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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Feb 2018 02:08 
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Hallo Swenja.
Ich ich auch adoptiert worden als ich ein baby war. Mittlerweil bin ich fast 16 Jahre. Ich habe auch schon von aAnfang an erfahren das ich adoptiert wurde und das finde ich auch gut so! Bleib am Ball... ich schätze die Zeit wird kommen, wo er das nicht mehr so "schlimm" findet. Bei mir ist es auch so dass ich mit meinen (adoptiv-)eltern nicht gut darüber reden kann weil ich Angst habe etwas falsches zu sagen ( ich weiß eigendlich dass ich nichts falsches sagen kann)

Was ich damit sagen möchte: wie du merkst ist das Adoption für alle beteiligten, gerade für die Adoptivkinder, ein sehr sensibles Thema. Es weden die Zeiten kommen, wo es ihn interessiert. Und dann werden Zeiten kommen, wo er sehr viel darüber nachdenken wird (Pubertät) und vielleicht wird er dann irgendwann auch auf euch zukommen und sagen, dass er vielleicht mal seine lbl. Mutter/Vater treffen möchte.

Noch ein kleiner Tip: der Findefuch
Ich weiß ja nicht welches Buch ihr genommen habt aber meine Eltern haben mir und meiner Schwester unsere "Geschichte" damit erklärt- erfolgreich!
Außerdem wurden denen das Buch damals vom JA empfohlen.


Ich hoffe es gelingt dir besseren zugang bei ihm zu diesem Thema zu finden da es doch schon sehr wichtig ist.

VIEL GLÜCK

_________________
Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden; doch eigentlich gewöhnt man sich nur an den Schmerz.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Jul 2018 22:18 
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Hallo Swenja.
Ich ich auch adoptiert worden als ich ein baby war. Mittlerweil bin ich fast 16 Jahre. Ich habe auch schon von aAnfang an erfahren das ich adoptiert wurde und das finde ich auch gut so! Bleib am Ball... ich schätze die Zeit wird kommen, wo er das nicht mehr so "schlimm" findet. Bei mir ist es auch so dass ich mit meinen (adoptiv-)eltern nicht gut darüber reden kann weil ich Angst habe etwas falsches zu sagen ( ich weiß eigendlich dass ich nichts falsches sagen kann)

Was ich damit sagen möchte: wie du merkst ist das Adoption für alle beteiligten, gerade für die Adoptivkinder, ein sehr sensibles Thema. Es weden die Zeiten kommen, wo es ihn interessiert. Und dann werden Zeiten kommen, wo er sehr viel darüber nachdenken wird (Pubertät) und vielleicht wird er dann irgendwann auch auf euch zukommen und sagen, dass er vielleicht mal seine lbl. Mutter/Vater treffen möchte.

Noch ein kleiner Tip: der Findefuch
Ich weiß ja nicht welches Buch ihr genommen habt aber meine Eltern haben mir und meiner Schwester unsere "Geschichte" damit erklärt- erfolgreich!
Außerdem wurden denen das Buch damals vom JA empfohlen.


Ich hoffe es gelingt dir besseren zugang bei ihm zu diesem Thema zu finden da es doch schon sehr wichtig ist.

VIEL GLÜCK


Hallo liebe Swenja, ich kann Le00's Beitrag nur unterschreiben!

Ich bin selbst auch adoptiert und das Thema mit dem Abblocken kenne ich nur zu gut...

Ich bin mittlerweile 24 und kann nur sagen, dass wirklich jedes Adoptivkind und jedes Elternteil sehr individuell und sensibel reagiert.
Bis vor ein paar Monaten wollte ich NIX wissen von Adoption. Mich hat das Thema emotional sehr belastet, zumal ich dauernd auf mein Aussehen angesprochen werde und mein Herkunftsland immer thematisiert wird. Insofern hat das Thema unweigerlich mit dem Gefühl des "Weggeben" bzw. Abweisung zu tun und mit dem Gefühl "Anders" zu sein. Ich habe mich immer gefühlt als würde ich nie zu 100% Teil der Gruppe sein können, auch wenn ich den Nobelpreis gewinnen würde - ich bin Anders und daran kann ich nichts ändern. Dieses Gefühl kann äußerst traumatisch für Kinder sein, wenn sie so wahrnehmen wie ich, und während mein kleiner Bruder, früher wie heute, alles zum Thema in sich aufsaugt und dauernd fragt, habe ich mich immer weggedreht und jetzt erst angefangen Literatur darüber zu lesen (Psychologische und Soziologische). Das ist auch eine Art damit umzugehen und zu verstehen. Aber wie gesagt, jeder braucht seine Zeit.


Bei einer Auslandsadoption: Was eine Idee sein könnte, neben den Büchern zur Adoption, wären "beiläufige" Vorbilder aus dem Adoptionsland, wenn er mal redet oder wenn es sich ergibt oder was toll an dem Land ist, etc. Das hat bei mir jedenfalls immer ein leichtes Gefühl der Aufwertung gegeben und nimmt ein bisschen Negativität aus seiner Empfindung. Z.B. ich halte nichts von Miss-Wahlen, aber die meisten Miss Worlds stammen aus meinem Adoptionsland und das obwohl ich oft wegen meines Aussehens ausgelacht wurde. Ist nur ein kleiner Trost, aber immerhin etwas. Was ich sagen will: die Stärken herausheben wo es nur geht, von beiden Orten.

