Adoptionsforum

Austausch und Info von und für Betroffene rund um das Thema Adoption
It is currently 12. Nov 2019 03:11

All times are UTC + 1 hour




Post new topic Reply to topic  [ 64 posts ] Go to page  Previous  1 ... 3, 4, 5, 6, 7  Next
FollowersFollowers: 1
BookmarksBookmarks: 0
Views: 7351

AuthorMessage
 Post subject: Re: Keine normale Adoption?
Unread postPosted: 28. Dec 2013 17:16 
Offline
Forenfamilie
Forenfamilie
User avatar

Joined: 10.2009
Posts: 1074
Location: Duisburg
Thanks: 0
Thanked: 39 times in 35 posts
Gender: Male
Geschlecht: Mann
Status: Adoptierter
Zufällig habe ich Geschichte studiert und habe mich besonders intensiv mit diesem Abschnitt der Geschichte befasst. Der Lebensborn war eine Art SS-Puff mit ideologisch-germanentümelndem Hintergrund ("dem Führer ein Kind schenken"), aber keine Adoptionsvermittlungsstelle.

Dann solltest du andere Argumente vorbringen können als lediglch das Argument, dass meine Ausführungen beknackt seien. Bei Gelegenheit erstelle ich für deses Thema einen neuen Faden und erwarte dort eine zielführende, ernste Diskussion.


Weshalb es nicht so sein kann, wie Du es darstellst, habe ich doch bereits gezeigt. Mit Argumenten wärest Du jetzt an der Reihe, wenn Du weiterhin anderer Meinung bist.

Nachtrag für alle Fälle: Wikipedia als Referenzquelle zu allen das Dritte Reich betreffenden Fragen ist vollkommen untauglich. Schon der erste Absatz zum Thema "Lebensborn" liest sich wie der Aufsatz eines Fünfzehnjährigen aus der linken Gewerkschaftsjugend. Die dort behaupteten anonymen Entbindungen hätten völlig dem Daseinszweck dieses Vereins, nämlich der Zuchtauswahl mit garantiert judenfreiem Blut widersprochen.

_________________
Image Image


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: Keine normale Adoption?
Unread postPosted: 29. Dec 2013 01:25 
Offline
Forenfamilie
Forenfamilie

Joined: 09.2012
Posts: 2173
Thanks: 31
Thanked: 19 times in 19 posts
Gender: None specified
Status: mit Adoptierten verwandt/befreundet
Was mir die Nazis sympathisch macht: uneheliche Kinder galten bei ihnen nicht als Schande. Vielleicht waren die Gründe die falschen - aber es wäre wünschenswert gewesen, wenn man nach dem Krieg dabei geblieben wäre.

*** The link is only visible for members, go to login. ***

Es ist nicht sinnvoll, so zu tun, als hätte sich nach der damaligen Kapitulation alles geändert. Du behauptest als intelligenter Mensch, der das Privileg hatte, mehr oder weniger aus erster Hand in der Universität informiert zu werden, dass es in der NS-Zeit gewöhnlicher war, als uneheliches Kind zur Welt zu kommen als in der Nachkriegszeit. Wenn mich nicht alles täuscht, ist heute jedes zweite in Deutschland geborene Kind unehelich. Bleibst du bei deiner Behauptung, dass heute diesbezüglich mehr gesellschaftlicher Druck herrscht als in der NS-Zeit?
Meine Quelle bezüglich Lebensborn e.V. war übrigens nicht Wikipedia, sondern die Stiftung "Deutsches Historisches Museum" in Berlin.


Top
 Profile Visit website  
 
 Post subject: Re: Keine normale Adoption?
Unread postPosted: 29. Dec 2013 12:06 
Offline
Forenfamilie
Forenfamilie
User avatar

Joined: 10.2009
Posts: 1074
Location: Duisburg
Thanks: 0
Thanked: 39 times in 35 posts
Gender: Male
Geschlecht: Mann
Status: Adoptierter
Was mir die Nazis sympathisch macht: uneheliche Kinder galten bei ihnen nicht als Schande. Vielleicht waren die Gründe die falschen - aber es wäre wünschenswert gewesen, wenn man nach dem Krieg dabei geblieben wäre.

