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 Post subject: Re: Video Das Jugendamt klaut Kinder nicht-deutscher Eltern
Unread postPosted: 6. Mar 2014 12:41 
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 Post subject: Re: Video Das Jugendamt klaut Kinder nicht-deutscher Eltern
Unread postPosted: 6. Mar 2014 16:08 
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Wusstest Du schon, dass es kein deutsches Wort gibt, dass sich auf Mensch reimt?

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 Post subject: Re: Video Das Jugendamt klaut Kinder nicht-deutscher Eltern
Unread postPosted: 6. Mar 2014 16:15 
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Der einzelne Sozialarbeiter im Jugendamt ist mit grosser Macht ausgestattet. Mit ihr kann er zerstören oder aufbauen. Das diese Macht missbraucht wird, kommt immer wieder vor. Deshalb steht das Jugenamt auch nach wie vor in dem Ruf ein rechtsfreier Raum zu sein. "Klauen" ist in diesem Zusammenhang nicht die richtige Wortwahl. Die Kinder werden "in Obhut" genommen. Ob dieses zu ihrem Wohl geschieht steht auf einem ganz anderen Blatt.


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 Post subject: Re: Video Das Jugendamt klaut Kinder nicht-deutscher Eltern
Unread postPosted: 6. Mar 2014 16:16 
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Heute werden Kinder ja grundsätzlich vor einer Adoption gehört, was damals noch nicht der Fall war.
Du behauptest zwar vehement, dass das deutsche Adoptionsrecht vor 40 Jahren besser war als heute, aber in Wirklichkeit verharmlost du mit deinen Ungenauigkeiten das heutige Adoptionsrecht. Heute werden Kinder vor einer Adoption genauso grundsätzlich nicht von einem Richter oder Notar gehört, wie damals.

Ich verharmlose gar nichts. Ich stelle lediglich dar, was damals im Vergleich zu heute besser oder schlechter war. Bei mir ist der Fall relativ deutlich, weil ich zweimal die volle Breitseite bekommen habe. Soweit mir bekannt, werden heute sogar schon Zweijahrige vor ihrer Adoption beim Richter vorstellig, wo der Richter dann behutsam herausfindet, ob wirlich alles Gold ist, was da glänzt. In meiner Zeit war das nicht einmal bei einem bereits schulfähigen Kind der Fall. Anders sieht es aus, wenn ein geschundenes Adoptivkind sein Recht zu bekommen versucht. Das war damals ohne weiteres möglich, heute landen solche Sachen bei irgendeinem Berufsverbrecher vom Typ Volksrichter, der einen mit Einweisung in die Psychiatrie bedroht.
Harald, ich finde, dass weder ich, noch sonst jemand das Recht haben darf, über das Leben eines Dritten einen rechtsgültigen Vertrag zu vereinbaren.
Aber dasselbe im Gewand eines Erlasses (Zwangsadoption) findest Du in Ordnung? Oder welche Rechtsform würdest Du sonst begrüßen?

Für mich jedenfalls wäre die Sache nicht annähernd so schlimm, wenn mein Vater und ich bei der Sache damals nicht in menschenverachtender Weise so völlig übergangen worden wären.


