugestimmt. Leider hat man ihm am Jugendamt nicht aufgeklärt, dass es auch andere Adoptionsformen gegeben hätte, sodass seit der Adoption leider kein Kontakt mehr besteht.

Da das Kind inzwischen jedoch volljährig ist und einerseits mein Mann immer mit dem Verlust seines Kindes zu kämpfen hatte und auch unsere gemeinsame Tochter (10), welche von ihrer Halbschwester weiß, sehr daran interessiert wäre ihre Halbschwester ausfindig zu machen, wollte ich mal nachfragen, welche Möglichkeiten wir da haben - auch insbesondere ob dagegen noch vorgegangen werden kann, dass mein Mann nicht darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass es auch die Möglichkeit einer offenen oder halboffenen Adoption gegeben hätte?

Wie könnten wir denn hier vorgehen?

Was ich noch vergessen habe, darf sich meine Tochter bzw. ich im Namen meiner Tochter auch auf die Suche nach ihrer Halbschwester machen? Auch wenn sie erst 10 ist, hat sie da ein Recht darauf? Oder muss das über den Vater laufen?

LG Mina


Zuletzt geändert von mina am 27. Mär 2017 12:09, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Suche jemanden
Ungelesener BeitragVerfasst: 27. Mär 2017 20:37 
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Eine "offene" oder "halboffene" Adoption ist kein gesetzlicher Vorgang,sondern eine, im Grunde, private Abmachung, das bedeutet, jene, die ein Kind adoptieren, erklaeren sich bereit den Kontakt zu den richtigen Eltern teils oder ganz zuzulassen, sie koennen es aber auch jederzeit wieder abbrechen, ohne dass man als leiblicher Vater auch nur den Funken Recht hat etwas dagegen zu tun. Das ganze ist Augenwischerei.
Also von dieser Seite ist juristisch nichts zu machen.

Ich kann deinem Mann also nur, ohne Zynismus, von Vaterseite her zurufen: Willkommen im Club der verarschten.
Maenner leiden ja niemals unter dem Verlust des Kindes wie wir alle wissen.....

Adoption bedeutet, weder dein Mann noch eure Tochter noch sonst irgendwer aus der Familie hat auch nur einen Funken Recht, offizielle Auskunft ueber den Verbleib seines Kindes oder der Schwester zu erhalten.

Ich wuerde aber als erstes einen Brief an das Kind schreiben, es an das Adoptionsamt schicken mit der Bitte dieses Schreiben in der Adoptionsakte einzufuegen.
Irgendwann wird vielleicht sein Kind Einsicht in die Akte haben wollen, dann koennte es mit etwas Glueck den Brief finden, ihn lesen und sich sogar melden.
Ja ich weiss, eine sehr sehr magere Aussicht.

Den einzigen Ansatzpunkt, den ich sehe, ist diese Pflegefamilie.
Die Frage ist: Habt ihr Informationen ueber sie?
Meine Vermutung, ohne Basis aber, ist ja, dass diese Pflegefamilie dann auch das Kind adoptiert hatte, wenn es schon lange bei ihnen war.
Und falls nicht, vielleicht wissen die mehr darueber, also da wuerde ich versuchen persoenlichen (niemals telefonischen) Kontakt zu finden und vorsichtig zu hinterfragen und, wenn es denn sein muss, mit eurer Tochter hingehen die Sehnsucht nach der Schwester hat,also ans Herz ruehren, voellig legitim.
Deshalb nie telefonisch, weil Telefon anonym ist und die Leute einfach dem Gesichts- und wesenslosem "Gegenueber" jedes Gespraech abbrechen koennen durch ausschalten. So leicht darf man es dme Anderen nie machen.
Und was ist mit der leiblichen Mutter? Lebt sie noch wenn ja, wo, habt ihr Kontakt, wenn nein, sucht sie. Auch sie koennte Informationen haben. Ist sie religioes? Dann einen Pastor/Priester einschalten. Also wirklich jeder Gedanke dre weiterbringen kann ist legitim.

Auch da, das sage ich euch aus Erfahrung, habt ihr das moralische Recht alle Register zu ziehen. Ich halte es fuer ein Verbrechen einem Kind die wahren Eltern vorzuenthalten, jedes Kind hat das Grundrecht auf sein Wissen um Herkunft und Hintergrund.

Also zwei Aufgaben:
Pflegefamilie suchen
Leibliche Mutter suchen.
Und ueberall Informationen sammeln.