*** The link is only visible for members, go to login. ***

Es ist nicht sinnvoll, so zu tun, als hätte sich nach der damaligen Kapitulation alles geändert. Du behauptest als intelligenter Mensch, der das Privileg hatte, mehr oder weniger aus erster Hand in der Universität informiert zu werden, dass es in der NS-Zeit gewöhnlicher war, als uneheliches Kind zur Welt zu kommen als in der Nachkriegszeit. Wenn mich nicht alles täuscht, ist heute jedes zweite in Deutschland geborene Kind unehelich. Bleibst du bei deiner Behauptung, dass heute diesbezüglich mehr gesellschaftlicher Druck herrscht als in der NS-Zeit?
Meine Quelle bezüglich Lebensborn e.V. war übrigens nicht Wikipedia, sondern die Stiftung "Deutsches Historisches Museum" in Berlin.


Es hat auch keiner behauptet, dass sich alles geändert habe. In Hinblick auf die heutige Einstellung hast Du Recht, aber während der ersten Jahrzehnte nach dem Krieg waren uneheliche Kinder indiskutabler denn je. Das Dritte Reich hatte zu kurz bestanden, um in den Herzen der Menschen nachhaltig etwas zu ändern.

Unsere heutige Zeit ist extrem widersprüchlich. Einerseits dürfen Frauen bis relativ kurz vor der Niederkunft nach Herzenslust abtreiben, damit jeder seinen Lustgefühlen ohne Angst frönen kann. Andererseits tut man sich so schwer bei sinnvollen Dingen wie der Präimplantationsdiagnostik, wo dann in der öffentlichen Diskussion das Geschwätz von Designerbabys und Herrenrasse anfängt. Der Gipfel der Unverschämtheit ist aber, dass Gegner der Babyklappen in der Richtung beschimpft werden, sie würden Kindern das Recht auf Leben absprechen. War ja vor einiger Zeit auch bei uns im Forum so.

Unsere Gesellschaft - aber auch der Gesetzgeber - ist völlig orientierungslos, was eine sinnvolle Diskussion erschwert. Es ist nicht immer nur Druck, sondern manchmal auch gerade die Leichtlebigkeit, die zur Missachtung von Menschenrechten führt.

Auf jeden Fall möchte ich davon abraten, bei jedem heutigen Brennpunktthema den Nationalsozialismus aus der Mottenkiste zu holen. Der hat mit den heutigen Verhältnissen einfach nichts zu tun. Es wäre gut, die Diskussion endlich mal auf eine sachliche Grundlage zu stellen, wo die Meinung nicht vor den Fakten kommt.

Dass Du Dich nicht auf Wikipedia berufen hattest, habe ich gesehen. Ich wollte nur vorbeugend auf die Fehlerhaftigkeit von solchen Referenzquellen im Allgemeinen hinweisen. Beinahe alle von ihnen haben wieder gemeinsame Quellen, die aber nicht unbedingt immer die reine Wahrheit enthalten. Alles, was den Nationalsozialismus betrifft, ist immer noch viel zu meinungs- und missbrauchslastig. Teilweise hat sich das mit wachsendem zeitlichen Abstand sogar verstärkt

_________________
Image Image


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: Keine normale Adoption?
Unread postPosted: 29. Dec 2013 18:04 
Offline
Forenfamilie
Forenfamilie

Joined: 09.2012
Posts: 2173
Thanks: 31
Thanked: 19 times in 19 posts
Gender: None specified
Status: mit Adoptierten verwandt/befreundet
Einerseits dürfen Frauen bis relativ kurz vor der Niederkunft nach Herzenslust abtreiben,...
Das stimmt nicht. Frau darf mit einer Bescheinigung von einer Schwangerschaftsberatungsstelle bis zum dritten Schwangerschaftsmonat abtreiben. Das ist ein Zeitpunkt, zu dem die Schwangerschaft meistens noch nicht von außen sichtbar ist.