Ich wiederhole: heute werden Minderjährige genausowenig vor einem richterlichen Beschluss zu ihrer geplanten Kindesannahme gehört, wie sie damals vor dem richterlichen Beschluss gehört wurden. Du kannst mir gerne einen Gegenbeweis in Form eines entsprechenden, veröffentlichten Falles verlinken. Das Gesetz gibt jedenfalls nicht her, was du behauptest. Deine Adoption wurde doch vor der vermeintlichen Reform beschlossen, wenn ich es richtig verstanden habe. Wenn du und dein Vater übergangen wurden, dann ist das also innerhalb der Zeit vor der vermeintlichen Reform geschehen, welche du so lobst. Das ist ein Widerspruch. Wenn du es gut findest, dann wurdest du nicht übergangen.
Die Reform war keine Reform. Ich wiederhole es nochmal, das deutsche Adoptionsrecht ist in seiner Essenz identisch geblieben. Was gemacht wurde, war das Wort "Vertrag" durch das Wort "Kindeswohl" zu ersetzen, was aber nur eine rhetorische Änderung im Tenor des Adoptionsrechts war - jedoch keine juristische. Da bin ich mir sicher. So wurde beispielsweise der Paragraph eingeführt, der im Kontext die Fälle von Aufhebbarkeit und Anfechtbarkeit auflistet, bzw. einschränkt. Neu ist daran aber nur die Einschränkung, denn anfechtbar war alles an den Verträgen schon seit 1900.
Ebenso hat es die richterlichen Beschlüsse zur Bestätigung von Kindesannahmen, welche du kritisierst, in Deutschland seit 1900 gegeben. Und diese Beschlüsse finde ich genau so wenig in Ordnung, wie die Verträge. Indem ich mich gegen das Vertragsrecht als Organisationselement für Familienpolitik ausspreche, positioniere ich mich nicht nur gegen 100% des deutschen Adoptionsrechts, sondern auch gegen den Löwenanteil der Jugendhilfe nach den Sozialgesetzbüchern. Für mich hat ein demokratischer Staat ein anderes Gesicht, nämlich eines, in dem Solidarität und Verantwortungsbewusstsein in den einzelnen Gesellschaftsgliedern erkennbar ist, was eine derzeitige Rechtslage gar nicht erst zulässt, sondern aushöhlt und unterwandert. So existiert in Deutschland keine vermeintlich verbriefte Elternpflicht. Das sollte es aber.


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 Post subject: Re: Video Das Jugendamt klaut Kinder nicht-deutscher Eltern
Unread postPosted: 6. Mar 2014 17:07 
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Siehst Du, jetzt beginnst Du schon mit der Unterhaltung. :handshake: Interessante Frage, über die ich mir bislang noch keine Gedanken gemacht habe. Aufgrund deiner Bemerkung suchte ich nach einem Reimwort auf 'Harald', leider fiel mir auch dazu nichts mit einer vernünftigen Aussage ein. Hast Du eine Idee?

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 Post subject: Re: Video Das Jugendamt klaut Kinder nicht-deutscher Eltern
Unread postPosted: 6. Mar 2014 19:17 
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Wusstest Du schon, dass es kein deutsches Wort gibt, dass sich auf Mensch reimt?



Siehst Du, jetzt beginnst Du schon mit der Unterhaltung. :handshake: Interessante Frage, über die ich mir bislang noch keine Gedanken gemacht habe. Aufgrund deiner Bemerkung suchte ich nach einem Reimwort auf 'Harald', leider fiel mir auch dazu nichts mit einer vernünftigen Aussage ein. Hast Du eine Idee?


Nein, ich sehe nur, dass mir da oben schon wieder ein peinlicher Flüchtigkeitsfehler unterlaufen ist. an dem allerdings vermutlich mein selbsttätiger Vervollständiger schuld ist.

Also, es gibt kein wirklich deutsches Wort, das sich auf Mensch reimt. Allensfalls bekannte Fremdwörter wie "Ranch".

Ein Wort, das reimt sich auf Harald?
Nee, da steh ich im Wa-ald.
Und was reimt sich auf Martina?
Das weiß vielleicht ein Wiena.