Inlandsadoption: Was auch sein kann ist, dass es ihn einfach schlichtweg nicht interessiert. Kinder brauchen manchmals länger bis sie realisiert haben, was eine Adoption ist - besonders, bei Innlandadoptionen. Dann fragen sie in ihrem Tempo weil sie das emotional und kognitv mal richtig verarbeiten müssen. Es gibt verschiedene Stadien dieser Verarbeitung die aber alle zusammenhängen.

Zum Findefuchs: gutes Buch!! Aber, ich musste weinen. Als ich es als kleines Kind vorglesen bekommen habe, da war es emotional sehr, sehr aufwühlend für mich und es hat mir unbewusst angst gemacht.


Herzmama/papa - Bauchmama/papa: wie du schreibst, möchtest du ja sehr offen mit ihm umgehen. Dankeschön! Das ist nämlich äußerst wichtig bei diesem Thema (Vertrauensgrundlage, etc). Ich selbst habe das Thema Herzmama/papa und Bauchmama/papa als gängige Erklärung bekommen, aber auch immer, dass die leiblichen Eltern auch Herzeltern sind, aber dass sie beschlossen haben, dass ich irgendwo anders glücklicher leben könne. Mir wurde dann erklärt, dass ich halt zwei Paar Eltern hätte und mich beide lieben.


Ich glaube dass dein Junge wirklich ein bisschen braucht und mit sich selbst hadert. Das kann sehr lange gehen. Alles was du tun kannst ist, da zu sein und zuzuhören, Infos bereit zustellen, wenn es sie gibt und versuchen ihm das Gefühl des Abgewiesen seins zu nehmen, wenn du es siehst. Das ist sehr tiefgehend für Adoptierte. Und so wie du schreibst, kann ich nur annehmen, dass du auf den richtigen Weg bist! Weiter so und nicht verzagen. Irgendwann stellt er kleine Fragen und lässt sich langsam auf das Thema ein.

Ganz liebe Grüße
Neptun


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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 10. Aug 2018 18:46 
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Hallo Swenja,

auch wenn man dir sicherlich oft nahelegen wird, dass dein Sohn angeblich 'verdrängt' oder 'noch nicht reif' oder ähnliches sein soll, ich persönlich würde dir raten:

Du kannst das Verhalten deines Sohnes auch durchaus als eine Art Bestätigung dafür sehen, dass die Adoption voll und ganz funktioniert hat und er dich glücklich, zufrieden und selbstverständlich als seine Mutter sieht und akzeptiert !

Ok, ich weiß nicht, was er jetzt konkret denkt, aber ich kann von mir selbst reden und sagen, dass es bei mir als Adoptivsohn so wahr.

Ich würde dir raten: Wenn er nichts davon hören will, dann lass ihn einfach damit in Ruhe ! Er weiß jetzt, dass er adoptiert ist und du hast ihm angeboten, darüber zu reden. Und wenn er nicht möchte, dann ist das doch auch ok - und natürlich auch verständlich !

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie furchtbar es sein kann, wenn man als Adoptivkind immer wieder mit dem Thema konfrontiert wird und so die Identität und Zugehörigkeit immer wieder in Frage gestellt und erschüttert wird ! Damit erleiden alle Beteiligten Schaden !

Und du stellst dadurch ja auch irgendwie immer wieder in Frage, dass *DU* seine Mutter bist !

Swenja, ich glaube, bei euch hat alles gut geklappt ! Las das Thema einfach mal ruhen.

Ich weiß leider viel zu gut, wovon ich rede !

adoptiv


Zuletzt geändert von adoptiv am 10. Aug 2018 18:48, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: 10. Aug 2018 19:11 
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1.) es ist immer wahnsinnig interessant, wenn andere leute einem erzählen wollen, wie man zu denken und zu fühlen hat......

2.) der junge verweigert sich, weil er einfach kein bock auf das thema hat.

3.) jedes kind, dem man von klein auf erzählt, dass es adoptiert ist, WEISS ab diesem zeitpunkt, dass es NICHT DAZU GEHÖRT.

4.) wenn du deinen sohn weiter damit quälst, sich mit der adoptivscheisse auseinandersetzen zu müssen, wirst du ihn damit vermutlich früher vertreiben, als er von selbst gegangen wäre.
weil du jedes mal klar stellst.....das er NICHT DAZU GEHÖRT....



1.) Ja. Und gerade Adoptivkindern wird oft erzählt, dass sie ihre Adoptiveltern gefälligst *nicht* als ihre Eltern sehen sollen. Auch wenn sie es vorher taten und auch weiterhin gerne getan hatten.