Auf jeden Fall möchte ich davon abraten, bei jedem heutigen Brennpunktthema den Nationalsozialismus aus der Mottenkiste zu holen.
Entschuldigung, da habe ich mich tatsächlich falsch ausgedrückt, als ich geschrieben habe, dass es das deutsche Adoptionsrecht so seit der NS-Zeit gibt. Es wurde Jahrzehnte vorher beschlossen:
Quote:
Achter Titel.
Annahme an Kindesstatt.
§. 1741. Wer keine ehelichen Abkömmlinge hat, kann durch Vertrag mit einem Anderen diesen an Kindesstatt annehmen. Der Vertrag bedarf der Bestätigung durch das zuständige Gericht.
§. 1742. Die Annahme an Kindesstatt kann nicht unter einer Bedingung oder einer Zeitbestimmung erfolgen.
§. 1743. Das Vorhandensein eines angenommenen Kindes steht einer weiteren Annahme an Kindesstatt nicht entgegen.
§. 1744. Der Annehmende muß das fünfzigste Lebensjahr vollendet haben und mindestens achtzehn Jahre älter sein als das Kind.
§. 1745. Von den Erfordernissen des §. 1744 kann Befreiung bewilligt werden, von der Vollendung des fünfzigsten Lebensjahrs jedoch nur, wenn der Annehmende volljährig ist.
Die Bewilligung steht dem Bundesstaate zu, dem der Annehmende angehört; ist der Annehmende ein Deutscher, der keinem Bundesstaat angehört, so steht die Bewilligung dem Reichskanzler zu.
Ueber die Ertheilung der einem Bundesstaate zustehenden Bewilligung hat die Landesregierung zu bestimmen.
§. 1746. Wer verheirathet ist, kann nur mit Einwilligung seines Ehegatten an Kindesstatt annehmen oder angenommen werden.
Die Einwilligung ist nicht erforderlich, wenn der Ehegatte zur Abgabe einer Erklärung dauernd außer Stande oder sein Aufenthalt dauernd unbekannt ist.
§. 1747. Ein eheliches Kind kann bis zur Vollendung des einundzwanzigsten Lebensjahrs nur mit Einwilligung der Eltern, ein uneheliches Kind kann bis zum gleichen Lebensalter nur mit Einwilligung der Mutter an Kindesstatt angenommen werden. Die Vorschrift des §. 1746 Abs. 2 findet entsprechende Anwendung.
§. 1748. Die Einwilligung der in den §§. 1746, 1747 bezeichneten Personen hat dem Annehmenden oder dem Kinde oder dem für die Bestätigung des Annahmevertrags zuständigen Gerichte gegenüber zu erfolgen; sie ist unwiderruflich.
Die Einwilligung kann nicht durch einen Vertreter ertheilt werden. Ist der Einwilligende in der Geschäftsfähigkeit beschränkt, so bedarf er nicht der Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters.
Die Einwilligungserklärung bedarf der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung.
§. 1749. Als gemeinschaftliches Kind kann ein Kind nur von einem Ehepaar angenommen werden.
Ein angenommenes Kind kann, solange das durch die Annahme begründete Rechtsverhältniß besteht, nur von dem Ehegatten des Annehmenden an Kindesstatt angenommen werden.
§. 1750. Der Annahmevertrag kann nicht durch einen Vertreter geschlossen werden. Hat das Kind nicht das vierzehnte Lebensjahr vollendet, so kann sein gesetzlicher Vertreter den Vertrag mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts schließen.
Der Annahmevertrag muß bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Theile vor Gericht oder vor einem Notar geschlossen werden.
§. 1751. Ist der Annehmende in der Geschäftsfähigkeit beschränkt, so bedarf er zur Eingehung des Vertrags, außer der Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters, der Genehmigung des Vormundschaftsgerichts.
Das Gleiche gilt für das Kind, wenn es in der Geschäftsfähigkeit beschränkt ist.
§. 1752. Will ein Vormund seinen Mündel an Kindesstatt annehmen, so soll das Vormundschaftsgericht die Genehmigung nicht ertheilen, solange der Vormund im Amte ist. Will Jemand seinen früheren Mündel an Kindesstatt annehmen, so soll das Vormundschaftsgericht die Genehmigung nicht ertheilen, bevor über seine Verwaltung Rechnung gelegt und das Vorhandensein des Mündelvermögens nachgewiesen hat.
