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 Betreff des Beitrags: Frage an leibliche Mütter, die.....
Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Feb 2018 18:51 
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Hallo.
Ich habe mal eine Frage an leibliche Mütter die ihr Kind zur Adoption freigegeben haben und ihr Kind nicht kennenlernen wollen, obwohl es sich das so sehr wünscht.

(Hier soll nichts vorwurfsvoll rüber kommen. Wenn man schreibt, ist es schwer sich bei so einem Thema auszudrücken)

Also. Ich frage mich halt, warum meine lbl. Mutter mich nicht kennenlernen will. Ich habe ihr geschrieben und sie meint nachdem sie ein 1/4 Jahr gebraucht hat mir zurück zu schreiben"du musst mir noch Zeit geben". Wo ich mich frage, wie 16 Jahre nicht genug sein können?! Ich habe ihr in einem Brief geschrieben dass ich sie kennenlernen möchte und warum ich sie kennenlernen möchte. Auch habe ich ihr in keinster Weise Druck gemacht. Ich habe ihr nämlich klar gemacht, dass sie es auch wollen muss. Deshalb kann es doch schonmal nicht daran liegen, dass ich ihr Druck gemacht habe.?!

ABER WAS KANN ES DANN SEIN?

WARUM MÖCHTE MAN KEINEN KONTAKT ZU SEINEM EIGENEN KIND?

(Ich spreche hier nicht von allen leiblichen Müttern)

Ich weiß ja, dass sie da einen Grund für haben wird, aber für mich ist es kein Grund zu sagen, dass man nach 16 Jahren noch Zeit braucht.

Bitte helft mir.

Wenn du eine leibliche Mutter bist, würd ich mich über deine Erfahrungen freuen.

Natürlich von jedem anderen auch!


Danke schonmal!

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage an leibliche Mütter, die.....
Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Feb 2018 21:20 
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Deine Mutter hatte zwar 16 Jahre Zeit, wie du sagst, aber sie hat sich nicht 16 Jahre mti diesre Frage auseinandergesetzt.

Ich sag dir mal was von mir: Als mich meine Tochter kontaktierte, war es, obwohl ich sie Jahrzehnte gesucht habe, ein Schock, ich war wie im Rausch, ich war unfaehig klar zu denken, ich war tief aufgewuehlt und konmnte nichts mehr wahr nehmen.

Und jetzt stell dir das bei deiner Mutter vor, die deinen Brief bekam, wohl unerwartet auch. In welchem Schock war sie? Wie aufgewuehlt war sie? Welche Gefuehle wurden ploetzlich frei gesetzt?

Und das alles musste sich erst mal bei irh wieder setzen, sie musste die neue Situation ueberblicken, - ich kann das nur vermuten. Und darum hat es 3 Monate gebraucht bis sie sich meldete und wnen sie sagte, du m usst irh n och egtwas Zeit geben, heisst das nicht, sie will keinen Kontakt. Das heisst lediglich, dass sie wohl panische Angst vor den Gefuehlen hat die dann auftauchen, Schuldgefuehle etwa.
Schreibe ihr das.
Schreibe ihr, dass du verstehen kannst dass sie bestimmt aufgewuehlt ist, und dass du ihr auch gar keine Vorwuerfe machen willst, dass sie doch deine Mutter ist. Schreibe ihr sie soll doch den Mut haben, du hast ihn doch auch,
Also so in etwa wuerde ich es machen.

Ich erkenne aus der Antwort nicht, dass sie dich nicht kennen lernen will!!
Sondern dass sie ziemlich verwirrt ist.

_________________
Die Verbindung von Mann und Frau, aus der Kinder hervorgehen, ist eine Essenz. Die Verbindung zweier Erwachsener, die Kinder adoptieren, ist eine Konstruktion.
AndreasKs im Forum von MANNdat

Leibliche Eltern waren immer auch soziale Eltern und können nicht einfach auf den biologischen Ursprung reduziert werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage an leibliche Mütter, die.....
Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Feb 2018 21:44 
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Deine Mutter hatte zwar 16 Jahre Zeit, wie du sagst, aber sie hat sich nicht 16 Jahre mti diesre Frage auseinandergesetzt.

Ich sag dir mal was von mir: Als mich meine Tochter kontaktierte, war es, obwohl ich sie Jahrzehnte gesucht habe, ein Schock, ich war wie im Rausch, ich war unfaehig klar zu denken, ich war tief aufgewuehlt und konmnte nichts mehr wahr nehmen.

