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 Post subject: Re: Statusbericht nach über 2 Jahren
Unread postPosted: 14. Mar 2015 17:30 
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Bei dem nachfolgend kommentierten Beitrag hat sich - ehrlich gestanden - mein Gehirn in 2 Hälften gespalten. 1 Hälfte mühte sich damit ab, überhaupt zu verstehen, was der Herr ausdrücken wollte, die 2. Hälfte arbeitete pausenlos an einer Diagnose für die Schmiererei aber nicht zur Debatte stehen soll. Eigentlich wollte ich dessen Auswürfe ich auch diesmal, wie meist, ignorieren. Neugierig wurde ich erst, als Luna73 meinen Namen im Zusammenhang mit dem Beitrag des Herrn aus Mittelamerika nannte.
Quote:
Jeder hier, der sich nicht dem Mahlstrom dieser - ich will nicht sagen "Damen, dieser (Schiller nannte sie Hyaenen und Weiber und jetzt zensiere mal Schiller) Kinderkaeufer unterwirft, ist der Feind schlichthin und damit beleidigend. Und den darf man jeden Dreck unterstellen.

Hier im Forum schreibt keine Ado-Mutter, kein Ado-Vater, der die von ihr/ihm mit Liebe und ganzer Hingabe aufzuziehenden Kinder gekauft hat. Das ist eine böswillige beleidigende Unterstellung!
Quote:
"Was macht Erzeuger zu Eltern, wenn sie das Kind nur herstellen, es aber hinterher nicht großziehen? Die Gene etwa? Das sind doch nur wieder die üblichen Positionen, die mit Beleidigungen untermauert wieder herausgebrüllt werden."(Golfi)

Das ist eine hervorragende Frage: "Was macht Eltern zu Eltern, wenn sie das Kind nur herstellen, es aber hinterher nicht großziehen?" Mein Sohn würde antworten (was er auch fast täglich macht: Eltern sind die, die mich großgezogen haben ......... Diese Einstellung habe ich hier schon von vielen Adoptierten gehört und deren Meinung ist schließlich maßgeblich. (Weitere Stellungnahme zu diesem Gedankengang weiter unten).
Quote:
Wenn man noch nie etwas von Genetik hoerte, von Genomanalyse und bleibenden, praenatalen kulturellen Einfluessen, dann verstehe ich das Ignorieren. Solche braven unwissenden "Muetter" erziehen dann die Kinder. Kein Wunder dass Deutschland mehr und mehr verbloedet.
Einschließlich der im Ausland lebenden Erzeuger.
Verblödet Deutschland durch die Mütter, die die Kinder mit anderen Genen aufziehen, oder durch einen ignoranten Schreiber, der sämtliche Realitäten durcheinanderbringt, obwohl er doch gemäß eigener Vita den richtigen Durchblick haben müsste?

Quote:
"Adoptierte oder früh in Familienpflege gegebene Kinder führen zwei Leben: Eines mit ihrer emotionalen Familie in Alltag und Normalität – und eines voll seelischem Schmerz, von den eigenen Eltern fortgegeben worden zu sein. Wir wissen aus der Säuglingsforschung, dass Neugeborene ihre Eltern an der Stimme, der Sprache, am Herzschlag und am Geruch erkennen. Neugeborene spüren und speichern den Verlust, den Bruch im Leben.

Und warum wurde das Kind dann weggegeben? Es wurde von den "Aufziehenden mit Sicherheit nicht geklaut, abgekauft oder mit krimineller Energie an sich gerissen! Das ist bei solchen Tönen aber total unverständlich!
Quote:
Tatsache ist, es herrscht hier regelrechter Hass auf alle Kritiker von Adoptionen. Denn wer das kritisiert, der zerstoert die Scheinwelt die man sich aufgebaut hat, der zerstoert das nach aussen getragene Bild des guten selbstlosen Menschen, der alles fuer Andere udnd nichts fuer sich tut. Wer das also kritisiert, der saegt an den Grundfesten der heuchelnden Selbstueberschaetzung.