Das Gleiche gilt, wenn ein zur Vermögensverwaltung bestellter Pfleger seinen Pflegling oder seinen früheren Pflegling an Kindesstatt annehmen will.
§. 1753. Die Bestätigung des Annahmevertrags kann nicht nach dem Tode des Kindes erfolgen.
Nach dem Tode des Annehmenden ist die Bestätigung nur zulässig, wenn der Annehmende oder das Kind den Antrag auf Bestätigung bei dem zuständigen Gericht eingereicht oder bei oder nach der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung des Vertrags das Gericht oder den Notar mit der Einreichung betraut hat.
Die nach dem Tode des Annehmenden erfolgte Bestätigung hat die gleiche Wirkung, wie wenn sie vor dem Tode erfolgt wäre.
§. 1754. Die Annahme an Kindesstatt tritt mit der Bestätigung in Kraft. Die Vertragschließenden sind schon vor der Bestätigung gebunden.
Die Bestätigung ist nur zu versagen, wenn ein gesetzliches Erforderniß der Annahme an Kindesstatt fehlt. Wird die Bestätigung endgültig versagt, so verliert der Vertrag seine Kraft.
§. 1755. Ist der Annahmevertrag oder die Einwilligung einer der in den §§. 1746, 1747 bezeichneten Personen anfechtbar, so gelten für die Anfechtung und für die Bestätigung des anfechtbaren Rechtsgeschäfts die Vorschriften des §. 1748 Abs. 2, des §. 1750 Abs. 1 und des §. 1751.
§. 1756. Auf die Wirksamkeit der Annahme an Kindesstatt ist es ohne Einfluß, wenn bei der Bestätigung des Annahmevertrags mit Unrecht angenommen worden ist, daß eine der in den §§. 1746, 1747 bezeichneten Personen zur Abgabe einer Erklärung dauernd außer Stande oder ihr Aufenthalt dauernd unbekannt sei.
§. 1757. Durch die Annahme an Kindesstatt erlangt das Kind die rechtliche Stellung eines ehelichen Kindes des Annehmenden.
Wird von einem Ehepaare gemeinschaftlich ein Kind angenommen oder nimmt ein Ehegatte ein Kind des anderen Ehegatten an, so erlangt das Kind die rechtliche Stellung eines gemeinschaftlichen ehelichen Kindes der Ehegatten.
§. 1758. Das Kind erhält den Familiennamen des Annehmenden. Wird das Kind von einer Frau angenommen, die in Folge ihrer Verheirathung einen anderen Namen führt, so erhält es den Familiennamen, den die Frau vor der Verheirathung geführt hat. In den Fällen des §. 1757 Abs. 2 erhält das Kind den Familiennamen des Mannes.
Das Kind darf dem neuen Namen seinen früheren Familiennamen hinzufügen, sofern nicht in dem Annahmevertrag ein Anderes bestimmt ist.
§. 1759. Durch die Annahme an Kindesstatt wird ein Erbrecht für den Annehmenden nicht begründet.
§. 1760. Der Annehmende hat über das Vermögen des Kindes, soweit es auf Grund der elterlichen Gewalt seiner Verwaltung unterliegt, auf seine Kosten ein Verzeichniß aufzunehmen und dem Vormundschaftsgericht einzureichen; er hat das Verzeichniß mit der Versicherung der Richtigkeit und Vollständigkeit zu versehen. Ist das eingereichte Verzeichniß ungenügend, so findet die Vorschrift des §. 1640 Abs. 2 Satz 1 Anwendung.
Erfüllt der Annehmende die ihm nach Abs. 1 obliegende Verpflichtung nicht, so kann ihm das Vormundschaftsgericht die Vermögensverwaltung entziehen. Die Entziehung kann jederzeit wiederaufgehoben werden.
§. 1761. Will der Annehmende eine Ehe eingehen, während er die elterliche Gewalt über das Kind hat, so finden die Vorschriften der §§. 1669 bis 1671 Anwendung.
§. 1762. Die Wirkungen der Annahme an Kindesstatt erstrecken sich auf die Abkömmlinge des Kindes. Auf einen zur Zeit des Vertragsabschlusses schon vorhandenen Abkömmling und dessen später geborene Abkömmlinge erstrecken sich die Wirkungen nur, wenn der Vertrag auch mit dem schon vorhandenen Abkömmlinge geschlossen wird.