Und jetzt stell dir das bei deiner Mutter vor, die deinen Brief bekam, wohl unerwartet auch. In welchem Schock war sie? Wie aufgewuehlt war sie? Welche Gefuehle wurden ploetzlich frei gesetzt?

Und das alles musste sich erst mal bei irh wieder setzen, sie musste die neue Situation ueberblicken, - ich kann das nur vermuten. Und darum hat es 3 Monate gebraucht bis sie sich meldete und wnen sie sagte, du m usst irh n och egtwas Zeit geben, heisst das nicht, sie will keinen Kontakt. Das heisst lediglich, dass sie wohl panische Angst vor den Gefuehlen hat die dann auftauchen, Schuldgefuehle etwa.
Schreibe ihr das.
Schreibe ihr, dass du verstehen kannst dass sie bestimmt aufgewuehlt ist, und dass du ihr auch gar keine Vorwuerfe machen willst, dass sie doch deine Mutter ist. Schreibe ihr sie soll doch den Mut haben, du hast ihn doch auch,
Also so in etwa wuerde ich es machen.

Ich erkenne aus der Antwort nicht, dass sie dich nicht kennen lernen will!!
Sondern dass sie ziemlich verwirrt ist.



Vielen Dank für deine Antwort.
Aber sie hat mir ja auch geschrieben, dass sie jeden Tag an mich denkt. Deswegen vertehe ich das nicht.
Aber natürlich kann ich mir vorstellen, dass es vielleicht sehr überrumpeld für siw war. Nur immer wenn der vom JA sie anrufen wollte hat sie ihn auch weggedrückt und ist halt auch nie drangegangen. Das verstehe ich nicht.
Und ich schaffe es nicht ihr nochmal zu schreiben. Es ist so, dass ich einfach Angst habe, nochmal zurückgewiesen zu werden. Es fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht.

Ich bin doch ihre Tochter. Wieso kann sie nicht über ihren Schatten springen?(nicht vorfurfsvoll gemeint.)
Ich habe auch 2 Jahre mit dem Wunsch sie kennenzulernen gelebt, weil ich es nicht meinen Ado-Eltern sagen wollte.

Es macht mich einfach fertig, jeden Tag zu warten und zu hoffen.

Danke.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage an leibliche Mütter, die.....
Ungelesener BeitragVerfasst: 13. Feb 2018 01:52 
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Ich habe auch 2 Jahre mit dem Wunsch sie kennenzulernen gelebt, weil ich es nicht meinen Ado-Eltern sagen wollte.
Siehst Du, genau das ist der springende Punkt: es geht um Geheimnisse, Vertuschen, Hemmschwellen, Ansprüche und vieles mehr - und das auf allen Seiten.

Als Adoptierte/r stehst Du immer zwischen zwei Familien und wenn Du richtig Pech hast, kannst Du dich bei der Suche/Kontaktaufnahme auf keine von beiden verlassen!
Das deutsche Adoptionsrecht hat zum Ziel, die leibliche Familie für immer abzuschneiden und die amtlichen Hilfen zur Suche halten sich auch heutzutage in Grenzen. Ausnahmen bestätigen die Regel!

Adoption ist, nicht zuletzt Dank der vielen unübersehbaren Auslandsadoptionen, längst aus der Schattenecke raus, aber ein schwieriges Thema ist es für alle Beteiligten geblieben.

Gruß,
Cornelia

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage an leibliche Mütter, die.....
Ungelesener BeitragVerfasst: 13. Feb 2018 13:05 
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Danke mausi51.

Aber ich verstehe an ihrem Verhalten nicht, warum sie einerseits sagt, sie denkt jeden Tag an mich, und anderer Seits sagt sie, sie braucht noch Zeit.... das ist doch wiedersprüchlich?

Und der vom JA ist da sehr angergiert und versucht zu helfen wo er kann. Nur meine lbl. Mutter drückt ihn zb bei versuchten Anrufen immer weg.

Ich verstehe nicht, wie man als lbl. Mutter sein eigenes Kind nicht kennenlernen möchte. ( nicht vorwurfsvoll gemeint)

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Zuletzt geändert von Le00 am 13. Feb 2018 13:08, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage an leibliche Mütter, die.....
Ungelesener BeitragVerfasst: 13. Feb 2018 23:56 
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Aber ich verstehe an ihrem Verhalten nicht, warum sie einerseits sagt, sie denkt jeden Tag an mich, und anderer Seits sagt sie, sie braucht noch Zeit.... das ist doch wiedersprüchlich?
Ich finde das nicht widersprüchlich, denn das eine schließt das andere nicht aus.