Und falls bei letzterer widerstand herrscht, nun, dann sollte man sie daran erinnern, dass auch sie unter dem Verlust des Kindes leidet.
Solltet ihr einen Ansatzpunkt gefunden haben - nun, im Zeitalter des Internet, des Facebooks, der Suchmaschinen wuerde ich alles versuchen.
Gruesse bitte deinen Mann unbekannterweise, er soll sich hier anmelden. Direkter Kontakt ist nicht nur besser, er kann auch selber seine Gefuehle und Gedanken aeussern. Es sind eh zuwenig Vaeter hier.

Und nur damit ihr wisst auf was ihr euch einlasst: Ich habe 40 Jahre meine Tochter gesucht. Am Ende gefunden.
Nichts ist unmoeglich, es bedarf nur Geduld, Zaehigkeit, Wille und Wut im Bauch gegen die deutschen Aemter.

Ja ja, Adoptionen sind was ganz edles. Das liest man hier immer wieder mal. Komischerweise nie von leiblichen Eltern.

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Leibliche Eltern waren immer auch soziale Eltern und können nicht einfach auf den biologischen Ursprung reduziert werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Suche jemanden
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Mär 2017 13:02 
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Neuling
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ich bin: nicht persönlich von Adoption betroffen
Hallo Hans!

Vielen lieben Dank für die ganzen Infos!

Soweit ich weiß hat die Pflegefamilie damals auch adoptiert, leider geht aus den Unterlagen nicht hervor wie sie heißen. Zur Mutter besteht kein Kontakt, ich weiß auch nicht ob Interesse am Kind besteht, sie hat damals auch nicht um ihr Kind gekämpft, so wie es mein Mann versucht hat.

Bekommt das adoptierte Kind eigentlich Infos über die leiblichen Eltern oder wird das auch verschwiegen?

Ich finde es auch nicht ok, wenn man einem Kind die leiblichen Eltern vorenthält. Ich bin mir sicher, dass viele Kinder gar keine Ahnung haben, dass sie überhaupt adoptiert sind. Bin aber der Meinung ein Kind sollte das wissen, zumindest ab einem gewissen Alter.

LG Mina


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 Betreff des Beitrags: Re: Suche jemanden
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Mär 2017 13:20 
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Neuling
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Was mir noch einfällt - wäre es aber eine offene oder halboffene Adoption gewesen, so hätte man meinen Mann damals ja nähere Auskünfte über die Familie die sein Kind adoptiert hat geben müssen. Oder sehe ich das falsch? Dazu hab ich folgendes auf help.gv gefunden.

Inkognitoadoption
Die Wünsche der leiblichen Eltern werden bei der Auswahl der Adoptiveltern mitberücksichtigt und sie erfahren einige Daten von diesen (z.B. Alter, Beruf, Dauer der Ehe, Anzahl der Kinder). Sie erhalten jedoch weder die Adresse noch den Namen der Adoptiveltern.
Offene Adoption

Die leiblichen Eltern erfahren, wo sich ihr Kind befindet und haben die Möglichkeit, Kontakt zu den Adoptiveltern und/oder dem Kind aufzubauen.

Halb offene Adoption

Die leiblichen Eltern wissen nicht, wo sich ihr Kind befindet, können jedoch über die Jugendabteilung der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft, den Magistrat und in Wien das Amt für Jugend und Familie zu den Adoptiveltern Kontakt aufbauen und sich auf "neutralem Gebiet" treffen. Auch Briefe oder Fotos können ausgetauscht werden.

Heißt das, dass der Vater kein Recht hat mitzubestimmen, welche Adoptionsart gewählt wird und dass die Pflege bzw. Adoptiveltern das entscheiden?

Einen Brief in die Adoptionsakte zu legen wäre sicher eine gute Idee, da das Kind soweit ich gelesen habe ab 14 Zugriff darauf hat. Da kann man dann wirklich nur hoffen, dass es was bringt. Ich nehme an, dass bei einer Inkognito-Adoption keine Briefe an die Adoptiveltern weitergeleitet werden, das wäre dann nur bei der halb-offenen Adoption möglich.

Aber auch wenn die Adoptiveltern beispielsweise bei einer offenen Adoption den Kontakt abbrechen würden, so hätte man dann doch genauere Hinweise zum Verbleib des Kindes.

Da es sich ja um eine Inkognitoadoption handelt kann ja nichtmal über eine Meldeauskunft versucht werden das Kind ausfindig zu machen.

Trotzdem bleib ich dran...