§. 1763. Die Wirkungen der Annahme an Kindesstatt erstrecken sich nicht auf die Verwandten des Annehmenden. Der Ehegatte des Annehmenden wird nicht mit dem Kinde, der Ehegatte des Kindes wird nicht mit dem Annehmenden verschwägert.
§. 1764. Die Rechte und Pflichten, die sich aus dem Verwandtschaftsverhältnisse zwischen dem Kinde und seinen Verwandten ergeben, werden durch die Annahme an Kindesstatt nicht berührt, soweit nicht das Gesetz ein Anderes vorschreibt.
§. 1765. Mit der Annahme an Kindesstatt verlieren die leiblichen Eltern die elterliche Gewalt über das Kind, die uneheliche Mutter das Recht und die Pflicht, für die Person des Kindes zu sorgen.
Hat der Vater oder die Mutter dem Kinde Unterhalt zu gewähren, so treten das Recht und die Pflicht, für die Person des Kindes zu sorgen, wieder ein, wenn die elterliche Gewalt des Annehmenden endigt oder wenn sie wegen Geschäftsunfähigkeit des Annehmenden oder nach §. 1677 ruht. Das Recht zur Vertretung des Kindes tritt nicht wieder ein.
§. 1766. Der Annehmende ist dem Kinde und denjenigen Abkömmlingen des Kindes, auf welche sich die Wirkungen der Annahme erstrecken, vor den leiblichen Verwandten des Kindes zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet.
Der Annehmende steht im Falle des §. 1611 Abs. 2 den leiblichen Verwandten der aufsteigenden Linie gleich.
§. 1767. In dem Annahmevertrage kann die Nutznießung des Annehmenden an dem Vermögen des Kindes sowie das Erbrecht des Kindes dem Annehmenden gegenüber ausgeschlossen werden.
Im Uebrigen können die Wirkungen der Annahme an Kindesstatt in dem Annahmevertrage nicht geändert werden.
§. 1768. Das durch die Annahme an Kindesstatt begründete Rechtsverhältniß kann wiederaufgehoben werden. Die Aufhebung kann nicht unter einer Bedingung oder einer Zeitbestimmung erfolgen.
Die Aufhebung erfolgt durch Vertrag zwischen dem Annehmenden, dem Kinde und denjenigen Abkömmlingen des Kindes, auf welche sich die Wirkungen der Annahme erstrecken.
Hat ein Ehepaar gemeinschaftlich ein Kind angenommen oder hat ein Ehegatte ein Kind des anderen Ehegatten angenommen, so ist zu der Aufhebung die Mitwirkung beider Ehegatten erforderlich.
§. 1769. Nach dem Tode des Kindes können die übrigen Betheiligten das zwischen ihnen bestehende Rechtsverhältniß durch Vertrag aufheben. Das Gleiche gilt in den Fällen des §. 1757 Abs. 2 nach dem Tode eines der Ehegatten.
§. 1770. Die für die Annahme an Kindesstatt geltenden Vorschriften des §. 1741 Satz 2 und der §§. 1750, 1751, 1753 bis 1755 gelten auch für die Aufhebung.
§. 1771. Schließen Personen, die durch Annahme an Kindesstatt verbunden sind, der Vorschrift des §. 1311 zuwider eine Ehe, so tritt mit der Eheschließung die Aufhebung des durch die Annahme zwischen ihnen begründeten Rechtsverhältnisses ein.
Ist die Ehe nichtig, so wird, wenn dem einen Ehegatten die elterliche Gewalt über den anderen zusteht, diese mit der Eheschließung verwirkt. Die Verwirkung tritt nicht ein, wenn die Nichtigkeit der Ehe auf einem Formmangel beruht und die Ehe nicht in das Heirathsregister eingetragen worden ist.
§. 1772. Mit der Aufhebung der Annahme an Kindesstatt verlieren das Kind und diejenigen Abkömmlinge des Kindes, auf welche sich die Aufhebung erstreckt, das Recht, den Familiennamen des Annehmenden zu führen. Diese Vorschrift findet in den Fällen des §. 1757 Abs. 2 keine Anwendung, wenn die Aufhebung nach dem Tode eines der Ehegatten erfolgt.
Quelle:
*** The link is only visible for members, go to login. ***