Zitat:
Und der vom JA ist da sehr angergiert und versucht zu helfen wo er kann. Nur meine lbl. Mutter drückt ihn zb bei versuchten Anrufen immer weg.
Ganz ehrlich - bei allem Respekt für dich und deinen berechtigten Wunsch zur Kontaktaufnahme, finde ich dieses Vorgehen seitens JA unverständlich. Welchen Sinn macht es denn so viel Druck auszuüben? Was soll denn ein so herbeigeführtes Treffen bringen?

Ich verstehe nicht, wie man als lbl. Mutter sein eigenes Kind nicht kennenlernen möchte. ( nicht vorwurfsvoll gemeint)
Keine Sorge, ich verstehe das nicht als Vorwurf, denn ich beschäftige mich schon viel zu lange mit den Folgen von Adoption, sondern ich sehe das als eine Art "Hilferuf".
Dir ist wahrscheinlich nicht klar, dass hier auch eine Menge Angst im Spiel sein könnte und ihr zögerliches Verhalten nichts mit "nicht wollen" zu tun haben muss, sondern mit "nicht können". Sie hat ja nicht abgesagt, sondern um etwas Zeit gebeten.

Wurdest Du eigentlich seitens JA irgendwie auf die Kontaktaufnahme vorbereitet?
Du bist noch sehr jung und da wäre eine Aufklärung über die Folgen durchaus nützlich.
Der wilde Aktionismus dieses JA-Sachbearbeiters mit seinen sinnlosen Telefonaten ist in meinen Augen sehr fragwürdig und er hat eher Schaden angerichtet, als geholfen.

Wie auch immer - ich wünsche Dir, dass dein Kennenlernwunsch doch bald in Erfüllung geht und, dass es Dir helfen wird!

Gruß,
Cornelia

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage an leibliche Mütter, die.....
Ungelesener BeitragVerfasst: 14. Feb 2018 01:13 
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Nur kurz fürs Verständnis. Seine Anrufe waren in dem viertel Jahr in dem sie mir nicht geantwortet hat. Er wollte mir ledeglich damit helfen, dass sie sich ein Herz fasst und sich hinsetzt umm mir auch wenn nur kurz zu antworten. Außerdem ist sie auch nur einmal drangegangen. Die restlichen male hat sie ihn weggedrückt oder ist nicht drangegangen. Aßerdem ist es ja nicht so, dass er stündlich oder Täglich angerufen hat. Und er wollte ja auch mir damit helfen.(soll nicht egoistisch rüber kommen)

Und zu der Sache mit Aufklärund seitens des JA.
Er hat mir bei dem 1. Gepräch (JA, Mama, Ich) auch gesagt, dass es durchaus sein kann, dass sie keinen Kontakt möchte und dass das auch berechtigt sei. Auch hat er von einem "Fall" erzählt, bei dem man die lbl. Mutter garnicht erst ausfindig machen konnte. Dann gab es noch ein Gespräch. Ich weiß, dass ich noch sehr jung bin aber trotzdem wollen das doch die meisten im diesem Alter... wenn man gerade in der Pubertät steckt und dann ist da ja noch die sehr große Sache mit der Identitätsfindung, was ich auch nur mehfach unterstreichen kann. Aber davon wirst du ja auch wohl schon gehört haben. :biggrinn: Also es fehlt nicht an mangelder Aufklärund oder so was.
Außerdem hat er mir ja auch geraten, mal zu nem Psychologen zu gehen, da es ja gut sei, darüber mit jemanden außenstehenden zu sprechen.

Es ist halt schlimm dieses "vielleicht" bzw. "Später" zu bekommen. Wann ist später? Kommt es überhaupt noch? Es ist so verdammt hart jeden einzelnen Tag zu warten und zu hoffen, dass sich irgendetwas tut.

Dazu kommt, dass wir auch in ein paar Monaten die zentralen Abschlussprüfungen schreiben und ich habe Angst das ich daduch irgendwie "beeinträchtigt" bin, da mich das einfach so fertig macht.


Danke für die liebe Antwort.
lG Lea

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Zuletzt geändert von Le00 am 14. Feb 2018 01:16, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage an leibliche Mütter, die.....
Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Mär 2018 09:35 
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Liebe Lea,

Danke für die Aufklärung!

Du brauchst nicht viel zu deinen Beweggründe zu dem Treffen o. ä. sagen, denn das kann sicher jeder nachvollziehen, der selbst in diesem Adoptionsdreieck steckt, bzw. sich damit auskennt.