Hier werden wiederum die Realitäten vertauscht. Die Kritik gilt von Seiten der Herkunftseltern ausschließlich den Adoptiveltern! Die Herkunftseltern hat hier noch keiner von den Ado-Eltern ihrer Handlungsweise wegen kritisiert. Auch Adoptierten (bis auf eine) fühlen sich von diesen Äußerungen vor den Kopf gestoßen.
Quote:
Etwas zur kulturellen praenatalen Entwicklung, die ja hier verachtet und von den hier vorhandenen Adoptions-Fachfrauen als Nicht-Existent abgewertet wird:

Das hat noch keine der "Adoptions-Fachfrauen" bestritten. Das ist sogar denen bekannt, wird nur von einem abgebenden Herrn - aus welchen Gründen auch immer - nicht berücksichtigt. Aber auch hier: Wessen Schuld ist es, dass die Kinder in anderer Umgebung aufwachsen?
Quote:
(Einschub: Lasst uns, bei der Schilderung des seelischen Leids der leiblichen Muetter, doch einfach nochmal den Kommentar der Adoptionsfrau Martina von ganzem Herzen geniessen: ""Lehnen wir Ado-Eltern uns doch ganz entspannt zurück und lassen wir den anderen doch in ihrer eigenen Meinung schmoren. Wir haben nichts zu verlieren! Die anderen können nur etwas gewinnen, nämlich die Freundschaft und das Wohlwollen der Adoptierten und der Ado-Eltern, bei einer anderen Denkweise)

Wenn meine Äußerungen nicht verstanden werden oder gegen mich verwandt werden wollen, hat der Schreiber den Sinn absolut nicht verstanden. Hier wird gegen die Adoptiveltern ständig mit scharfer Munition geschossen! Das sollten wir gar nicht registrieren, weil wir absolut nichts falsch machen oder gemacht haben. Mit Sicherheit setzen die Abgebenden bei derartiger Handlungsweise auch die Freundschaft zu den von ihnen geborenen Kindern aufs Spiel und damit auch der Zuneigung deren sie großziehenden Eltern. Eigentlich sollte uns das doch egal sein, obwohl wir gerne in einem guten Einvernehmen mit den Herkunftseltern leben möchten. Das war meine Aussage! Aber man kann so vermittelnd formulieren, wie man möchte, hier gibt es einige, die alles umdrehen!
Quote:
(Einschub: Nicht bei Martina, bei Martina ist der Adoptierte immer gluecklich wie sie betonte. Immer. Da gelten wissenschaftliche Erkenntnisse nichts. Wie schoen dass es noch Wunder gibt)

Richtig, mein Sohn ist auch glücklich, wie er sehr oft betont. Es kommt ja letztendlich darauf an, wie ein Mensch sich tatsächlich fühlt und nicht, wie er sich laut (selbst fabrizierter oder fehlgemünzter) wissenschaftlicher Äußerungen fühlen sollte. Jeden Tag ist er dafür dankbar, bei uns aufgewachsen zu sein.
Quote:
Wenn ich all das von mir zitierte lese, faellt mir wieder meine Tochter ein, wie stolz sie war die gleiche dunklere Hautfarbe wie ich zu haben, und viele von den oben genannten negativen Symptomen sind auch bei ihr vorhanden. Da packt keine Trauer oder Reue, da packt Wut, Wut ueber ein System, das Kínder zur Ware macht und manchmal buchstaeblich ueber seelisches Leid und Selbstmord geht. Kollateralschaden halt, nimmt man so hin, gelle?

Wer hat denn die Kinder diesem "abscheulichen" System ausgesetzt? Mit Sicherheit nicht die Adoptierwilligen, die am Prozess der Abgabe überhaupt nicht beteiligt waren und die Adoptierten selbst schon überhaupt nicht. Man muss mal ganz realistisch Ursache und Wirkung auseinanderhalten, zumal, wenn man Urheber der Misere ist. Am einfachsten ist es immer, die eigene Schuld anderen anzuhängen.

Bin gespannt, wann dieser Beitrag wieder gelöscht wird, weil sich der Initiator für diese Antwort wieder total ungerecht behandelt fühlt und daher total beleidigt ist. Es ist bekannt, die die Kübelweise Schmutz austeilen, sind gegen jedes Staubkorn, das daraus resultiert, allergisch.

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Last edited by Martina on 14. Mar 2015 17:43, edited 4 times in total.