Das deutsche Adoptionsrecht ist also wesentlich älter als der Artikel 6 GG.


Top
 Profile Visit website  
 
 Post subject: Re: Keine normale Adoption?
Unread postPosted: 29. Dec 2013 18:46 
Offline
Forenfamilie
Forenfamilie
User avatar

Joined: 10.2009
Posts: 1074
Location: Duisburg
Thanks: 0
Thanked: 39 times in 35 posts
Gender: Male
Geschlecht: Mann
Status: Adoptierter
Straffrei abgetrieben werden darf dennoch bis zur 22. Schwangerschaftswoche, wenn der Arzt mitspielt. Auch Umwege über das Ausland sind bis unmittelbar vor der Niederkunft möglich. Aber selbst bei kürzeren Fristen ist es immer noch ein Widerspruch, wenn plötzlich lamentiert wird, wo doch nur Stammzellen vernichtet werden, aus denen sich später schwerkranke oder behinderte Menschen entwickeln würden.

In diesen Widerspruch müsste im gesellschaftlichen Bewusstsein erst einmal Ordnung gebracht werden. Gutmenschen beider Seiten sollten zwecks Versachlichung dabei von jeder Diskussion ausgeschlossen werden. Hier würde ich sogar lebenslanges Berufsverbot (einschließlich Aberkennung des Doktortitels) für anonym entbindende Ärzte sowie den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und die Einziehung des gesamten Vermögens von Klappenbetreibern befürworten.

Wenigstens dürfte jetzt klar sein, dass die Nazis weder Adoption noch anonyme Entbindung erfunden haben, sondern dass diese Auswüche eines nominell demokratischen, aber durch und durch kranken Systems sowie überholter Vorstellungen aus noch weit früherer Zeit waren, wo die Kirche im Namen Gottes die abscheulichsten Verbrechen beging. Dass vielleicht einzelne Nazi-Seilschaften von überlieferten Strukturen der Weimarer Zeit weiterhin Nutzen für eigene Zwecke zogen, ist - da nicht wirklich systemspezifisch - eine andere Geschichte.

_________________
Image Image


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: Keine normale Adoption?
Unread postPosted: 29. Dec 2013 19:16 
Offline
Forenfamilie
Forenfamilie

Joined: 09.2012
Posts: 2173
Thanks: 31
Thanked: 19 times in 19 posts
Gender: None specified
Status: mit Adoptierten verwandt/befreundet
Straffrei abgetrieben werden darf dennoch bis zur 22. Schwangerschaftswoche, wenn der Arzt mitspielt. Auch Umwege über das Ausland sind bis unmittelbar vor der Niederkunft möglich. Aber selbst bei kürzeren Fristen ist es immer noch ein Widerspruch, wenn plötzlich lamentiert wird, wo doch nur Stammzellen vernichtet werden, aus denen sich später schwerkranke oder behinderte Menschen entwickeln würden.

In diesen Widerspruch müsste im gesellschaftlichen Bewusstsein erst einmal Ordnung gebracht werden. Gutmenschen beider Seiten sollten zwecks Versachlichung dabei von jeder Diskussion ausgeschlossen werden. Hier würde ich sogar lebenslanges Berufsverbot (einschließlich Aberkennung des Doktortitels) für anonym entbindende Ärzte sowie den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und die Einziehung des gesamten Vermögens von Klappenbetreibern befürworten.

Wenigstens dürfte jetzt klar sein, dass die Nazis weder [...] noch anonyme Entbindung erfunden haben


Ich habe mich dazu hier ja noch nicht geäußert, aber ich persönlich würde schon über die In-Vitro-Schwangerschaften an sich lamentieren. Ich finde das an sich unethisch und würde daher auch schon die Entnahme und Einlagerung von Stammzellen verurteilen, während ich für frühe Abbrüche von durch Sex entstandenen Schwangerschaften Verständnis aufbringen könnte. Ich verstehe deine Perspektive bei diesem Thema nicht und übrigens auch nicht, wie du darauf kommst. Zwar habe ich in den Raum geworfen, dass das Adoptionsrecht ein Eugenikprogramm ist, die Frage nach einer eventuellen Rechtfertigung der Untersuchung und gezielten Vernichtung von Stammzellen hat dennoch nichts mit dem Adoptionsrecht zu tun. Stammzellen mit Menschen gleichzusetzen, das ist mir sehr suspekt.

