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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: ehem. erw. Stieftochter adoptieren
Ungelesener BeitragVerfasst: 7. Aug 2018 17:56 
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Neuling
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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und hoffentlich auch richtig. Am besten komme ich auch gleich zur Sache...

Bin zzt. Single, männl., 43, angestellt, ledig und kinderlos.

Meine damalige Lebensgefährtin brachte 2012 zwei Kinder mit in die Beziehung, eine Tochter im Teenie-Alter und eine junge Nachzüglerin. Beide Kinder haben andere Väter. Der Erzeuger der Großen machte sich aus dem Staub als Sie 9 war. Er zahlte auch keinen Unterhalt mehr und es gibt bis heute kein Lebenszeichen von ihm. Für die Große ist ihr leibl. Vater gar nicht existent. Insofern fehlte ihr stets auch eine väterliche Bezugsperson. Die weitere Familie ist weder in der Lage noch willens, sich auch nur irgendwie für die Kinder oder sonst wen einzubringen. Sie existieren als Namen, eine Bedeutung haben sie nicht. Das ist ausgesprochen traurig. Allerdings versteht Sie sich mit meiner Familie sehr gut.

Leider erkrankte meine Lebensgefährtin bald an Krebs, woran Sie auch im letzten Jahr verstarb. Aufgrund der schweren Krankheit entschieden wir uns gegen eine Heirat, im letzten Moment dann aber doch noch dafür. Doch dazu sollte es nicht mehr gekommen sein.
Die kleine Tochter (9) lebt heute in einer Pflegefamilie, wo Sie auch gut aufgehoben ist. Die große Tochter (23) ist heute erwachsen und hat einen festen Freund. Aufgrund einer räuml. Distanz von gut 90km und wegen meiner Arbeitszeiten sehen wir uns leider nicht so häufig, stehen aber in regen Kontakt. Sie kommt mich meist am Wochenende besuchen und bleibt auch über Nacht. Wir verstehen uns sehr gut, fast blind sozusagen. Sie fühlt sich hier sehr wohl und ich hab Sie unglaublich gerne um mich! Die Geschehnisse während der langen und schweren Krankheit ihrer Mutter haben uns nur näher zusammen gebracht, sodass wir uns auch gegenseitig stützen können. Man kann hier ohne Zweifel von einem bereits entstandenen Vater-Tochter-Verhältnis sprechen, das spiegelt sich überall wieder. Das schließt aber eben auch das normale freundschaftliche Verhältnis aus, denn einem Vater erzählt man ja nicht alles. Trotz dessen, dass wir so füreinander empfinden, fühlt es sich für mich nur halbherzig an, denn irgendwie ist es nichts halbes und nichts ganzes. Daher habe ich für mich, nach langer und reiflicher Überlegung beschlossen, diese "Lücke" mit der nötigen Konsequenz zu füllen, Sie dauerhaft und vollständig anzunehmen- ohne Wenn und Aber! Ich möchte Ihr stets ein Zuhause, eine Heimat, einen Zufluchtsort, eine neue Herkunft und alles nur erdenkliche bieten und geben, was mir möglich ist und Sie anzunehmen bereit ist. Ich kann und will niemanden ersetzen aber ich will die volle Verantwortung übernehmen und versuchen Ihr zu geben, was Sie bis jetzt nicht hatte und kannte und all das, durch eine Adoption besiegeln. Das würde auch ihr bedeuten, dass all das mehr als nur Lippenbekenntnisse sind. Dass da jemand ist, der voll und ganz zu ihr steht, Farbe bekennt und Sie annimmt, mit aller Konsequenz. Es gilt einfach, dies dingfest zu machen und ich bin überzeugt, dass Ihr das eben so viel bedeuten würde.

Nur Sie weiß noch nichts von ihrem "Glück" und ich weiß noch nicht genau, wie ich es ihr mitteilen soll. Es ist sehr schwierig das Thema durch die Blume anzusprechen und drumherum reden bringt auch nichts. Da werde ich wohl allen Mut zusammen nehmen müssen um diese alles entscheidende Frage zu stellen. So eine Frage stellt man gewiss nur einmal im Leben. Und ich muss damit rechnen, dass Sie Nein sagt oder es sich im letzten Moment anders überlegt. Wäre ja möglich. Aber es nützt ja nichts, da muss ich dann durch und ich kann nur hoffen, Ihr nicht zu nahe damit zu treten, was unser Verhältnis schlimmstenfalls, belasten könnte.

