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 Betreff des Beitrags: Re: buchtitel: 'vertraute fremdheit'
Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Jan 2012 22:01 
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Cornelia

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 Betreff des Beitrags: Re: buchtitel: 'vertraute fremdheit'
Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Jan 2012 00:11 
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englandfan, das zitat: 'es gibt ja auch schon warnungen von experten, die adofamilien darauf aufmerksam machen...' ist von cornelia.

ist nicht persönlich gemeint, aber mir kommen diese ratschläge fast wieder (oder noch immer) vor, wie ein rückschritt in die vergangenheit, insbesondere abschottungsempfehlungen wirken auf mich (wenn nicht unbedingt erforderlich) eher wie ein/anpassungs-dressur, wo es rechts und links, außer imaginäres, vages scheibchen-wissen nichts weiter mehr gibt, zumal adoptierte in den unterschiedlichsten altersstufen ihre eigenen erfahrungen mit ihrer herkunft machen wollen und machen werden.
was sind das nur für experten, bestimmt keine adoptierten.

ein hochsicherheitstrakt macht bestimmt nicht fitt für eine auseinandersetzung mit der eigenen biographie und dem aushalten der eigenen lebensgeschichte.
nur ein offener umgang mit der adoption, der herkunft, den gründen, in der a-familie macht das möglich.
wegen dieser ungeklärten dinge hab ich schon als kind unverhältnismäßig oft einen kopf darüber gemacht, und in der schule häufig unkonzentriert und auch sonst ziemlich abwesend.
ich wäre glücklich gewesen, wenn ich als kind etwas reales, ein paar fotos meiner eltern besessen hätte, wenigstens auf diese weise ein bißchen beim aufwachsen begleitet hätten, mit dabei gewesen wären.
aber auch an diesen punkten geht es offenbar mehr um die bedenken und befürchtungen der a-eltern und h-eltern, weniger um das kind.

bonnie


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 Betreff des Beitrags: Re: buchtitel: 'vertraute fremdheit'
Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Jan 2012 10:34 
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Bonnie, ich habe dir per PN geantwortet.

Gruß
englandfan


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 Betreff des Beitrags: Re: buchtitel: 'vertraute fremdheit'
Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Jan 2012 20:23 
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hi englandfan,
danke dir für deine pn.

nein, daß eine abschottung im extremfall begründet ist, bestreitet sicher niemand, nur würde ich sie dann schutz nennen.
was die suchen im internet angehen, gehen sie mehr von den adoptierten oder angehörigen aus, was die privatsphäre der a-eltern ja nicht antastet.
und finden wahrscheinlich auch nur dann statt, wenn adoptierte nicht anders weiterkommen, a-eltern sich quer stellen, nicht damit belastet werden sollen, von ihnen kein halt und unterstützung zu erwarten ist, oder jä und vermittlungsstellen adoptierten keine oder nur mangelhafte hilfe gewähren.

im extremfall ist abschottung schutz, der innerhalb der a-familie trotzdem einen offenen umgang mit dem hintergrund erlaubt.
auch schwierige biographien lassen sich besser aushalten, wenn man sie rechtzeitig kennt und nicht irgendwann unversehens damit konfrontiert wird.
die wahrheit - bei adoptionen gibt es offenbar immer mehrere - oder fakten, wird wohl jeder nach bedarf selber herausfinden wollen.

mich stört gewaltig, daß inzwischen schon ähnlichkeiten (thema fotos) mit den herkunfteltern, oder wiedererkennungsmerkmale, was nun naheliegender nicht sein könnte, noch als gefahr hingestellt werden. das stößt schon an die grenzen des unerträglichen.
kinder spüren intuitiv, was normale oder unnatürliche grenzen sind, wissen aber nicht waurm sie gesetzt oder von etwas abgehalten werden.
gerade das bedarf doch der klärung.

was mich sehr beunruhigt sind ausufernde, auch angstschürende erklärungen für a-probleme richtung trennungstrauma, vormalige verhältnisse, erfahrungen vor der adoption - dieses päckchen..
daß es extremfälle gibt und sich individuell hintergründe stark unterscheiden ist klar, aber gerade in entwicklungsstörungen kann enorm viel hineininterpretiert werden (wenn in a-familien etwas schief läuft), denn durch das inkognito und div. aktenführung, verdecken und schwärzen (sollten sie denn verfügbar sein) wird vieles nicht mehr aufklärbar sein.
die lösung heißt (heute) dann therapie (brot für ganze wissenschaftszweige..).

was bin ich froh, daß es die damals in dem umfang noch nicht gab, und nach eigenem tempo und bedürfnissen mit der auseinandersetzung umgehen konnte.
als kind hätte ich nicht mal konkretisieren können was mir fehlte, was mit mir los war. ich steckte da drin und kannte es nicht anders.
und als kind 'solcher' herkunftseltern wären mir wahrscheinlich von außenstehenden (fachleuten) auf grund damaliger 'sach- und fachkenntnisse' die haarsträubendsten defekte und prognosen sicher gewesen.
eine furchtbare vorstellung.