LG Mina


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 Betreff des Beitrags: Re: Suche jemanden
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Mär 2017 14:25 
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Hallo Mina,
ich kenne das österreichische Adoptionsrecht nicht, aber ich vermute, dass es in den wesentlichen Punkten mit dem deutschen identisch ist.
Rein rechtlich existiert (in D jedenfalls) nur die Form der Inkognitoadoption. D.h. Namen und weitere persönliche Daten der Adoptivltern sind den abgebenden Eltern nicht bekannt. Die halboffenen oder offenen Formen sind persönliche und freiwillige Abmachungen unter den Beteiligten, die- wie Hans schon geschrieben hat- nicht gesetzlich verankert und nicht einklagbar sind. Möchte also eine der beteiligten "Parteien" keinen, mehr oder sonstwie anders gearteten Kontakt, ist sie auf das Einverständnis der anderen Beteiligten angewiesen.
Umgekehrt kann aber auch jede Inkognitoadoption geöffnet werden, sofern alle Beteiligten damit einverstanden sind. Da die Tochter deines Mannes volljährig ist, wären ihre Adoptiveltern eigentlich auch nicht mehr in der Position, über einen Kontakt zwischen ihrer Adoptivtochter und deren leiblichem Vater zu entscheiden. Theoretisch zumindest.
Heutzutage ist es eigentlich, zumindest in Deutschland, üblich, dass die Adoptionsvermittlungsstellen die Aufgabe wahrnehmen, den Kontakt zwischen Adoptierten und Herkunftsfamilie herzustellen und zu begleiten. Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass es für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit wichtig ist seine Wurzeln zu kennen, hat mittlerweile auch ihren Weg in die meisten Büros der Adoptionsvermittlungsstellen gefunden. Sicherlich liegt hier der Fokus eher auf der Unterstützung von Adoptierten bei der Suche nach ihrer Herkunftsfamilie. Und man muss sich darüber im Klaren sein, dass das Inkognito geltendes Recht darstellt und eine Öffnung (wenn auch mittlerweile häufig erwünschtes Ziel) immer an der Person des Sachbearbeiters oder der Sachbearbeiterin scheitern kann, sofern diese sich da querstellt. Leider passiert das heutzutage immer noch. Wie oft im Vergleich zu erfolgreichen "Zusammenführungen", darüber gibt es sicherlich keine seriösen Daten.
Trotzdem würde ich mich an eurer Stelle ganz mutig auf den Weg machen und einen Brief an die Tochter deines Mannes schreiben und bei der Adoptionsstelle abgeben mit der direkten Bitte, ihn an die Tochter weiter zu leiten. Das wird man so wahrscheinlich nicht tun, weil man ja nicht weiß ob sie den Kontakt wünscht oder ob sie über ihre Adoption überhaupt Bescheid weiß. Aber dann würde ich auf jeden Fall darum bitten, die Tochter über euren Brief zu informieren. Nicht einfach nur in der Akte deponieren lassen. Und ich würde auch immer wieder anrufen und nachfragen, ob das Amt eine Reaktion von der Tochter erhalten hat.
Im Grunde genommen ist das leider alles, was ihr tun könnt. Aber es ist eine Chance.

Ich wünsche euch viel Erfolg!

LG Morgenmuffel


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 Betreff des Beitrags: Re: Suche jemanden
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Mär 2017 14:38 
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Ach, noch was....
Ich denke auch, ihr solltet den Kontakt zur leiblichen Mutter suchen. Wer weiß, vielleicht gestaltet sich der Kontakt zur Tochter ganz einfach, weil sie ihn schon herstellen konnte? Allein die Vermutung, dass dies nicht so sein könnte, sollte nicht ausreichen, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen.
Und zu der Frage, was Adoptierte über ihre leiblichen Eltern wissen: Das wird sicherlich ganz unterschiedlich gehandhabt. Wir haben viele Informationen über die leiblichen Eltern unserer Adoptivkinder erhalten und geben sie in altersgerechter Form auch an unsere Kinder weiter. Wenn Adoptiveltern aus welchen Gründen auch immer sich entscheiden ihrem Kind alles vor zu enthalten, kann man da wenig tun. Aber geht mal nicht vom Schlimmsten aus. Es ist ja durchaus auch möglich, dass die Tochter deines Mannes Adoptiveltern hat, die einen Kontakt fördern würden und schon in der Form vorbereitet haben, dass sie ihrer Tochter dazu immer die Bereitschaft signalisiert haben. Solange ihr nicht den Kontakt zur Vermittlungsstelle sucht, wisst ihr auch nicht, ob vielleicht schon von der Seite der Tochter Nachfragen bezüglich ihrer Herkunftseltern getätigt wurden, über die ihr nicht informiert wurdet.
Also, ihr habt nichts zu verlieren...