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Unread postPosted: 14. Mar 2015 21:32 
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@hans
vielen Dank für deinen ausführlichen Post - was ich nicht verstehe ist, wie du sofort auf Auslandsadoptionen kommst. Man hat das Gefühl, du bist wirklich davon überzeugt, dass alle Adoptiveltern Kinder kaufen würden. Das ist ja nun der größte Blödsinn vor dem Herrn.
Ich kenne ja nun zwei Seiten der Adoptionsbeteiligten (eigentlich sogar 3, wenn man die Gepräche und Erzählungen meiner leiblichen Mutter mitzählt) Wieviele Seiten kennst du? Also ich meine tatsächlich - nicht was du glaubst zu wissen.
Auch wenn du mir wahrscheinlich unterstellen wirst, ich wäre nicht ehrlich, kann ich dir versichern (was meine eigene Adoption angeht) das die Sachen
"Gerald Hüther (Hirnforscher, Neurobiologe) zufolge erzeuge „nichts so viel unspezifische Erregung im Gehirn eines Kleinkindes, wie das plötzliche Verschwinden der Mutter“.
• Der frühe Verlust im Leben wird vom Säugling gespeichert".
Adoptierte leben oftmals eine von Urmisstrauen, Kampf oder Flucht und dem Abspalten von Gefühlen geprägte Beziehung zu ihren Adoptiveltern. (vgl. Simon und Rech-Simon)
• Anhaltende Trauer über den Verlust der leiblichen Eltern
• Angst, auch von anderen Menschen nicht geliebt zu werden
• Gefühle von Einsamkeit und Nichtdazugehören
• Das Gefühl, nicht in Ordnung zu sein
• Das große Nein am Anfang des Lebens führt zu Ohnmachtsgefühlen,

Selbstzweifeln, Autoaggression, Aggression, Wut, manchmal: Scham, Depression, Suizidgefahr".

"Das unbewusste Programm heißt:
Werde ich noch einmal fortgegeben?
• Konflikte werden inszeniert, um immer wieder zu prüfen, ob die neuen Eltern das Kind auch behalten

• Die Frage: Kann ich meine Adoptiveltern glücklich machen und sie zufrieden stellen, wo sich eigentlich ein leibliches Kind gewünscht haben?
• Bei kleinster Kritik: Meine Adoptiveltern lieben mich nicht"
"Schwedische Studie bei jungen erwachsenen Adoptierten aus
dem Ausland:
– Häufung von Suizid
– Suizidversuchen
– Drogenabhängigkeit
– Psychiatrie-Aufenthalte
– soziale Unangepasstheit".

die du hier so gerne zitierst und scheinbar auch nur diese als richtig ansiehst, auf mich so nicht zutreffen.
Und, ehe du auf die Idee kommst - ich verdränge da nichts und ich bin da auch keine Ausnahme!
Eins ist sicher - die Ansichten von Martina, Racergirl, Luna73... sind aus meiner eigenen Erfahrung weit näher an der Realität als deine weltfremden Ansichten. Da kannst du noch so viele Studien zitieren. Du weist doch, traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast - ähnlich verhält es sich mit Studien - es gibt immer welche mit gegenteiligem Ergebnis!
Ich denke du bist von der Realität mindestens genauso weit weg wie von Deutschland.
Versteh mich nicht falsch, du darfst gerne eine andere Meinung vertreten und auch gerne Kritik üben.

Ich verstehe aber deine herablassende, erniedrigende und manchmal dumm-dreiste Art anderen gegenüber nicht. Vielleicht werden manche Menschen im Alter so starrsinnig.


Noch mal was für alle: wieso geht man davon aus, dass nur kinderlose Paare (also ohne leibliche Kinder) adoptieren?
Es kommt vielleicht nicht so häufig vor, aber es kommt vor!
Auf die Antworten von Hans und Nancy bin ich mal gespannt...

Gruß Tobi

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 Post subject: Re: Statusbericht nach über 2 Jahren
Unread postPosted: 14. Mar 2015 23:50 
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Auf die Antworten von Hans und Nancy bin ich mal gespannt...