konzentrationsprobleme und abwesenheit wurden mir quasi schon in der schule nicht nur in zeugnissen attestiert (mangelnde beteiligung am unterricht, zu still, zurückgezogen etc.) - es war die ungewißheit, waren die lügen, die unbeantworteten fragen, schuldig gebliebene antworten (später seitens der herkunftsfamilie), und die last und hilflosigkeit, als viel zu junger mensch allein die verantwortung für alte schwerkranken a-eltern tragen zu sollen, die angst das nicht zu schaffen, die oftmals an den rand der verzweiflung trieb - das waren die wirklichen ursachen, die dazu über die jahre viel raum und zeit für grauenvolle vorstellungen und phantasien zuließen und ein normales unbeschwerteres, vor allem altersgerechtes aufwachsen unmöglich machten, geradezu als hemmschuhe erwiesen!

ein emotionales gefängnis, in dem niemand diese probleme sehen oder ansprechen wollte.
nur zu erfahren adoptiert worden zu sein (immerhin - obwohl ich das erst selber herausfinden mußte und sie deshalb nachziehen mußten..) eine katastrophe.

lg [smilie=hello.gif]


Zuletzt geändert von bonnie am 16. Jan 2012 20:39, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: buchtitel: 'vertraute fremdheit'
Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Jan 2012 20:31 
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Hallo Bonnie,

ich gebe dir völlig Recht. Ich arbeite mit Kindern und habe leider schon häufig die Erklärungen von A-Eltern gehört. Alles wird auf das Thema Adoption reduziert und damit begründet und erklärt. So kann man natürlich auch eigene Unzulänglichkeiten gut wegschieben. Wenn ich die leiblichen Eltern eines Kindes abwerte, werte ich das Kind ab. Wenn ich das Kind nicht so akeptiere, wie es ist, auch wenn es nicht meinen "Idealvorstellungen" entspricht, dann kann es kein glückliches Kind werden. Das geschieht leider zu oft, in A-Familien so viel wie in allen anderen.

Was du über Ehrlichkeit und offenen Umgang in der A-Familie sagst, das sehe ich genauso und wir handhaben es auch so. Sie wird alles kindgerecht von Anfang an erfahren und immer wissen, was wir wissen und immer unsere Unterstützung haben. Das klingt jetzt platt, aber es ist genauso gemeint. Denn Unehrlichkeit ist das größte Gift in den A-Familien und man sollte es im Jahre 2012 besser wissen. Ich bin sowieso der Ansicht, dass in Familien viel zu viel gelogen und vertuscht wird und die eigenen Gefühle verdrängt werden. Auch das unabhängig von Adoption. Klingt jetzt wie das Wort zum Sonntag, aber wenn man durch den Beruf in so viele kaputte Familien schauen muss, dann weiß man, was die wahren Werte in einer Familie sind.

Gruß
englandfan


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 Betreff des Beitrags: Re: buchtitel: 'vertraute fremdheit'
Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Jan 2012 20:41 
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nee klingt nicht platt sondern ehrlich [smilie=sign1_lollollollol.gif]
danke!


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 Betreff des Beitrags: Re: buchtitel: 'vertraute fremdheit'
Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Jan 2012 01:24 
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Habe das Buch als Tip der Adovermittlungsstelle bekommen. Am Freitag gekauft, am Samstag Abend fertig gelesen. Hatte danach keine Schuhe mehr an...War auf so etwas gar nicht vorbereitet...Es ist sehr gut das Buch, auch an einigen Stellen parallel zu meinem Leben...nicht zu empfehlen bei schwachen Nerven ;)

lg Nike Lady

P.S. werd mich hier mal nach nem neuen Tip umsehen :)


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 Betreff des Beitrags: Re: buchtitel: 'vertraute fremdheit'
Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Jan 2012 10:54 
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ich bin: Adoptierte
Nike_Lady1976 hat geschrieben:
Habe das Buch als Tip der Adovermittlungsstelle bekommen. Am Freitag gekauft, am Samstag Abend fertig gelesen. Hatte danach keine Schuhe mehr an...War auf so etwas gar nicht vorbereitet...Es ist sehr gut das Buch, auch an einigen Stellen parallel zu meinem Leben...nicht zu empfehlen bei schwachen Nerven ;)

lg Nike Lady

P.S. werd mich hier mal nach nem neuen Tip umsehen :)



Huhuuuu, wenn Du das schon hast - leihst Du es mir? Ich denke, länger als zwei Tage brauch ichs nicht :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: buchtitel: 'vertraute fremdheit'
Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Jan 2012 13:03 
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Klar, kannste haben! Musst es Dir aber abholen, oder wir treffen uns in der Stadt. Ruf mich an, hab heute frei. Können wir was ausmachen, wenn Du magst :cheer

Also anrufen heute, ausmachen für nächste Woche oder so, ja??


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 Betreff des Beitrags: Re: buchtitel: 'vertraute fremdheit'
Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Jan 2012 13:09 
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So machmers - ich meld mich wenn ich aufm Heimweg ausm Büro bin [smilie=hello.gif]


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