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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Von Adoptionsbewerbung zu Dauerpflege und Glücklich
Ungelesener BeitragVerfasst: 17. Jun 2014 11:37 
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An diesem Punkt lasse ich Dich mit Deinen Fragen und Unsicherheiten allein.

Nur ein sachlicher Widerspruch: Nein wirklich, es gibt diese "Maxime" nicht. Die Adoptionspflegezeit wird nicht zum Zweck der schnellstmöglichen Rückführung, sondern zum Zweck des Bindungsaufbaus für das Kind eingeräumt.

Allerdings existiert die gesetzlich verankerte und ebenfalls durch im Internet einsehbare Beschlüsse untermauerte Priorität der Rückführung bei deutschen Pflegeverhältnissen und übrigens beantwortet deine Behauptung nicht die Ungereimtheit mit der Unterhaltspflicht. Sieh' es mal von der Warte, dass ich dich stellvertretend für ein unschuldiges Kleinkind mit solchen Fragen konfrontiere.
... kann bereits seine Geschichte selbst erzählen.
es zeigen sich schon erste adoptionsspezifische Situationen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Adoptionsbewerbung zu Dauerpflege und Glücklich
Ungelesener BeitragVerfasst: 27. Apr 2018 10:30 
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Hallo zusammen,

ich war ziemlich lange nicht hier :insane ist auch viel passiert in der Zwischenzeit.
Unserem großen Sohn haben wir adoptiert mit einigen Hürden. Wir haben jetzt guten Kontakt zu der Herkunftsfamilie, haben mittlerweile bald alle kennengelernt. Oma's, Schwestern und Nichten :handshake: es läuft mal besser mit den Kontakten und mal eher schleppend. Aber ich bleibe dran. Würde ich nicht immer schreiben, anrufen und Treffen vereinbaren, wäre auch Funkstille und der Kontakt würde abbrechen.

Zwischenzeitlich haben wir auch die Adoption vom zweiten Kind fast durch. Die leibliche Mutter hat sich dazu entschieden die Zustimmung der Adoption zu geben. Vater ist unbekannt (es gab Abstammungsgutachten nur nicht den leiblichen Papa). Auch bei unserem kleinen Sohn war der Kontakt zur Herkunft schwer... die Mutter kam die ersten 2 3/4 Jahre immer zu Besuchskontakten. Wollte unbedingt, dass der kleine Mama zu ihr sagt und sie küsst wie mich... die Wünsche sind natürlich nachvollziehbar aber auch etwas realitätsfremd. Wenn wir uns heute mal treffen, gibt es schon Küsschen und der kleine freut sich auf seine Bauchmama. Der kleine kam als Säugling zu uns... mittlerweile ist aber nach länger Zeit Funkstille (leibliche Mutter wollte kein Kontakt) der Kontakt ganz gut. Ich muss zwar Grenzen setzen und klare Regeln aufstellen aber es klappt. Als Bsp. die leibliche Mutter wollte ebenfalls von uns adoptiert werden (mit Mitte 20), bei uns einziehen usw.

Den Kindern tut es in manchen Situationen nicht gut der Kontakt zur Herkunft, es tut sehr oft weh (grade beim großen war es sehr schwer), aber langfristig gesehen ist es schon wichtig... zumindest in geringer Häufigkeit! Der große fragt seine Herkunftsfamilie alles und bekommt Antworten. Ich musste hier auch oft vermitteln und Woogen glätten, der Herkunftsfamilie erklären, dass die mit den Fragen klar kommen müssen und nicht beleidigt sein sollen. Beim kleinen möchte die Mutter wirklich am liebsten hier einziehen und jede Woche Kontakt, egal ob grade Kindergeburtstag oder sonst was ist. Sie möchte lieber, dass Sie den kleinen sehen kann... der Zwerg ist jetzt 5 und soziale Kontakte sind ebenfalls wichtig, nicht nur die leibliche Mutter. Ist oft nicht leicht ein Mittelmaß zu finden und dass alles unter einen Hut zu bekommen.
Der leiblichen Familie einen Platz zu gewähren und mit Wertschätzung zu begegnen. Immerhin gab es Gründe wieso die Kinder zunächst vom Jugendamt Inobhut genommen wurden!

Ja mal wieder ein kleiner Bericht von uns.

Viele Grüße
Kimab


Zuletzt geändert von Kimba am 27. Apr 2018 10:58, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Von Adoptionsbewerbung zu Dauerpflege und Glücklich
Ungelesener BeitragVerfasst: 29. Apr 2018 19:02 
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ich bin: Adoptivmutter
Hallo Kimba,

nett, dass Du Dich hier mal wieder mit einem Statusbericht meldest.

Dass der Kontakt zur Herkunftsfamilie für kleinere Kinder problematisch sein kann, liegt in der Natur der Sache. Wenn solche Kontakte teilweise schon erwachsenen Adoptierten psychische und emotionale Schwierigkeiten bereiten, weil es ihnen schwer fällt, ihre Gefühlswelt zu splitten, um wieviel komplizierter ist dieser Prozess für manche kleine Kinder, die die Tragweite einer Adoption noch gar nicht erfassen können, sondern in dem diffusen Gefühl leben, zerrissen zu werden, das um so mehr, wenn sie noch Erinnerungen an Zeiten haben, die für sie sehr belastend waren. Unser Sohn beteuert immer wieder seine Dankbarkeit dafür, seine Herkunftsfamilie erst in späterem Alter kennengelernt zu haben. Er geht davon aus, dass er einem früheren Kontakt nicht geachsen gewesen wäre.

Auf der anderen Seite kann ich auch die Sehnsüchte einer Herkunftsmutter nach ihrem Kind verstehen; ginge mir vermutlich auch so. Aber wie soll die Abwägung ausfallen, wern hat mehr Anrechte auf was? Ich persönlich würde für die Bedürfnisse der schutzlosen Kinder eintreten, die ein Anrecht darauf haben, nach eigenen Vorstellungen aufwachsen zu können. Auch sie wissen bereits ganz genau, was ihnen guttut und was nicht. Mein Plädoyer für bereits erwachsene Adoptierte ist in jedem Fall, ihre Herkunftsfamilie und damit ihre Wurzeln kennenzulernen.

Für Dich ist die jetzige Situtation nicht einfach, zumal Du zwei Parteien gerecht werden willst und musst.

Wünsche Dir für diesen Spagat viel Kraft.

Viele Grüße
Martina

_________________
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- Respekt vor Dir selbst,
- Respekt vor anderen,
- übernimm Verantwortung für Deine Taten. (Dalai Lama)


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