Wieso? Erwartest du von mir vielleicht, dass ich deiner Aussage, die Adoptionsstatistiken würden durch deine Person widerlegt, widerspreche? Wenn du das glaubst, bitte, aber wenn du behauptest, es gäbe auch inhaltlich gegenteilige Studienergebnisse zum Wohlbefinden Adoptierter, dann würde ich mich für konkrete Quellen interessieren.
Deine Aussage, durch deine Mutter würdest du 3 Seiten kennen, klingt, als hätte sie dir eine sich nicht mit den beiden anderen deckende Seite beschrieben. Darf ich fragen, wie sich ihre Version anhört? Du scheinst außerdem anzudeuten, dass du nicht zeugungsunfähig bist, verstehe ich das richtig?


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 Post subject: Re: Statusbericht nach über 2 Jahren
Unread postPosted: 15. Mar 2015 00:25 
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Wenn man die vielen Kinder betrachtet, die angeblich für mindestens den Zeitraum ihrer gesetzlichen Unmündigkeit effektiv von ihren Eltern getrennt werden müssen, dann sind das quasi ausschließlich kerngesunde Säuglinge, nicht wahr? Diese Tatsache eignet sich nicht als Argument für vermeintliche Erziehungsunfähigkeit der Eltern und eigentlich taugt sie auch nicht zur Entrechtung der betroffenen Eltern. Sagen wir, Annehmende sind meistens steril oder glauben es zu sein, m.a.W. sie glauben, nicht fähig zu sein, Kinder zu bekommen. Mal ganz offen in die Runde gefragt: ist das eine Beleidigung oder eine Feststellung? Wenn du mir eine Statistik oder Studie verlinken kannst, die besagt, dass die meisten Annehmenden, Kinder haben, nehme ich diese Aussage selbstverständlich zurück (auch wenn sie in diesem Fall ebenfalls keine Beleidigung, sondern eine gewöhnliche Vermutung gewesen wäre, was man beim besten Willen nicht über deine unzensierten Verbalinjurien sagen kann).

Annehmende sind keine Eltern, sondern irgendwelche Bürger, die Kinder entgegen dem Sitten- und Grundgesetz vertraglich erwerben und deren Eltern regelmäßig verhöhnen, indem sie sich, auf den Erwerb verweisend, als diese ausgeben.

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 Post subject: Re: Statusbericht nach über 2 Jahren
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@nancy
ich hatte eigentlich auf eine Anwort gehofft auf meine Frage , warum man glaubt dass nur kinderlose Paare adoptieren.
Da das ja auch hin und wieder vorkommt, relativiert es doch die hier gerne vertretene Meinung, dass Adoptiveltern aus reinem Egoismus adoptieren.

Eine interessante Lektüre hab ich natürlich auch: *** The link is only visible for members, go to login. ***

Und... ich hab nicht behauptet, durch meine Person würden Adoptionsstatistiken widerlegt - eher geschönt :biggrinn:

Was die "Version" meiner leiblichen Mutter angeht ist die Kurzfassung: "Es ist schön, dass es mich gibt. Sie ist froh, dass es mir gut ging und geht und wie gut ich mich entwickelt habe. Sie ist heute der Auffassung, auch wenn es weh tat mich damals wegzugeben, war es die richtige Entscheidung in der damaligen Situation. (...vor dieser Aussage habe ich am meisten Respekt!) Es ist schön, dass wir ein gutes Verhältnis haben können."
...das finde ich übrigens auch, obwohl es ein eher freundschaftliches Verhältnis ist.

Ach so... nein ich bin nicht zeugungsunfähig - allerdings wollte ich das nicht andeuten. Mist, jetzt is es raus...

Wie ist es eigentlich mit dir, Nancy? Auf welcher Seite der Adoptionsbeteiligten kannst du eigentlich mitreden? Ich meine so aus eigener Erfahrung?

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 Post subject: Re: Statusbericht nach über 2 Jahren
Unread postPosted: 15. Mar 2015 07:01 
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@nancy
ich hatte eigentlich auf eine Anwort gehofft auf meine Frage , warum man glaubt dass nur kinderlose Paare adoptieren.
Da das ja auch hin und wieder vorkommt, relativiert es doch die hier gerne vertretene Meinung, dass Adoptiveltern aus reinem Egoismus adoptieren.