Trotzdem muss man sich immer Mal wieder vor Augen führen, dass es gesetzliche Regeln dazu gibt; Regeln, die längst nicht mehr in unsere "Facebook"-Zeit passen, die aber von den verantwortlichen Parteien bis auf's Messer verteidigt werden. Geändert wurden nur die Regeln für Adoptionswillige. Für Adoptierte und Herkunftsfamilien hat sich meines Wissens seit Jahrzehnten nichts geändert. Das viel gerühmte, und oft auch praktizierte offene Verfahren, entbehrt bis heute jeglicher gesetzlicher Grundlage! Es basiert ausschließlich auf Duldung seitens Gesetzgeber und Freiwilligkeit seitens der direkt Beteiligten. Obwohl es teilweise ja gut funktioniert, sind jegliche Vorstösste das zu legalisieren bisher im Keim erstickt worden. Komisch, oder?

Das heißt, offiziell gilt, besonders für Herkunftsleute, dass sie das Inkognito zu beachten haben. Mit anderen Worten: unsereins hat null Recht auf Kontakt zu unseren wegadoptierten Kindern, auch wenn wir das noch so sehr wünschen.

Wenn Adoptierte auf der Suche nach Fakten/Daten zu ihrer biologischen Herkunft sich über diese leidigen Gesetze hinweggehen und z. B. via Facebook direkt Kontakt aufnehmen, habe ich dafür vollstes Verständnis, denn sie sind die, über deren Kopf hinweg die Adoption seinerzeit erfolgte. Anders sehe ich das bei den restlichen Beteiligten und da besonders bei den Vertretern des Gesetzgebers. Diese haben sich an die Regeln zu halten und dazu gehört, dass sie sensibel vorgehen. Wenn ein JA-Mitarbeiter eine gerade nicht zum Kontakt willige leibliche Mutter wiederholt mit Anrufen belästigt, ist das juristisch nun einmal nicht OK sondern Mobbing. Wenn Behörden suchenden Adoptierten helfen wollen, weil sie der meinung sind, dass die Gesetzeslage hier überholt ist, sollen sie doch einmal für eine Änderung plädieren. Von so einem Begehren hört man in der Öffentlichkeit nur selten. Tatsache ist, dass es weder für Adoptierte noch für leibliche Eltern ein Recht auf ein Kennenlernen gibt! Wenn ich vor der Tür meiner Tocher aufkreuzen würde, die mich seit fast zwanzig Jahren nicht persönlich treffen will, dann könnte sie mich anzeigen und bekäme Recht. Das sind die Tatsachen. Wie gesagt, es ist die juristische Seite; moralisch betrachte ich das ganz anders ...

Ich denke, dass die Weichen für eine vernünftige Kontaktanbahnung bereits bei Zustandekommen der Adoption gestellt werden. Bereits zu diesem Zeitpunkt werden heutigen leiblichen Eltern Rechte vorgelogen, die sie nicht haben und wohl auch nie haben werden; siehe offene Adoptionsvarianten. Bei Altadoptionen war der Verweis auf das Inkognito richtungsweisend und das hat meistens dazu geführt, dass leibliche Eltern die Adoption vor ihrem Umfeld verschwiegen und mit den Jahren selbst mehr oder weniger erfolgreich verdrängt haben. Diese Geheimnistuerei ist eine Folge des leidigen Inkognitos.

Vielleicht war es bei deiner leiblichen Mutter ja auch so. Ich glaube, irgendwo hast Du das sogar geschrieben. Wer jahre-, jahrzehntelang dazu genötigt war still zu halten, egal ob selbst bestimmt oder nicht, wird möglicherweise nicht von null auf hundert zu einem Kontakt bereit sein.

Habe noch ein wenig Geduld. Vielleicht schreibst Du deiner leiblichen Mutter einfach von Zeit zu Zeit kleine Briefchen und legst Bilder dazu. Diese kann das JA weiterleiten. So kann sie Vertrauen aufbauen und erkennt vielleicht endlich, dass auch für sie dieser Kontakt zu Dir eher eine Bereicherung als eine Belastung sein kann. Vielleicht wird sie sich dann auch ihrem Umfeld öffnen und über die Adoption reden.

Wie schon mehrfach gesagt, ich wünsche Dir von Herzen, dass Du bald an dein Ziel kommst.

