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Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Apr 2007 20:42 
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Hi Brigitte,

also ich als Adoptierte denke, dass alle H-Mütter, die ihre Kinder weggeben dem Kind damit eine Hypothek mit auf seinen Lebensweg geben, auch wenn das Kind es bei den A-Eltern besser hat als bei der H-Mutter.

Das Kind wächst auf in dem Bewusstsein, nicht gewollt worden zu sein. Natürlich gibt es immer Gründe, die eine Frau dazu bringen, ihr Kind abgeben zu müssen. Aber letztlich ist es doch in den meisten Fällen immer auch eine Entscheidung gegen das Kind, die die Mutter (trotz aller Umstände) fällt. Nur in den wenigsten Fällen ist es ja Zwangsadoption.
Du wirst nun wahrscheinlich auf die äußeren (finanziellen, familiären) Zwänge etc. verweisen, aber in meinen Augen, bleibt es letztlich doch immer die Entscheidung der Mutter.

Diese Entscheidung steht wie ein Vorzeichen vor dem Leben der Adoptierten.

Vielleicht verdeutlichst Du Deine Anfrage nochmal, damit die Zeilrichtung deutlicher wird.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Apr 2007 22:00 
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Hi Brigitte,

ich verstehe schon, dass die Jugendämter solche Parolen ausgegeben haben und es vielleicht sogar heute noch tun.

Das ist meines Erachtens auch vollkommen unzulässig und verantwortungslos von diesen "Fachkräften", da sind wir uns -denke ich - auch alle einig!

Dennoch muss ich auch mal (provokant) die Gegenfrage stellen:
Hat Dir Deine Intuition damals etwa nicht gesagt, dass Dein Kind besser bei Dir bleiben sollte? Hattest Du nicht das Gefühl, zu dieser Entscheidung irgendwie genötigt worden zu sein (durch das JA, durch die Umstände, etc.). Hattest Du nicht trotz der "guten Gründe" (A-Eltern haben Zeit, Haus, Garten, Hund,...) ein mieses Gefühl als Dein Kind abgeholt wurde? Und als Du die Urkunde beim Notar unterzeichnet hast?

Nun könnte Dich ein Existentialist fragen: bist dann nicht letztlich doch nur Du allein verantwortlich? Letztlich kann man die Entscheidung nie auf andere abwälzen, man trifft sie ganz allein. Und man muss sie letztlich immer vor sich und der Welt (oder Gott) verantworten.

Im Existentialismus zählen "die Umstände" nicht als Ausrede.

Und auch, wenn Dich der Existentialismus nicht überzeugt: Deine Entscheidung von damals wird im besten Wissen und Gewissen gefällt worden sein, Deinem Kind damit Gutes zu tun, dessen bin ich mir sicher.
Aber heute, da Du um die Auswirkungen von Adoption weißt, empfindest Du es nicht als Fehler, den Du begangen hast?

Verspürst Du nicht heute Reue oder ein schlechtes Gewissen Deinem Kind gegenüber?

Deine beiden "Zeitebenen" damals und heute sind meines Erachtens nicht wirklich schlüssig.

Es ist doch oft so, dass man Fehler erst später als Fehler erkennt. Würde man die Fehler schon vorher als solche erkennen, würde man die meisten davon doch gar nicht machen!
Daher ist es doch ganz natürlich, dass einem "vergangene" Fehler leid tun.

Liebe Grüße
studentin


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Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Apr 2007 22:34 
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Ich hoffe schon, daß mein Sohn mir einmal verzeihen wird.
Ich habe ein schlechtes Gewissen, und ich denke, daß auch ich Schuld habe.
Natürlich waren es die Umstände, keine Unterstützung...
Dennoch habe ich es getan. Ich habe getan, was man mir geraten hat.
Es ist meine Schuld, daß ich auf diese Menschen hereingefallen bin.
Es sind auch die anderen Schuld, ja.
Aber ich bin auf jeden Fall daran beteidigt gewesen!
Nach der Geburt habe ich schon gehofft, daß das Kind mir verzeihen möge. Verzeihen, daß ich keinen anderen Ausweg sah...

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Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Apr 2007 22:46 
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Danke liebe Vulnona!