Also wollte ich nun einen Termin beim Fachanwalt machen um letzte Fragen zu klären und auch, um Ihr dann alles erklären zu können. Der ist aber gerade in Urlaub (wie die meisten anderen auch) und man rät mit gleich zum Notar, das würde ja auch Kosten sparen. Nun weiß ich dass ein Notar zwar belehrt aber auch berät? So wende ich mich mal das Forum hier, an Euch. Daher bitte ich mal um eure Einschätzung:

Knackpunkt scheint mir das Namensrecht zu sein. Die Beibehaltung ihres Geburtsnamen ist wohl fast ausgeschlossen aber wie wahrscheinlich ist die Stattgebung eines Doppelnamens? Wird das eher locker entschieden oder auch eher streng?

Inwiefern wirkt sich das auf unsere LS-Klassen aus? Vielleicht geht Sie auch noch mal studieren und beantragt Bafög, wie gestaltet sich das denn? Kann ich da evt. noch mal unterhaltspflichtig werden oder meinerseits Hilfen beantragen?

Bei einer Erwachsenenadoption steht Sie ja dann nicht nur ihrem leibl. Vater gegenüber in der Pflicht (sofern der wieder auftaucht) sondern auch mir. Lässt sich dieser doppelte Nachteil irgendwie entschärfen?

Das sind solche Fragen, wo ich ausschließen möchte, dass es Ihr nicht nachher noch zum Nachteil gereicht. Es soll ja mehr zu ihrem Gunsten sein! Man steht damit aber in Recht und Pflicht zueinander, das sollte man abwägen. Gibt es da noch was, das zu bedenken ist?

Die entscheidende Frage ist aber, wie das Gericht unser Verhältnis prüft? Wie muss man sich das vorstellen, wie läuft das ab? Wie ist was zu beweisen? Woran genau machen die das fest? Oder beweist sich das schon aufgrund unserer Geschichte? Was soll man da noch beweisen?

Ich hoffe dass ihr mir da weiter helfen könnt, eure Erfahrungen und Einschätzungen mit mir teilt, damit ich meiner Großen bald die Frage aller Fragen stellen kann!

Bedanke mich schon mal im Voraus und freue mich auf jede Antwort!
Dual


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 Betreff des Beitrags: Re: ehem. erw. Stieftochter adoptieren
Ungelesener BeitragVerfasst: 8. Aug 2018 16:26 
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Leibliche Eltern waren immer auch soziale Eltern und können nicht einfach auf den biologischen Ursprung reduziert werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: ehem. erw. Stieftochter adoptieren
Ungelesener BeitragVerfasst: 8. Aug 2018 23:35 
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Bei einer Erwachsenenadoption steht Sie ja dann nicht nur ihrem leibl. Vater gegenüber in der Pflicht (sofern der wieder auftaucht) sondern auch mir. Lässt sich dieser doppelte Nachteil irgendwie entschärfen?

Das sind solche Fragen, wo ich ausschließen möchte, dass es Ihr nicht nachher noch zum Nachteil gereicht. Es soll ja mehr zu ihrem Gunsten sein! Man steht damit aber in Recht und Pflicht zueinander, das sollte man abwägen. Gibt es da noch was, das zu bedenken ist?


Unterhaltsrechtlich bleiben die Verantwortlichkeiten zwischen dem angenommenen Erwachsenen und seinen leiblichen Eltern bestehen. In den seltensten Fällen wird der Erwachsene noch (Kindes)unterhalt von seinen leiblichen Eltern verlangen können. In der Regel wird sich die Problematik im Rahmen des Elternunterhaltes ausgestalten.