Eine interessante Lektüre hab ich natürlich auch: *** The link is only visible for members, go to login. ***

Und... ich hab nicht behauptet, durch meine Person würden Adoptionsstatistiken widerlegt - eher geschönt :biggrinn:

Wie ist es eigentlich mit dir, Nancy? Auf welcher Seite der Adoptionsbeteiligten kannst du eigentlich mitreden? Ich meine so aus eigener Erfahrung?

Ich vertrete hier Meinungen, keine Seiten.
Dieser Text ist nur ein tendenzieller Kommentar, der wiedereinmal zum Schluss kommt, dass wohl nicht gerade ein ausgeprägtes Interesse an der Entwicklung von Adoptierten in unserer Gesellschaft und unter unseren Wissenschaftlern vorhanden ist. Aus der Datei:
Quote:
Als solche möglichen Risikofaktoren könnten genetische Komponenten gelten. Von den leiblichen Eltern oder auch von den Erlebnissen der Kinder und Jugendlichen in der Zeit vor der Adoption ausgehende Faktoren sollen in diesem Zusammenhang diskutiert werden.

Bei dem Versuch Spannungen innerhalb der Adoptivfamilie darzustellen, konnten lediglich bei 17 Familien (12,1%) ein unauffälliges Umfeld des jeweiligen Adoptivkindes gefunden werden. Oft konnte aber nicht eindeutig unterschieden werden, ob die psychische Störung auf das problematische Familienleben zurückzuführen war oder ob sich die Auffälligkeiten und Probleme innerhalb der Adoptivfamilie durch die jeweiligen Symptome der Erkrankung entwickelten.

Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren (F5) traten hingegen bei den Adoptierten seltener auf.
Auffällig war außerdem, dass bei den Spät-Adoptierten keine Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren (F5) nachweisbar waren.
Warum fällt Letzteres auf? Vielleicht, weil der Mythos weit verbreitet ist, Adoptionsbewerber würden bevorzugt körperlich geschädigte und behinderte Kinder annehmen/ vermittelt bekommen?

Deine ersten Sätze kann ich nicht nachvollziehen. Vertrittst du hier die Ansicht, dass egoistisches (und bewusst kindeswohlgefährdendes) Handeln für alle Eltern unmöglich ist?

Wie meinst du das, dass durch deine Person Adoptionsstatistiken geschönt werden? Weil du ein so toller Hecht bist?


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 Post subject: Re: Statusbericht nach über 2 Jahren
Unread postPosted: 15. Mar 2015 12:50 
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"Was macht Erzeuger zu Eltern, wenn sie das Kind nur herstellen, es aber hinterher nicht großziehen? Die Gene etwa? Das sind doch nur wieder die üblichen Positionen, die mit Beleidigungen untermauert wieder herausgebrüllt werden."(Golfi)

Das ist eine hervorragende Frage: "Was macht Eltern zu Eltern, wenn sie das Kind nur herstellen, es aber hinterher nicht großziehen?" Mein Sohn würde antworten (was er auch fast täglich macht: Eltern sind die, die mich großgezogen haben ......... Diese Einstellung habe ich hier schon von vielen Adoptierten gehört und deren Meinung ist schließlich maßgeblich. (Weitere Stellungnahme zu diesem Gedankengang weiter unten).


Ganz richtig Martina! Genau das macht Eltern aus. Wie ich bereits erwähnte: Es gehört viel mehr dazu ein Kind zu zeugen um sich Mutter oder Vater nennen zu können. Denn das ist nicht schwer. Man braucht nicht mal viel Verstand dafür. Man muss nur die Instinkte freien lauf lassen.
Wer sich dann aber darüber hinaus, das Kind annimmt, es mit Liebe großzieht, der ist Mutter oder Vater. Denn ich bin mal ganz ganz ehrlich: Ich habe es nicht mitbekommen, aus welchem Körper ich geschlüpft bin. Ich habe aber wohl mitbekommen, wer mir Nahrung gab, Spielzeug kaufte, mit mir lachte und weinte, mich erzog (mit Liebe und Strenge), wer mir Verantwortung vermittelte und wer sein ganzes Leben nur für mich änderte!
Alles andere ist/war mir egal!!