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Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Apr 2007 13:46 
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Liebe Brigitte,
ich glaube, bei Dir war es wohl so, daß sie Dich sehr gut davon überzeugt hatten, daß es das Beste für Dein Kind sei.
Und wenn jemand das BESTE für sein Kind tut, hat er ja auch keine Gewissensbisse, und versteht auch nicht, warum es etwas zu verzeihen gibt.
Es kommt darauf an, in wie weit man sich selbst schuldig fühlt!
Du fühlst Dich nicht schuldig, weil Du nach bestem Gewissen gehandelt hast!

Ich fühle mich schuldig, weil ich schon damals Zweifel hatte, das richtige zu tun!

Zitat:
Aber ich kann nur immer wiederholen, dass ich aus allen (Adoptions-)Wolken gefallen bin, nachdem ich die Realität von Adoptierten kennen gelernt habe und ich denke, dass dies vielen H-Müttern/Eltern so geht.
Dem stimme ich voll und ganz zu!!!!


Liebe Grüße, Bianka

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Ungelesener BeitragVerfasst: 29. Apr 2007 23:01 
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vulnona hat geschrieben:
Liebe Brigitte,

ich muss in dem Zusammenhang mal eine Gegenfrage stellen. Ist es nicht das was eine Mutter, die ihr Kind zur Adoption freigibt, insgeheim hofft? Schon in dem Moment wo sie sich zu diesem Schritt entscheidet? Ich kann nur versuchen mich in diese Lage zu versetzen, aber ich könnte mir vorstellen, dass man wenn man unterschreibt denkt: Hoffentlich verzeihst Du mir und hoffentlich verstehst Du irgendwann meine Entscheidung.

Was möchte man denn als Mutter von seinem abgegebenen Kind hören?

Liebe Grüße
Vulnona


Super das sollte mal meine H Mutter lesen deine Frage ist berechtigt, was erwarten sie denn von uns

Gruss Tanne

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Ungelesener BeitragVerfasst: 29. Apr 2007 23:08 
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Brigitte hat geschrieben:
vulnona hat geschrieben:
Was möchte man denn als Mutter von seinem abgegebenen Kind hören?
Liebe Grüße
Vulnona


Liebe Vulnona,

als damals mein Kind adoptiert wurde, war es/mir überhaupt nicht klar, dass ich jemals wieder etwas von ihm hören würde. Durch die Adoption hatte es neue Eltern erhalten und war jetzt das Kind dieser Eltern. Komplett, mit allem drum und dran! Ich hatte in seinem Leben nichts mehr verloren.

Ich selbst hätte auch nie nach ihm gesucht! Wohl gesagt, das ist jetzt alles mit meinem Wissensstand von damals geschrieben.

Wahrscheinlich ist das für Adoptierte schwer nachvollziehbar. Aber ich kann nur immer wiederholen, dass ich aus allen (Adoptions-)Wolken gefallen bin, nachdem ich die Realität von Adoptierten kennen gelernt habe und ich denke, dass dies vielen H-Müttern/Eltern so geht.

Vermutlich kommen daher auch viele Missverständnisse und enttäuschende Verläufe von Wiederfindungsgeschichten.

Mir kommt es manchmal so vor wie das Aufeinanderprallen zweier Kulturen.


Hallo Brigitte

da sagst du was ehrliches, es sind Welten die aufeinander kommen.

DAS ist wahr

Gruss Tanne
LG Brigitte
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Ungelesener BeitragVerfasst: 30. Apr 2007 00:07 
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Tanne hat geschrieben:
vulnona hat geschrieben:
Liebe Brigitte,

ich muss in dem Zusammenhang mal eine Gegenfrage stellen. Ist es nicht das was eine Mutter, die ihr Kind zur Adoption freigibt, insgeheim hofft? Schon in dem Moment wo sie sich zu diesem Schritt entscheidet? Ich kann nur versuchen mich in diese Lage zu versetzen, aber ich könnte mir vorstellen, dass man wenn man unterschreibt denkt: Hoffentlich verzeihst Du mir und hoffentlich verstehst Du irgendwann meine Entscheidung.

Was möchte man denn als Mutter von seinem abgegebenen Kind hören?

Liebe Grüße
Vulnona


Super das sollte mal meine H Mutter lesen deine Frage ist berechtigt, was erwarten sie denn von uns

Gruss Tanne


Liebe Tanne,
warum stellst Du Deiner H.Mutter nicht einfach mal diese Frage?

Liebe Grüße, Bianka

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