Wenn die leiblichen Eltern unterhaltsbedürftig werden, beispielsweise aufgrund einer Pflegebedürftigkeit, kann das als Erwachsener und mit schwachen Wirkungen adoptierte Kind immer noch herangezogen werden. Mit der Adoption begründen sich zudem wechselseitige Unterhaltspflichten zwischen den Annehmenden und dem angenommenen Erwachsenen. Für den angenommenen Erwachsenen verdoppeln sich somit gegebenenfalls die Unterhaltspflichten, wenn zu den leiblichen Eltern auch noch die Adoptiveltern unterhaltsbedürftig werden.

Wenn eine Volljährigenadoption in Betracht kommt, sollte daher darüber nachgedacht werden, ob die Volljährigenadoption nicht gemäß § 1772 BGB mit den Wirkungen einer Minderjährigenadoption beantragt werden kann.

Unter im Gesetz genau normierten Vorgaben kann die Volljährigenadoption mit den starken Wirkungen einer Minderjährigenadoption ausgestattet werden. Das hat zur Folge, dass der Erwachsene genau wie das minderjährige adoptierte Kind vollständig aus seinem eigenen Familienverband herausgelöst und nicht nur mit dem Annehmenden, sondern auch dessen vollständiger Verwandtschaft verbunden wird. Unterhaltsverpflichtungen gegenüber den leiblichen Eltern fallen ebenso weg wie das gesetzliche Erbrecht. Inanspruchnahmen durch das Sozialamt aufgrund der Pflegebedürftigkeit der leiblichen Eltern müssen nicht mehr erwartet werden. Ebenso wenig sind die leiblichen Eltern noch pflichtteilsberechtigt.

Die Volladoption eines Erwachsenen nach § 1772 BGB ist zum Beispiel möglich im Falle einer Stiefkindadoption, d. h. wenn der Annehmende das schon erwachsene Kind seines Ehegatten adoptiert. Weiterhin ist die Erwachsenenadoption mit starken Wirkungen möglich, wenn gleichzeitig ein minderjähriges oder volljähriges Geschwisterkind angenommen wird oder der anzunehmende Erwachsene bereits als Minderjähriger in der Familie des Annehmenden gelebt hat. Nicht selten werden Pflegekinder kurz nach Erreichen der Volljährigkeit von ihren Pflegeeltern volladoptiert.

Da die Erwachsenenadoption durchaus komplizierte Gestaltungen mit sich bringen kann und zudem nicht alle rechtlichen Auswirkungen immer gewünscht sind und daher sorgfältig geplant sein müssen, ist eine rechtliche Beratung im Vorfeld notwendig.

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 Betreff des Beitrags: Re: ehem. erw. Stieftochter adoptieren
Ungelesener BeitragVerfasst: 10. Aug 2018 18:39 
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Hallo Harry,
vielen Dank für deinen Beitrag! Werde mir deinen Rat zu Herzen nehmen und ggf. einen Rechtsbeistand konsultieren!

@hans1
Anmaßender gehts wohl gar nicht?! Das ist einfach nur unverschämt und verletzend. Aber immerhin und offensichtlich Forenregel-konformer wie mein Ansinnen und Anliegen.

Damit verabschiede ich mich auch schon wieder und wünsche allen Ratsuchenden eine konstruktive Hilfe in diesem Forum zu finden.

Danke & Gruß
Dual


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 Betreff des Beitrags: Re: ehem. erw. Stieftochter adoptieren
Ungelesener BeitragVerfasst: 14. Aug 2018 11:34 
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Hallo Harry,
vielen Dank für deinen Beitrag! Werde mir deinen Rat zu Herzen nehmen und ggf. einen Rechtsbeistand konsultieren!

@hans1
Anmaßender gehts wohl gar nicht?! Das ist einfach nur unverschämt und verletzend. Aber immerhin und offensichtlich Forenregel-konformer wie mein Ansinnen und Anliegen.

Damit verabschiede ich mich auch schon wieder und wünsche allen Ratsuchenden eine konstruktive Hilfe in diesem Forum zu finden.

Danke & Gruß
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Einmal mehr fuer die Schwerversteher: Was aendert sich an eurer Beziehung wenn du sie adoptierst?
Ich habe mir eine Lupe besorgt um meine Anmassung, Unverschaemtheit und das Verletzende zu finden, bei einer so simplen Frage. Legte ich einen Finger in eine Wunde?

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