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 Betreff des Beitrags: Urteil: Schmerzensgeld für grundlosen Kindesentzug
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Dez 2012 22:24 
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Das passt zwar nicht unbedingt in "Kinderhandel", ist aber nicht wirklich weit davon entfernt:

Schmerzensgeld für grundlosen Kindesentzug

Wenn Eltern die Kinder grundlos entzogen werden, können sie gegebenenfalls Schmerzensgeld geltend machen. Das Landgericht München I verurteilte eine Klinik zur Zahlung von insgesamt 20.000 Euro Schmerzensgeld, weil aufgrund der Aussage der Ärzte die Tochter den Eltern entzogen worden war. Auf dieses Urteil des Landgerichts vom 7. Januar 2009 (AZ: 9 O 20622/06) weist die Deutsche Anwaltauskunft hin.

Für die Eltern war es ein Albtraum: Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sah in einem Münchener Kindergarten ein kleines Mädchen mit einem blauen Auge – und hat den Verdacht, das Kind sei misshandelt worden. Zur Klärung wurde das Mädchen in eine Kinderklinik gebracht, wo die Ärzte den Verdacht bestätigen: Ursache der Verletzung könne nur eine Kindesmisshandlung sein. Das Mädchen wurde daraufhin den Eltern entzogen.

Die völlig aufgelösten Eltern werden in Begleitung der Polizei in eine Psychiatrie gebracht, nachdem der Vater der fünfköpfigen Familie in seiner Verzweiflung drohte, er werde sich umbringen. Als klar wird, dass der Vorwurf der Kindesmisshandlung unhaltbar ist, befindet sich das Mädchen bereits fast vier Wochen in staatlicher Obhut.

Vor Gericht wird klar, dass sich das Kind das blaue Auge beim Zusammenstoß mit einer Tür geholt hatte, wie dies von den Eltern immer wieder beteuert worden ist. Der gerichtliche Sachverständige stellte ausdrücklich fest, dass die Verletzung ohne weiteres zu dieser Unfallschilderung der Eltern passt. Ein Hinweis auf eine Kindesmisshandlung ergab sich nicht. Daraufhin verurteilte das Landgericht München I den Träger der Kinderklinik zur Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 20.000 Euro, wobei den Eltern jeweils 5.000 Euro und dem Mädchen 10.000 Euro zugesprochen wurden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Urteil: Schmerzensgeld für grundlosen Kindesentzug
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Dez 2012 22:56 
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Und immer wieder diese Jugendämter. Dort wo sie wirklich gebraucht werden, sind sie nicht da.Wo sie nicht zu suchen haben, stellen sie großen Schaden an.Es wird Zeit das diese Behörde endlich unter Aufsicht gestellt wird!

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Wir waten durch ein Meer von Blut, gib uns dafür Kraft und Mut.
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 Betreff des Beitrags: Re: Urteil: Schmerzensgeld für grundlosen Kindesentzug
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Dez 2012 23:35 
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? wer soll das tun?
Menschen irren, was aber, wenn sie recht gehabt hätten?? Der Frau im Kindergarten kann man ja keinen vorwurf machen, sie meinte es sicher gut!
Wenn ich ein Kind mit schweren äusserlichen verletzungen sehe, denke ICH nicht ah, war sicher die Tür. Denkst du das??


edit: wäre es ihr aufgefallen und sie hätte nichts gesgat, dem Kind wäre aber später etwas schlimmes Passiert oder es wäre sogar getötet worden, hätte es gehiessen: jugendamt ignoriert klare misshandlungszeichen


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 Betreff des Beitrags: Re: Urteil: Schmerzensgeld für grundlosen Kindesentzug
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Dez 2012 23:44 
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Kenza, da hast du recht, aber es sollte schon erst mal gruendlich geklaert werden, bevor man ein Kind aus der Familie reisst.