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 Post subject: Re: Video Das Jugendamt klaut Kinder nicht-deutscher Eltern
Unread postPosted: 6. Mar 2014 19:37 
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Ich wiederhole: heute werden Minderjährige genausowenig vor einem richterlichen Beschluss zu ihrer geplanten Kindesannahme gehört, wie sie damals vor dem richterlichen Beschluss gehört wurden. Du kannst mir gerne einen Gegenbeweis in Form eines entsprechenden, veröffentlichten Falles verlinken. Das Gesetz gibt jedenfalls nicht her, was du behauptest. Deine Adoption wurde doch vor der vermeintlichen Reform beschlossen, wenn ich es richtig verstanden habe. Wenn du und dein Vater übergangen wurden, dann ist das also innerhalb der Zeit vor der vermeintlichen Reform geschehen, welche du so lobst. Das ist ein Widerspruch. Wenn du es gut findest, dann wurdest du nicht übergangen.
Die Reform war keine Reform. Ich wiederhole es nochmal, das deutsche Adoptionsrecht ist in seiner Essenz identisch geblieben. Was gemacht wurde, war das Wort "Vertrag" durch das Wort "Kindeswohl" zu ersetzen, was aber nur eine rhetorische Änderung im Tenor des Adoptionsrechts war - jedoch keine juristische. Da bin ich mir sicher. So wurde beispielsweise der Paragraph eingeführt, der im Kontext die Fälle von Aufhebbarkeit und Anfechtbarkeit auflistet, bzw. einschränkt. Neu ist daran aber nur die Einschränkung, denn anfechtbar war alles an den Verträgen schon seit 1900.
Ebenso hat es die richterlichen Beschlüsse zur Bestätigung von Kindesannahmen, welche du kritisierst, in Deutschland seit 1900 gegeben. Und diese Beschlüsse finde ich genau so wenig in Ordnung, wie die Verträge. Indem ich mich gegen das Vertragsrecht als Organisationselement für Familienpolitik ausspreche, positioniere ich mich nicht nur gegen 100% des deutschen Adoptionsrechts, sondern auch gegen den Löwenanteil der Jugendhilfe nach den Sozialgesetzbüchern. Für mich hat ein demokratischer Staat ein anderes Gesicht, nämlich eines, in dem Solidarität und Verantwortungsbewusstsein in den einzelnen Gesellschaftsgliedern erkennbar ist, was eine derzeitige Rechtslage gar nicht erst zulässt, sondern aushöhlt und unterwandert. So existiert in Deutschland keine vermeintlich verbriefte Elternpflicht. Das sollte es aber.


Also, ob ein Kind wirklich gehört wird, kann ich nicht beschwören. Aber vorgeführt wird es als Regelfall zumindest. Vor einigen Jahren gab es da einen Prozess, weil ein Ehepaar sich weigerte, weil das bereits schulpflichtige Kind nicht mitbekommen sollte, dass der vermeintliche Papa nicht der richtige Vater war. Da befürchteten die Eltern, die das Kind nie aufgeklärt hatten, einen psychichen Schaden beim Kind. Aber irgendwie wollte sich das Jugendamt bzw. das Gericht doch ein Bild von der tatsächlichen Situation machen. An solche Überlegungen wurde in meiner Zeit gar keine Zeit verschwendet! Auch werden Stiefkindadoptionen heute allgemein kritischer angesehen. Insoweit hat sich wirklich etwas zum Positiven getan. Dieses Umdenken kam aber erst rund zwanzig Jahre nach der Reform!!!!!!!!!!!!!!!!!

So gesehen verstehe ich aber nicht, wie mein Annahmeverhältnis ins neue Recht überführt werden konnte. Ich habe zweimal die Scheißseite des Gesetzes zu spüren bekommen. In anderen Ländern könnte ich wahscheinlich eine Millionenklage gegen den Staat anstrengen und die Adoption vielleicht nicht nur aufheben, sondern rückwirkend annullieren lassen. Das aber geht eben nur in einem Rechtsstaat. Und die Bundesrepublik ist schon lange kein Rechtsstaat mehr.

Grundsätzlich verstehe ich nicht, weshalb eine Minderjährigenadoption seit den Siebzigerjahren nicht wieder aufgehoben werden darf.

Nachtrag: Ich will es mal anders formulieren. Es ist mir wurst, ob Vertrag oder Erlass, ob damals oder heute. Letztlich geht das an der Fragestellung völlig vorbei. Denn es ist ja so, dass das Establishment sofort beginnt, die Neuerungen der Siebzigerjahr zu loben, sobald ich mit meinem Aufhebungsanliegen daher komme. Das lässt m.E. den Umkehrschluss zu, dass das alte eigentlich nur besser gewesen sein kann, wenn - und dieser Eindruck entsteht ja - die Reform so eng mit der Frage der (Nicht)-Aufhebbarkeit verknüpft ist, dass sie als Ganzes umkippen würde, sobald sich ein Mensch gebliebener Richter seinem Herzen endlich mal einen Stoß gibt, statt nach Ablehnungsgründen zu suchen.