Und so denken im übrigen ALLE Adoptierten oder Pflegekinder, die ich kenne (und das sind einige). Viele, nein wenn ich genau überlege, alle wollen aus diesem Grund ihre leibliche Familie nicht kennen lernen. Sie sagen sich - und diese Meinung kann ich nachvollziehen auch wenn ich eine etwas andere habe: "Warum soll ich die Herkunftsfamilie aufsuchen? Die haben sich nie für mich interessiert. Nein, sie haben mich nicht mal gewollt! Gewollt haben mich meine (Ado)Eltern!" ALLE denken so, ohne Ausnahme. Nur wenige denken da wirklich drüber nach und fragen sich, warum ist es eigentlich gekommen? Vielleicht gab es triftige Gründe? Seit dankbar, dass es diese Adoptierten unter uns gibt. Sonst hätte so manche Herkunftsmutter oder -vater nichts zu sagen!

Quote:
Verblödet Deutschland durch die Mütter, die die Kinder mit anderen Genen aufziehen, oder durch einen ignoranten Schreiber, der sämtliche Realitäten durcheinanderbringt, obwohl er doch gemäß eigener Vita den richtigen Durchblick haben müsste?

Ich kenne die Antwort :-)

Quote:
Zitat:
(Einschub: Lasst uns, bei der Schilderung des seelischen Leids der leiblichen Muetter, doch einfach nochmal den Kommentar der Adoptionsfrau Martina von ganzem Herzen geniessen: ""Lehnen wir Ado-Eltern uns doch ganz entspannt zurück und lassen wir den anderen doch in ihrer eigenen Meinung schmoren. Wir haben nichts zu verlieren! Die anderen können nur etwas gewinnen, nämlich die Freundschaft und das Wohlwollen der Adoptierten und der Ado-Eltern, bei einer anderen Denkweise)

:jc_doubleup: Darüber sollte man mal nachdenken!!

Quote:
Zitat:
(Einschub: Nicht bei Martina, bei Martina ist der Adoptierte immer gluecklich wie sie betonte. Immer. Da gelten wissenschaftliche Erkenntnisse nichts. Wie schoen dass es noch Wunder gibt)

Richtig, mein Sohn ist auch glücklich, wie er sehr oft betont. Es kommt ja letztendlich darauf an, wie ein Mensch sich tatsächlich fühlt und nicht, wie er sich laut (selbst fabrizierter oder fehlgemünzter) wissenschaftlicher Äußerungen fühlen sollte. Jeden Tag ist er dafür dankbar, bei uns aufgewachsen zu sein.

Ich kann das nur bestätigen. Selbstverständlich bleibt immer die Frage, warum kam es wie es kam. Und natürlich kam mir als Kind auch mal der Gedanke, man wollte mich nicht! Aber im gleichen Moment dachte ich: "Egal, meine Eltern wollten mich!" Ich war glücklich. Gegen jede scheiß Studie, die irgendwann mal wer auch immer heraus gebracht hat. Ich war glücklich und bin es noch heute! Denn wie ich bereits schrieb: Ich hatte ja eine Familie!!

Quote:
Wer hat denn die Kinder diesem "abscheulichen" System ausgesetzt? Mit Sicherheit nicht die Adoptierwilligen, die am Prozess der Abgabe überhaupt nicht beteiligt waren und die Adoptierten selbst schon überhaupt nicht. Man muss mal ganz realistisch Ursache und Wirkung auseinanderhalten, zumal, wenn man Urheber der Misere ist. Am einfachsten ist es immer, die eigene Schuld anderen anzuhängen.

Und das ist der Punkt, der hier allzu oft vergessen wird! Es gibt Menschen die ihre Kinder nicht wollen!! Aus welchen Gründen auch immer! Es gibt Menschen, die froh sind, ihre Kinder in die Babyklappe legen zu können oder es dem Jugendamt melden zu können. Und das sind leider auch die Menschen, die uns - den Adoptierten- erst zu dem machen was wir sind!! Niemand sonst!
Und es gibt Menschen, die ihre Kinder nicht großziehen können. Krankheit, Sucht, Alter, familiäre Situation, etc. Und da kann mir keiner von den Herkunftsleuten hier sagen, dass das Jugendamt da zu unrecht eingreift und das Kindeswohl gefährdet. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!!