Und nein, es ist nicht klar, dass es anonyme Geburten schon vor dem 3. Reich gab. Hast du dafür eine Quelle?


Top
 Profile Visit website  
 
 Post subject: Re: Keine normale Adoption?
Unread postPosted: 29. Dec 2013 20:51 
Offline
Forenfamilie
Forenfamilie
User avatar

Joined: 10.2009
Posts: 1074
Location: Duisburg
Thanks: 0
Thanked: 39 times in 35 posts
Gender: Male
Geschlecht: Mann
Status: Adoptierter
[quote="29. Dez 2013, 19:16 » nancy"Ich habe mich dazu hier ja noch nicht geäußert, aber ich persönlich würde schon über die In-Vitro-Schwangerschaften an sich lamentieren. Ich finde das an sich unethisch und würde daher auch schon die Entnahme und Einlagerung von Stammzellen verurteilen, während ich für frühe Abbrüche von durch Sex entstandenen Schwangerschaften Verständnis aufbringen könnte.[/quote]

Ich bringe für beides Verständnis auf. An In-Vitro-Schwangerschaften ist nichts Verwerfliches. Ich kenne persönlich ein Ehepaar, die das in diese Situation kam, weil sie zufällig beide auf demselben Gen denselben Defekt hatten. Das Kind hätte u.U. ein furchtbares Leben mit Mukoviszidose geführt. Sie haben die Sache in Belgien vornehmen lassen und heute drei gesunde Kinder.

Auch Abtreibung kann eine gute Lösung sein. Mir persönlich hätte es wohl viel erspart, auch wenn man sich nur schwer vorstellen kann, nicht zu existieren. Aber es sollte dabei eben immer aus der Sicht des Kindes gesehen werden, soweit das eben möglich ist. Nicht persönliche Egoismen der Frau sollten hierfür ausschlaggebend sein. Und der Vater sollte - sofern bekannt - auch gefragt werden. An die Existenz einer Seele - und damit die Notwendigkeit einer Taufe oder eines anderen Sakraments - glaube ich nicht, da dies ja immer noch das Hauptargument der katholischen Kirchen ist.

[quote="29. Dez 2013, 19:16 » nancy"Ich verstehe deine Perspektive bei diesem Thema nicht und übrigens auch nicht, wie du darauf kommst. Zwar habe ich in den Raum geworfen, dass das Adoptionsrecht ein Eugenikprogramm ist, die Frage nach einer eventuellen Rechtfertigung der Untersuchung und gezielten Vernichtung von Stammzellen hat dennoch nichts mit dem Adoptionsrecht zu tun.[/quote]

Es hat insofern damit zu tun, als gewisse Gutmenschenkreise darauf bestehen, die unerwünschten Stammzellen am Leben zu lassen und fremden Frauen einzusetzen, die dann - aufgrund einer Gesetzeslücke vielleicht sogar ohne Adoption - rechtlich ihre leiblichen Mütter wären. Dennoch wäre diese Handlungsweise der Adoption verwandt. Und dann besteht eben auch der Widerspruch, dass teilweise dieselben - überwiegend linken - Kreise die Abtreibung eines fast schon lebensfähigen Kindes quasi schick finden, weil ein Kind der Selbstverwirklichung der Mutter im Wege stünde. Das Kind zu behalten wäre für diese Typen indiskutabel: Also entweder Abtreibung oder Adoption. Einen dritten Weg kennen die Idioten nicht.

[quote="29. Dez 2013, 19:16 » nancy"Stammzellen mit Menschen gleichzusetzen, das ist mir sehr suspekt.[/quote]

Mir ja auch, aber das ist der offizielle Standpunkt der Linken und der Kirche. Und dass die Linken bei vielen Zellen auf einmal plötzlich weniger empfindlich werden, ist ja vielsagend. Denen geht es ganz klar gar nicht um die Kinder, sondern die Durchsetzung ihrer a) gleichmacherischen und b) feministischen Ideologie.

[quote="29. Dez 2013, 19:16 » nancy"Und nein, es ist nicht klar, dass es anonyme Geburten schon vor dem 3. Reich gab. Hast du dafür eine Quelle?[/quote]

Die brauche ich gar nicht. Früher gab es kein Standesamt und keine Meldepflicht. Der Arzt oder die Hebamme tat seine/ihre Pflicht und hatte mit dem Rest nichts mehr zu tun. Geburtsscheine o.ä. war damals unbekannt. Ob das Kind getauft und ins Kirchenregister aufgenommen wusste, brauchte niemanden zu interessieren. Noch heute missverstehen ja viele Ärzte ihre Schweigepflicht in ähnlicher Weise.