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 Betreff des Beitrags: Re: Urteil: Schmerzensgeld für grundlosen Kindesentzug
Ungelesener BeitragVerfasst: 29. Dez 2012 09:34 
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An dem Fall entsetzen mich gleich zwei Dinge:

1. Es war ein blaues Auge und offenbar keine weitere Verletzung, die meiner Meinung nach unbedingt hätte vorhanden sein müssen, um eine solche Beschuldigung länger als ein paar Tage zu rechtfertigen. Kleinkinder können immer Verletzungen haben. Da muss man schon ein wenig genauer untersuchen. Außerdem stützte sich diese schwere Beschuldigung einzig auf die Aussage von einer Handvoll Krankenhausärzte, von denen keiner gutachterlich tätig ist. Erst als die Eltern gegen das Krankenhaus geklagt haben, wurde gerichtlich ein neutraler Gutachter eingeschaltet und der stellte durch Vergleich der elterlichen Aussagen und der Diagnosen zweifelsfrei fest, dass es ein Unfall war.
Achtsamkeit ist sicher mehr als notwendig, aber die nachfolgenden Maßnahmen müssen ebenfalls sorgfälig durchgeführt werden.

2. Wie kann es sein, dass man in Bayern so schnell in einer Klapse landet? Es reicht offenbar, dass irgendjemand mutmaßen kann (in dem Fall JA und Polizei), es könne jemand irre sein, und schon ist man in der Zwangsjacke.
Die Eltern haben um ihr KInd gekämpft - mehr nicht. Wer da keinen guten Anwalt hat, ist erst einmal weg vom Fenster.

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 Betreff des Beitrags: Re: Urteil: Schmerzensgeld für grundlosen Kindesentzug
Ungelesener BeitragVerfasst: 29. Dez 2012 13:18 
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Wer hat sich denn in der Zwischenzeit um die anderen 2 Kinder gekümmert???

Ich finde solche Geschichten immer zu einseitig dargestellt. Um ein komplettes Bild von so einem Bericht zu bekommen, müßten die Erzieherinnen befragt werden und auch geklärt, ob die Eltern dem JA bekannt sind bzw. dann eine Stimme vom JA. Das kann ich nirgends lesen.
Ferner wundert es mich, daß nicht bereits zwischen Eltern und Kindergarten das blaue Auge geklärt wurde. Wenn meine Kinder sich verletzt haben oder krank sind, wissen die Zuständigen (Kindergarten, Sportverein) immer Bescheid, wenn ich das Kind dorthin bringe.

Kenza, ich gebe Dir komplett recht.


Gruß

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 Betreff des Beitrags: Re: Urteil: Schmerzensgeld für grundlosen Kindesentzug
Ungelesener BeitragVerfasst: 29. Dez 2012 15:33 
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[quote="Lattitia"]
Ferner wundert es mich, daß nicht bereits zwischen Eltern und Kindergarten das blaue Auge geklärt wurde. Wenn meine Kinder sich verletzt haben oder krank sind, wissen die Zuständigen (Kindergarten, Sportverein) immer Bescheid, wenn ich das Kind dorthin bringe.
quote]

Genau dieser Gedanke war mir auch gekommen, Lattitia. Bei einem Unfall, der das Auge einbezieht, wäre ein Arztbesuch sicher nicht falsch.

Cornelia, laut des Berichtes hatte der Vater damit gedroht sich umzubringen. Warum daraufhin beide Eltern per Polizeigebegleitung in die Psychiatrie "eingewiesen" werden, verstehe ich auch nicht. Wo waren die anderen Kiner zu diesem Zeitpunkt, bzw., wie Lattitia schon fragt, während der ganzen Zeit? Ich denke, die Berichterstattung bezieht sich hauptsächlich auf das Urteil und ist so eher einseitig. Allerdings finde ich es gut, dass die Klinik zur Zahlung auf Schmerzensgeld verurteilt wurde. Dadurch wägen Ärzte in Zukunft hoffentlich besser vorher ab, bevor sie eine derartige Aussage treffen, ziehen evtl. gleich eine/n Expertin/en zu. Und hoffentlich geht auch dem JA auf, dass die Diagnose eines Arztes eben nur das ist - eine Diagnose, die nicht in Stein gehauen ist.

Das Mädchen wurde nicht bis zur Abheilung zu Hause versteckt, sondern ganz normal in den Kindergarten geschickt. Diesrer Fakt hat für mich eine Gewichtigkeit, vorausgesetzt es war eine erste Auffälligkeit. Aber da wir nicht alle Seiten kennen, wissen wir nicht, was genau in die ursprüngliche oder auch die Gerichtsentscheidung einbezogen wurde.