LG Morgenmuffel


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 Betreff des Beitrags: Re: Suche jemanden
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Mär 2017 15:32 
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Tja Morgenmuffel, leider sehen das nicht alle so wie du/ihr.
Meine Tochter musste absolut verschweigen, dass sie mich auch suchte und mit mir Kontakt hat und es zu besuchen kam. Und sie hatte ziemlich gelitten unter dieser sie zerreisenden Lage.

Aber du sagst es ja auch, die leibliche Mutter sollte auf jedenfall kontaktiert werden, zumal sich deren Ansicht (ueber den Mann, ueber die Adoption) mittlerweile sehr geaendert haben kann.
Also Mina, du weisst es.

Und nochmal: dein Mann soll sich hier anmelden, schon aus Solidaritaet den anderen Vaetern gegenueber, die auch unter dem Verlust ihres Kindes leiden. Er soll nicht nur Informationen einholen, sondern auch etwas geben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Suche jemanden
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Mär 2017 20:45 
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Tja Morgenmuffel, leider sehen das nicht alle so wie du/ihr.
Meine Tochter musste absolut verschweigen, dass sie mich auch suchte und mit mir Kontakt hat und es zu besuchen kam. Und sie hatte ziemlich gelitten unter dieser sie zerreisenden Lage.


Natürlich wissen wir nicht, wie die Tochter von Minas Ehemann aufgewachsen ist. Aber vergiss nicht: Sie ist achtzehn Jahre alt und somit eine andere Generation Adoptivkind als deine Tochter (bzw Adoptivkind einer anderen Generation Adoptiveltern). Ich finde, man sollte dem ganzen Vorhaben nicht allzu pessimistisch entgegen treten. Dass du als "gebranntes Kind" eine andere Einstellung hast als ich, der von Anfang an die Ehrlichkeit dem Adoptivkind gegenüber und Achtung der Herkunftseltern nahe gebracht wurden, ist doch klar. Ich denke aber, dass ich in meiner Prägung bezüglich Adoption eher typisch bin für heutige Adoptiveltern und altersmäßig denen von Minas "Stieftochter" deutlich näher stehe als denen deiner Tochter. Von daher halte ich prinzipiell Minas Chancen für einen Kontakt gar nicht für so gering.

LG Morgenmuffel


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 Betreff des Beitrags: Re: Suche jemanden
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Mär 2017 21:29 
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Hallo,

so weit ich informiert bin, gilt in Österreichs Rechtssystem die "schwache Form der Adoption" so wie sie hier in Deutschland bis 1975, dem Zeitpunkt der 'Adoptionsreform' bestand. Das bedeutet, dass die Adoptierten bei Bedarf nicht ihren Adoptiveltern gegenüber unterhalsverpflichtet sind, wie in Deutschland, sondern ihren leiblichen Eltern gegenüber. Das gleiche gilt auch bei Erbschaften.

Inwieweit dieses schwache Recht dazu führt, dass leibliche Eltern Anspruch auf Kontakt geltend machen können, weiß ich nicht, das müsste im Internet zu googlen sein.

Auf alle Fälle würde ich bei der Adoptionsstelle einen Brief an die Tochter abgeben mit der Bitte, ihr diesen zuzuleiten. Dabei ist zu beachten, dass einige Jugendämter darauf dringen, dass der Umschlag dieses Briefes nicht verschlossen ist, so dass sie die Möglichkeit haben, den Inhalt zu überprüfen. Das könnte man aber vorab oder bei der Übergabe des Briefes erfahren und sich danach richten. Das Ausfindigmachen der Mutter wäre im Vorfeld auch eine gute Option, vielleicht besteht je zu ihr schon Kontakt und man ist dann nicht auf das Jugendamt angewiesen.

LG und viel Erfolg

Martina

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- Respekt vor anderen,
- übernimm Verantwortung für Deine Taten. (Dalai Lama)


Zuletzt geändert von Martina am 28. Mär 2017 21:30, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Suche jemanden
Ungelesener BeitragVerfasst: 29. Mär 2017 15:25 
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Hallo!

Danke euch erstmal für die vielen Tipps und Infos ... wir werden uns mal an das zuständige Jugendamt wenden und dann weitersehen.

Sobald ich was neues weiß melde ich mich.

LG Mina


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