Während des Kaiserreiches wurde allmählich ein dem heutigen vergleichbares Verwaltungs-, Melde- und Schulwesen nach preußischem Vorbild deutschlandweit aufgebaut. Dies war aber nicht von einem Tag auf den anderen möglich und daher mit einer längeren Überführungszeit verbunden. Zudem genossen die einzelnen Reichsländer auch nach 1870/71 eine gewisse Autonomie und gingen gerne eigene Wege, darunter besonders die Königreiche Bayern und Sachsen, die ihre Sonderrolle durch die Bezeichnung Freistaat auch in republikanischer Zeit gerne noch betonen.

Hinzu kommt, dass in früherer Zeit anonyme Entbindung aufgrund der gesellschaftlichen Ausgrenzung lediger Mütter früher eine nachvollziehbare Sache war. Heute denkt man darüber ja allgemein anders, und es gibt keine soziale Indikation mehr, die so etwas rechtfertigen würde. Anonyme Entbindung und Babyklappe sind daher in meinen Augen ein Anachronismus und ein Verbrechen.

Nachtrag: Anders als bei Siteboard ist es hier furchtbar schwer, richtig zu zitieren. Deswegen sieht mein Eintrag jetzt so blöd aus.

_________________
Image Image


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: Keine normale Adoption?
Unread postPosted: 29. Dec 2013 21:30 
Offline
Forenfamilie
Forenfamilie

Joined: 09.2012
Posts: 2173
Thanks: 31
Thanked: 19 times in 19 posts
Gender: None specified
Status: mit Adoptierten verwandt/befreundet
Hast du dafür eine Quelle?

Die brauche ich gar nicht.

Ok, auf diesem Niveau diskutiere ich nicht.


Top
 Profile Visit website  
 
 Post subject: Re: Keine normale Adoption?
Unread postPosted: 30. Dec 2013 04:50 
Offline
Forenfamilie
Forenfamilie
User avatar

Joined: 12.2007
Posts: 5510
Location: 87700
Thanks: 4
Thanked: 55 times in 51 posts
Gender: Female
Link zu mir:: www.cornelia-oehlert.de
Geschlecht: Frau
Status: Herkunftsmutter
Nachtrag: Anders als bei Siteboard ist es hier furchtbar schwer, richtig zu zitieren. Deswegen sieht mein Eintrag jetzt so blöd aus.

Es gibt hier drei Möglichkeiten etwas zu Zitieren:


You do not have the required permissions to view the files attached to this post.

_________________
Eine Herkunftsmutter, die die Weggabe von Anfang an bereut hat
www.cornelia-oehlert.de


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: Keine normale Adoption?
Unread postPosted: 30. Dec 2013 09:45 
Offline
Forenfamilie
Forenfamilie
User avatar

Joined: 10.2009
Posts: 1074
Location: Duisburg
Thanks: 0
Thanked: 39 times in 35 posts
Gender: Male
Geschlecht: Mann
Status: Adoptierter
Hast du dafür eine Quelle?

Die brauche ich gar nicht.

Ok, auf diesem Niveau diskutiere ich nicht.


Dann falle meinetwegen weiterhin auf Quellen herein, die Falsches suggerieren.

_________________
Image Image


Top
 Profile  
 
Display posts from previous:  Sort by  
Post new topic Reply to topic  [ 64 posts ] Go to page  Previous  1 ... 3, 4, 5, 6, 7  Next

All times are UTC + 1 hour


Visitors came by the following search terms to this page:

Adoptionen kriegsende paragraph 1762 bgb

You cannot post new topics in this forum
You cannot reply to topics in this forum
You cannot edit your posts in this forum
You cannot delete your posts in this forum
You cannot post attachments in this forum

Jump to:  
Beteilige Dich mit einer Spende
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 free Forum by UserBoard.org | All Rights Reserved.
» Contact & Abuse Support-Forum Gooof Webdesign free forum Dein Forumo Forum web tracker