Carla

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 Betreff des Beitrags: Re: Urteil: Schmerzensgeld für grundlosen Kindesentzug
Ungelesener BeitragVerfasst: 30. Dez 2012 17:05 
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Unsere kleinen Wirbelwinde haben ständig blaue Flecken: zu doll vom Trampolin gehopst, sich den Fahrradlenker in den Bauch gerammt, mit Puppe und Puppenwagen unter dem Arm die Treppe runtergerutscht (ist eigentlich auch nicht erlaubt, aber das interessiert scheinbar nur uns Eltern....), von Kindergartenfreund M eins mit der Schaufel über den Kopf gehaun bekommen (oder vorher selbst noch kräftig ausgeteilt zu haben), gegen Türen rennen ist hier auch fast alltäglich.
Es gibt so viele Möglichkeiten, sich blaue Flecke zu holen.

Aus dem geschilderten Dilemma gibt es wohl keinen Ausweg. Nur wer handelt, macht Fehler.
Wir haben als Schule mal das Amt eingeschaltet, weil wir von Misshandlungen wussten, sowohl von Nachbarn als auch von Mitschülern als auch von dem Betroffenen selbst. Daraufhin wurde die Klassenlehrerin zum Amt gebeten, dort saßen Mitarbeiterin und Mutter des Kindes und es wurde mitgeteilt, dass die Indizienlage nicht ausreiche, um aktiv zu werden. Was soll man da noch tun?

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Viele Grüße
Chakimaus


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 Betreff des Beitrags: Re: Urteil: Schmerzensgeld für grundlosen Kindesentzug
Ungelesener BeitragVerfasst: 30. Dez 2012 20:00 
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Lattitia hat geschrieben:
Wer hat sich denn in der Zwischenzeit um die anderen 2 Kinder gekümmert???
Es geht hier um ein Gerichtsurteil. Warum sollte das da erwähnt werden? Wenn man sich so fürsorglich um das betroffene Mädchen gekümmert hat, wird man sicher dessen Geschwisterchen nicht alleine gelassen haben, während die Eltern in der Klapse waren.

Zitat:
Ich finde solche Geschichten immer zu einseitig dargestellt. Um ein komplettes Bild von so einem Bericht zu bekommen, müßten die Erzieherinnen befragt werden und auch geklärt, ob die Eltern dem JA bekannt sind bzw. dann eine Stimme vom JA. Das kann ich nirgends lesen.
Ich gehe einmal davon aus, dass sich das Gericht, im Gegensatz zu der Dame des Jugendamtes, sehr wohl VOR der Urteilsfindung ein sehr genaues Bild von der Sachlage gemacht hat. Wer sich ein wenig mit dem ärztlichen Beschwerdesystem auskennt, wird wissen, dass die Verhängung eines Schmerzensgeldes kaum Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Urteils aufkommen lässt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Urteil: Schmerzensgeld für grundlosen Kindesentzug
Ungelesener BeitragVerfasst: 30. Dez 2012 23:54 
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mausi51 hat geschrieben:
Es geht hier um ein Gerichtsurteil. Warum sollte das da erwähnt werden? Wenn man sich so fürsorglich um das betroffene Mädchen gekümmert hat, wird man sicher dessen Geschwisterchen nicht alleine gelassen haben, während die Eltern in der Klapse waren.


Doch Cornelia, genau das ist wohl passiert, laut dem Bericht unter folgendem Link: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Unfassbar und für mich unverständlich, warum nicht auch das JA zur Verantwortung gezogen wurde! Die Eltern bzw. die Mutter hatte das Mädchen selbst zu einer Kinderärztin gebracht, von welcher zu weiteren Untersuchungen eine Überweisung in eine Klinik ausgestellt wurde. Erst Tage danach ging das Mädchen wieder in den Kindergarten, also nicht einfach so mit einer akuten Verletzung. Wir haben sicher immer noch nicht alle Fakten, aber ich kann mit diesem Hintergrund keinen Handlungszwang sehen, der das Mädchen in ein Kinderheim brachte, noch nicht mal Bereitschaftspflege.

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