2.) Ja. War bei mir auch so. Kann man ja auch verstehen, oder ? Irgendwann nervt es. So interessant, spannend und unterhaltsam ist das Thema ja nun wirklich nicht.
Und es verletzt auch, weil man damit ja immer irgendwie bzgl. seiner Familienzugehörigkeit in Frage gestellt wird.

3.) Jein. zunächst weis es mal, dass es 'adoptiert' ist, was ja noch nicht heißen muss, dass es nicht dazu gehört. Immerhin haben die Adoptiveltern es ja haben wollen.
Allerdings hat man, wenn man mit dem Thema immer wieder konfrontiert wird, irgendwann das Gefühl, man wolle einem klarmachen, dass man nicht dazugehören würde.
Oder zumindest könnte man irgendwann das Gefühl haben. Bei mir war es manchmal so.

4.) Kann so stimmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kind will nichts von der Adoption wissen
Ungelesener BeitragVerfasst: Gestern 02:30 
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Es war einmal ein kleines weisses Fohlen- Das wuchs in einem Stall auf. Und neben sich hatte das Fohlen Papa Gaul, der war braun und Mama Pferd die war scheckig- Und mit der Zeit war dem weissen Fohlen klar, die beiden da, die sind immer fuer mich da.
Einmal am Tag kam ein Stallbursche der buerstete das Fohlen und gab ihm Hafer und Wasser und manchmal sah das Fohlen hinter der Tuer es aufblitzen. Komisch dachte es, was blitzt da auf. Aber es dachte nicht weiter und frass gemuetlich seinen leckeren Hafer. Gut, zugegeben, der Stall war nicht sehr gross, aber es war einfah alles da was es brauchte und so vermisste das Fohlen gar nichts und war Gluecklich bis.....bis eines Tages der Stallbursche aus versehen die kleine Stalltuer hinter dem Fohlen zu schliessen vergass.
Nanu, dachte das weisse Fohlen, wieso ist hinter mir die Tuer auf. Das machte ihm Furcht,aber nicht viel. Und so drehte er sich um und sah endlich einmal die Wand hinter sich. Da hingen Saettel und Zaumzeug und haessliche Sporen (das ist fuer bose Fohlenm klaerte Papa Gaul ihn auf, der kriegt die spitzen Sporen wenn er nicht gehorcht). Oha, dachte das weisse Fohlen,ich will immer gehorchen.
Aber so einn bisschen wollte er auchmal schaun was hinter der grossen Tuer war. Und neugierig blickte er aus der Stalltuer um die Ecke und was er sah...also das verschlug ihm das wiehern. Da war ja eine riesige, eine...also eine riesige grosse gruene Flaeche ohneTuer und da rannten viele viele Pferde. Einige gallopierten frohlich, andere trabten wichtigtuerisch und andere frassen einfach, ohne Erlaubnis, das Gras vom Boden.
Doch ganz weit hinten da sah er etwas, unser weisses Fohlen. Er sah ein ganz weisses Pferd, das aeste etwas traurig und schien seltsam still zu sein.
Unser Fohlen wusste nicht wie ihm geschah, er fuehlte sich ploetzlich dem etwas traurigem weisen Pferd....ja, verbunden, irgendwie vertraut, er konnte es nicht erklaeren. Und so tat er einen Schritt wie ihner boese Fohlen tun, er verliess den sicheren warmen Stall mit Papa Gaul und Mama Pferd und wollte einfach wissen, was es mit diesem anderen weissem Pferd auf sich hat. Das zeigte einen ganz seltsame reaktion als das Fohlen kam. Es gallopierte hastig davon. Aber nicht weit. Und so ging das Fohlen langsam zu ihm hin und entdeckte etwas seltsames.
Sag mal, sagte er, wieso hast du einen so komischen schwarzen Fleck auf der Stirn wie ich ihn auch habe?
Und da blickte das grosse weisse Pferd in seltsam an und sagte: nein, du hast einen Fleck wie ich ihn habe.
Ist das nicht egal fragte das Fohlen?
Da schuettelte das weisse Pferd den Kopf und sagte, nein, denn diesen schwarzen Fleck hast du von mir seit ich dich geboren habe.
Da riss das kleine Fohlen sein Maul und die Augen weit auf und wieherte: Hee, meine Mama ist im Stall und mein Papa auch, du kannst mich gar nicht geboren haben.

Doch so erfuhr das Fohlen dass es an der Sache mit dem sicheren Stall und den sicheren Eltern nicht stimmen konnte.
Ich will euch jetzt nicht schildern wie das kleine Fohlen die Sporen zu spueren bekam, aber daran erinnern, dass, wer immer im Stall aufgewachsen ist, gar nicht weiss, was Freiheit und Leben und natuerliche Eltern sind.
Aber gross wiehern das tun sie.

_________________
Die Verbindung von Mann und Frau, aus der Kinder hervorgehen, ist eine Essenz. Die Verbindung zweier Erwachsener, die Kinder adoptieren, ist eine Konstruktion.
AndreasKs im Forum von MANNdat

Leibliche Eltern waren immer auch soziale Eltern und können nicht einfach auf den biologischen Ursprung reduziert werden.


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