LG, Cornelia

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage an leibliche Mütter, die.....
Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Mär 2018 18:11 
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Habe noch ein wenig Geduld. Vielleicht schreibst Du deiner leiblichen Mutter einfach von Zeit zu Zeit kleine Briefchen und legst Bilder dazu. Diese kann das JA weiterleiten. So kann sie Vertrauen aufbauen und erkennt vielleicht endlich, dass auch für sie dieser Kontakt zu Dir eher eine Bereicherung als eine Belastung sein kann. Vielleicht wird sie sich dann auch


Danke mausi51
Das ist nicht so einfach. Ich schaffe es einfach nicht, nochmal einen Brief zu schreiben, um dann wieder ein "später" zu bekommen. Als ich ihr den Brief geschrieben hab, ging bei uns zu Hause garnichts mehr. Durchgehend Streit und ich habe mich nur in meinem Zimmer eingeschlossen und abgeschottet. Das ist so belastend. Ich kann es nicht nochmal. An einer weiteren Absage werde ich vermutlich kaputt gehen... Das habe ich auch dem JA umschrieben -> " ich glaube nicht, das ich mich hätte nochmal melden können" <-
Im nachhinein betrachtet einfach die falsche Wortwahl und nicht ganz das getroffen was ich eigentlich sagen wollte. Nur ich kann mit ihm (JA) oder mit meinen Eltern halt nicht darüber sprechen.... weiß nicht warum, geht einfach nicht😕 deswegen auch kein Psychologe...

Nur trotzdem bleibt ihr Verhalten für mich wiedersprüchlich und unverständlich

1. Findet sie das gespräch von ihr und dem JA wichtig
2. Sie antworten nicht
3. Sie meldet sich auch auf Anfrage nicht
4. Sie denkt jeden Tag an mich
5. Sie will mich nicht kennenlernen

Verstehe ich nicht...

lg Lea

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Zuletzt geändert von Le00 am 15. Mär 2018 18:11, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage an leibliche Mütter, die.....
Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Mär 2018 15:11 
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Liebe Lea,

es tut mir wirklich sehr leid, dass Du in dieser Lage steckst und ich kann das sehr gut nachvollziehen, auch wenn es vielleicht nicht so aussieht.
Zitat:
Das ist nicht so einfach. Ich schaffe es einfach nicht, nochmal einen Brief zu schreiben, um dann wieder ein "später" zu bekommen.
Das solltest Du Dir auf gar keinen fall einreden! Klar schaffst Du das, wenn auch nicht jetzt gleich.
Zitat:
Als ich ihr den Brief geschrieben hab, ging bei uns zu Hause garnichts mehr. Durchgehend Streit und ich habe mich nur in meinem Zimmer eingeschlossen und abgeschottet. Das ist so belastend. Ich kann es nicht nochmal. An einer weiteren Absage werde ich vermutlich kaputt gehen...
Es geht uns hier ja eigentlich nichts an und Du musst dazu auch keine Erklärungen abgeben, aber vielleicht hilft es einmal auch in einen andere Richting zu denken:

Mich macht jetzt folgendes nachdenklich ...
Sollten deine Eltern nicht voll, das heißt in aller Konsequenz, hinter Dir und deinem Wunsch stehen, ist das Durchsetzen deines Kontaktwunsches riskant. Du musst einfach damit rechnen, dass auch ein tatsächlich zustande kommender Kontakt zur leiblichen Mutter negativ für dich ausgehen könnte und das wird dann womöglich viel härter für dich als jetzt dieses ungewisse Warten. Wie würden sie Dir dabei zur Seite stehen?

Hast Du Dir einmal klar gemacht was Du eigentlich von deiner leiblichen Mutter erwartest? Was versprichst Du Dir davon sie kennen zu lernen? Was ist, wenn sie deine Erwartungen nicht erfüllt? Wärst Du bereit den Kontakt zu halten, wenn sie es dann will, Du aber nicht mehr? Kann alles passieren!

Oder ein anderer Gedanke:
Was würde passiert, sollte es doch noch zu einem positiven Kontakt und sogar zu einem nachfolgenden guten "Dauerkontakt" kommen? Kannst Du Dir sicher sein, dass das deine Adoptiveltern ebenso froh machen würde wie dich oder würde es ihnen weh tun? Ich frage deswegen, weil deine Suche offenbar momentan ja eher Stress in eure Familie bringt, wenn ich das nicht falsch verstanden habe.

Lasse dich nicht entmutigen, aber mache dich auch nicht verrückt. Hast Du eine Freundin, mit der Du so etwas besprechen kannst? Das mit der Geduld ist schwierig, mitunter sehr schwierig, aber glaube mir, Ungeduld kann schlimmer sein oder Schaden anrichten :-).

Lieber Gruß,
Cornelia

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