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 Post subject: Re: Video Das Jugendamt klaut Kinder nicht-deutscher Eltern
Unread postPosted: 7. Mar 2014 02:33 
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Also, ob ein Kind wirklich gehört wird, kann ich nicht beschwören. Aber vorgeführt wird es als Regelfall zumindest. Vor einigen Jahren gab es da einen Prozess, weil ein Ehepaar sich weigerte, weil das bereits schulpflichtige Kind nicht mitbekommen sollte, dass der vermeintliche Papa nicht der richtige Vater war. Da befürchteten die Eltern, die das Kind nie aufgeklärt hatten, einen psychichen Schaden beim Kind. Aber irgendwie wollte sich das Jugendamt bzw. das Gericht doch ein Bild von der tatsächlichen Situation machen. An solche Überlegungen wurde in meiner Zeit gar keine Zeit verschwendet! Auch werden Stiefkindadoptionen heute allgemein kritischer angesehen. Insoweit hat sich wirklich etwas zum Positiven getan. Dieses Umdenken kam aber erst rund zwanzig Jahre nach der Reform!!!!!!!!!!!!!!!!!

So gesehen verstehe ich aber nicht, wie mein Annahmeverhältnis ins neue Recht überführt werden konnte. Ich habe zweimal die Scheißseite des Gesetzes zu spüren bekommen. In anderen Ländern könnte ich wahscheinlich eine Millionenklage gegen den Staat anstrengen und die Adoption vielleicht nicht nur aufheben, sondern rückwirkend annullieren lassen. Das aber geht eben nur in einem Rechtsstaat. Und die Bundesrepublik ist schon lange kein Rechtsstaat mehr.

Grundsätzlich verstehe ich nicht, weshalb eine Minderjährigenadoption seit den Siebzigerjahren nicht wieder aufgehoben werden darf.

Nachtrag: Ich will es mal anders formulieren. Es ist mir wurst, ob Vertrag oder Erlass, ob damals oder heute. Letztlich geht das an der Fragestellung völlig vorbei. Denn es ist ja so, dass das Establishment sofort beginnt, die Neuerungen der Siebzigerjahr zu loben, sobald ich mit meinem Aufhebungsanliegen daher komme. Das lässt m.E. den Umkehrschluss zu, dass das alte eigentlich nur besser gewesen sein kann, wenn - und dieser Eindruck entsteht ja - die Reform so eng mit der Frage der (Nicht)-Aufhebbarkeit verknüpft ist, dass sie als Ganzes umkippen würde, sobald sich ein Mensch gebliebener Richter seinem Herzen endlich mal einen Stoß gibt, statt nach Ablehnungsgründen zu suchen.