Aber das aller schwierigste ist es, dann den Mut zu besitzen und zu sagen: So war es! Man muss sich nicht entschuldigen, aber man muss ehrlich sein. Und nicht sein Kind weggeben oder wegnehmen lassen und sich dann als Über-Mutter oder Über-Papi hinstellen und so tun, als wäre das System schuld! Das ist es - manchmal! In den meisten Fällen sind aber die Menschen selber schuld!!

So, das war das Wort zum Sonntag!

Liebe Grüße an meinen Gleichgesinnten!


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 Post subject: Re: Statusbericht nach über 2 Jahren
Unread postPosted: 15. Mar 2015 20:06 
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Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!!

Als Schrecken ohne Ende stelle ich mir ein Leben vor, in dem man sich jeden Tag aufs Neue einreden muss, kein Opfer übler Machenschaften und dunkelster, menschlicher Abgründe zu sein, sondern ein honigsüßes Verhältnis zu seinem Lebensretter, für den man ein seliges Geschenk und etwas ganz Wunderbares und Besonderes darstellt, zu haben, nur um dem Trend nicht zu folgen und wie viele andere Adoptierte an der Wahrheit ihres Lebens zu zerbrechen. Du sagst, du erinnerst dich nicht daran, aus welchem Körper du geboren wurdest. Aber erinnerst du dich daran, vor deiner Adoption in Lebensgefahr geschwebt zu haben oder so sehr verwahrlost gewesen zu sein, dass das, was mit dir getan wurde dadurch gerechtfertigt war? Erinnerst du dich daran, wenn du sagst, dass es bei der Beurteilung deiner Lebenssituation ausschließlich auf deine eigenen Betrachtungen und Erinnerungen ankommt?
Statistisch gesehen haben wir zwei Trends: den, dass immer mehr Kinder in Obhut genommen werden und den, dass immer weniger Kinder adoptiert werden. Wenn es stimmt, dass für Adoptionen ausschließlich Eltern verantwortlich sind, warum verlaufen die beiden Trends dann nicht parallel? Warum folgen die Adoptionszahlen nicht den Zahlen der zerrissenen Familien? Na? Weil die Nachfrage sinkt. Verantwortlich für Adoptionen sind nicht Eltern, sondern Richter, Adoptionsvermittler und Adoptionsbewerber. Ich könnte auch fragen, wie die Ablehnungsrate durch Jugendämter von den in diesem Forum vorstellig werdenden Adoptionsbewerbern ist. Meines Wissens ist die gleich null. Die Personen, die du als Eltern bezeichnest, hätten also so oder so irgendeinen vermeintlichen Goldschatz zugewiesen bekommen. Sie wollten nicht dich. Sie wollten etwas ganz anderes.
Und wenn dieser angebliche Sohn von Martina das, was sie mal wieder zu behaupten beginnt, in dem ebenfalls von ihr behaupteten Wissen, dass wir hier darüber diskutieren, wirklich betonen würde, dann hätte er sich schon lange persönlich registriert.


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Unread postPosted: 15. Mar 2015 20:10 
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Martinas Sohn wird sich diesem Kindergarten hier bestimmt nicht freiwillig aussetzen.
Babys,die von ihren Müttern nach der Geburt verlassen werden,stehen Todesängste aus. Und sie sind in Lebensgefahr.

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 Post subject: Re: Statusbericht nach über 2 Jahren
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Martina wrote:
Hier werden wiederum die Realitäten vertauscht. Die Kritik gilt von Seiten der Herkunftseltern ausschließlich den Adoptiveltern!
Wer sind "die Herkunftseltern"?

Du predigst ständig Fairness, bist selbst aber nicht dazu in der Lage! Kannst Du bitte endlich einmal zur Kenntnis nehmen, dass sich erstens nur vereinzelte User so äußern und zweitens beileibe nicht jede hier im Forum geäußerte Kritik auf (anwesende) Personen bezieht, sondern z. B. auf die gesetzliche Lage wie z. B. das inzwischen völlig überholte und überflüssige Inkognito, oder die Verfahren bei der Abgabe oder späteren Suche.

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