Es ist nicht Usus, dass die Anzunehmenden dem Richter vorgeführt werden. Das mag bei Stiefkindadoptionen oder Einwilligungsersetzungsverfahren vorkommen, aber es ist nicht Usus, bzw. Vorschrift, da bist du falsch informiert. Außerdem habe ich noch nie von einem Fall gelesen, in dem ein Richter sein subjektives Urteil über das des zuständigen Jugendamtmitarbeiters, Amtsvormunds und Verfahrensbeistands gestellt hat.
Was du hier meinst, hat seinen Ursprung, glaube ich, im Adoptionsvermittlungsgesetz. Im BGB sind diesbezüglich keine Vorschriften hinzu gekommen. Aber die Vermittler müssen dem Gericht berichten - irgendetwas Mehrsätziges. Wenn du sagst, vor den Siebzigern gab es solche Berichte wohlgemerkt bei Fremdadoptionen, wozu sich Stiefkindadoptionen nicht rechnen, nicht, dann müsste man wohl beim AdVermiG nach dem Datum des Inkrafttretens sehen. Wie gesagt, es mag bei Stiefkindadoptionen mangels eines Entwicklungsberichts des Vermittlers vereinzelt zu Vorführungen kommen, aber das ist keinesfalls eine Innovation im Adoptionsrecht.
Ich habe dir schon einmal geraten, eine Nichtigerklärung anzustreben, das ist mit genug Beweisen ohne die übliche Fristbegrenzung heute genausowenig unmöglich, wie vor den Siebzigern. Übrigens meine ich mal einen Hinweis darauf gelesen zu haben, dass es erst nach der vermeintlichen Reform vermehrt zu Aufhebungsanträgen kam. Die Aufhebbarkeit von Adoptionen ist gar keine so grundsätzliche Frage, wie du vermutlich denkst. Ich habe die Begründung für die Unaufhebbarkeit von Adoptionen nach den Siebzigern gelesen und sie ist ok. Da heißt es, die Familienbande seien nun mal sehr stark und es sei wichtig, dass sie auch über die Minderjährigkeit eines Menschen hinaus bestehen. Minderjährige stehen aber unter dem besonderen Schutz des Staates. Stellt sich nicht während der Minderjährigkeit von Amts wegen heraus, dass die vermeintlich verwandtschaftliche Verbindung für das Kind untragbar ist/ aus Kindeswohlgründen, muss da nach Eintritt der Volljährigkeit der Staat keine Schutzfunktion mehr übernehmen, sondern der junge Erwachsene selbst seinen Frieden mit sich und seiner Lebenssituation finden. Das ist die Antwort auf deine, und nicht nur deine Frage und ich hätte ihr nichts entgegen setzen können, wenn ich an diesem Punkt nicht über diesen Gesichtspunkt hinaus das Adoptionsrecht mit Skepsis begutachtet hätte. Nichts, auch nicht die Menschenwürde ist als Gegenargument stark genug, wenn ich darauf verzichte, noch mehr am Adoptionsrecht zu kritisieren. Ich persönlich beginne also an diesem Punkt die Frage zu äußern inwieweit es dem Grundgesetz entsprechen kann, dass ein Mensch zum Vertragsgegenstand wird. Diese Frage sollte es schaffen, das Adoptionsrecht ins Wanken zu bringen, so meine Hoffnung. Sie ist grundsätzlicher als die Frage nach Aufhebbarkeit, resp. nach dem Persönlichkeitsentfaltungsrecht, dem Recht auf Gleichbehandlung, dem Recht auf Vertragsfreiheit.


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Unread postPosted: 7. Mar 2014 10:49 
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Stellt sich nicht während der Minderjährigkeit von Amts wegen heraus, dass die vermeintlich verwandtschaftliche Verbindung für das Kind untragbar ist/ aus Kindeswohlgründen, muss da nach Eintritt der Volljährigkeit der Staat keine Schutzfunktion mehr übernehmen, sondern der junge Erwachsene selbst seinen Frieden mit sich und seiner Lebenssituation finden.


Da geht es um die Frage einer Aufhebung von Amts wegen. Ich strebe die Aufhebung aufgrund meiner eigenständigen Entscheidung an. Der Staat hat kein Recht, mir vorzuschreiben, womit ich meinen Frieden finde.

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 Post subject: Re: Video Das Jugendamt klaut Kinder nicht-deutscher Eltern
Unread postPosted: 7. Mar 2014 12:20 
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Da geht es um die Frage einer Aufhebung von Amts wegen. Ich strebe die Aufhebung aufgrund meiner eigenständigen Entscheidung an. Der Staat hat kein Recht, mir vorzuschreiben, womit ich meinen Frieden finde.

Die Aufhebung von Amts wegen ist ja quasi die einzige Möglichkeit einer Aufhebung während der gesamten Minderjährigkeit. Die Aufhebung auf Antrag bei Formfehlern, also grundsätzlicher Rechtswidrigkeit, ist auf ein Jahr, bzw. vier Jahre befristet. Man ist also, wie auch sonst überall im deutschen Recht, der Ansicht, dass Formfehler und Straftaten wie Nötigung verjähren.
Was du machst, ist zu fordern, dass du auch das tun darfst, was andere Erwachsene beim Adoptionsrecht tun dürfen, nämlich frei über deine Verwandtschaftsverhältnisse zu verfügen. Du hast insofern Recht, als dass der Staat nicht eine Schutzfunktion bei der Weigerung zur Aufhebung auf Antrag des Angenommenen bestreiten kann, wenn er den Handel mit Verwandtschaft in absteigender Linie bestärkt und den in aufsteigender Linie schwächt. Ich persönlich finde aber beides ganz und gar sittenwidrig (vgl. meine ablehnende Haltung zur Erwachsenenadoption).


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