Adoptionsforum

Austausch und Info von und für Betroffene rund um das Thema Adoption
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 Post subject: Haben wir eigentlich irgendeine Lobby?
Unread postPosted: 24. Jun 2013 15:10 
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Es ist nun fast ein halbes Jahr her, dass ich mich auf diesem Forum registriert habe, nicht immens lange aber immerhin. Seither hat sich in meinem eigenen Leben als Adoptierter bekanntlich viel Wundervolles & Erfreuliches ereignet, aber ich bin mir sehr, sehr bewusst, dass das ein großes & wohl eher seltenes Glück ist. Zugleich habe ich von ganz vielen wirklich traurigen Geschichten erfahren, in denen Menschen, die sich nicht wehren konnten, großes Unrecht geschehen ist. Und Unrecht macht mich grundsätzlich wahnsinnig zornig. Das war schon immer so, & mittlerweile weiß ich ja zum Glück, woher dieser Zorn kommt & dass er mehr als berechtigt ist.

Deshalb meine Frage:
Gibt es in Deutschland eigentlich irgendeine echte Lobby-Organisation/Interessenvertretung für die Anliegen von Adoptierten & Herkunftseltern?

Ich bitte zunächst um Entschuldigung, wenn ich die Adoptiveltern hier nicht nenne, aber zum einen gibt es eine Menge Vereine, die Adoptionen unterstützen & zum anderen sind die Interessen i.d.R. dort, wo es Probleme/Not gibt nunmal regelmäßig gegenläufig. Ich habe jedenfalls selbst nichts derartiges gefunden außer einer kleinen Website aus dem Rheinland. Mir ist das auch stark aufgefallen, als ich mich seinerzeit hier und andernorts (B90/Grüne) mit der Thematik der gleichgeschlechtlichen Adoption auseinandergesetzt habe. Ob man nun dafür oder dagegen ist, für die Interessen der Adoptierten hat jedenfalls niemand das Wort ergriffen. Aber das ist nur ein aktuelles Beispiel, ich suche ganz bestimmt keine Anti-Schwulenlobby, dafür sind hier auf dem Forum ja schon andere Herren engagiert. ;) Aber ich denke wirklich, dass es einen Verein für die Interessen von Adoptierten & Herkunftseltern geben sollte, der berät, kompetente Anwälte vermittelt & eben politische Lobby-Arbei macht, um die teilweise absurde Rechtslage zu verbessern.

Wenn es eine bundesweite Organisation gibt, die sich für die Rechte von Adoptierten & Herkunftseltern & die Modernisierung des Adoptionsrechts einsetzt, würde ich gerne mitarbeiten. Andernfalls wäre ich interessiert, einen solchen Verein zu gründen. Soviel erst einmal an dieser Stelle, danke für euer Feedback!

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 Post subject: Re: Haben wir eigentlich irgendeine Lobby?
Unread postPosted: 24. Jun 2013 16:36 
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Berechtigte Fragen, Akanaut.
Vor etlichen Jahren, mein Sohn war noch Kind, habe ich mir diese Frage zugunsten Adoptierter auch schon einmal gestellt und gesucht. Meine Intention war mein Sohn, für den ich eine Anlaufstelle suchte, für den Fall, dass er als Jugendlicher oder junger Erwachsener mit seinem Status Schwierigkeiten bekommen sollte. Wir haben sie glücklicherweise nicht gebraucht. Aber ich fand eine Gruppe für Adoptierte, die der Kindernothilfe angegliedert waren und gute Arbeit leisteten, weil fachlich betreut. Damit das auch so bliebe, spendete ich einige Jahre zum Zwecke des Erhalts. Allerdings weiß ich nicht, ob diese Gruppe noch besteht (ich weiß, sehr nachlässig von mir).

Wie ich hier feststelle, ist eine Betreuung von Adoptierten sehr wichtig. Auch ich gab bereits einigen den Rat, nach einer solchen fachlichen Einrichtungen Ausschau zu halten.

Soll ich Dir ehrlich etwas gestehen? Von Anfang Deines Mitwirkens hier im Forum hatte ich die Idee, dass Du Dich in Deinem Beruf u. a. auch auf adoptionsspezifische Belange spezialisieren könntest. Mit Sicherheit hättest Du eine Reihe von Klienten. Nun bin ich Laie und kenne die Klimmzüge bis dahin nicht, aber Du kannst den Aufwand mit Sicherheit abschätzen, auch ob das eine Option für Dich ist.

Wünsche Dir eine in allem sonnige Woche.

Martina

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 Post subject: Re: Haben wir eigentlich irgendeine Lobby?
Unread postPosted: 24. Jun 2013 17:28 
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Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich das nur verneinen. Es gibt wohl einige Interessenvereinigungen, die aber niemanden zur Kenntnis nehmen, der mit seiner Adoption Probleme hat. Gängige Begründung: Man fürchte eine Aufweichung der eigenen Rechtsposition - sprich, um sein Erbe. Interessanterweise sind das dieselben Leute, die der Gegenseite pauschal materielle Motive (versuchte Unterhaltsflucht gegenüber den Adoptiveltern usw.) unterstellen.

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 Post subject: Re: Haben wir eigentlich irgendeine Lobby?
Unread postPosted: 24. Jun 2013 17:45 
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@Martina: Vielen Dank zunächst für Dein Zutrauen. Es steht natürlich für mich schon lange fest, dass ich, wenn ich erst einmal wieder als RA praktiziere, das Adoptions- und Pflegschaftsrecht zu einem meiner Fachgebiete ausbauen werde, wie könnte ich das nicht wollen. Ich hatte allein hier so viele Fälle, wo immer wieder die Frage war: Wie findet der/die Betroffene jetzt einen Anwalt, der was vom Thema versteht UND bereit ist, sich wirklich reinzuknien. In allen Rechtsgebieten scheuen die meisten Anwälte vor streitintensiven Fällen zurück, weil das schnell unwirtschaftlich wird & sagen lieber dem Mandanten "Recht haben & Recht kriegen, blah, blah, lass lieber bleiben" - & stellen ihr/ihm eine Rechnung für diesen "guten Rat". Ich bin sicher, dass es auch jetzt gute & engagierte Anwälte für Adoptionsrecht gibt, ich bin bestimmt nicht der erste, der auf so was kommt, aber ich wüsste nicht, wen ich zB hier vor Ort dafür empfehlen könnte, hier gibts zigtausend Anwälte. Mich frustriert das & wenn ich dann hier manche Schicksale sehe & kann nicht selbst ran, weil ich noch lange damit beschäftigt sein werde, mir erst einmal selbst wieder aufzuhelfen, dann zieht mich das echt runter. :( Aber die Zeit wird kommen ... :twisted

@Harry: Ich denke, das siehst Du ganz richtig. Auch sonst ist natürlich die Vermeidung von Unsicherheiten im Rechtsverkehr ein ganz großes Argument, das ja auch in sich zunächst einmal berechtigt ist. Wenn Armin Müller morgen Armin Stahl & übermorgen Hans Sachs heißt, bzw. ist dann ist das natürlich dem Rechtsfrieden nicht förderlich. Aber wie jedes berechtigtes Interesse muss auch dies gegen andere abgewogen werden & die Würde von Menschen, die auf die eine oder andere Weise zum Objekt gemacht werden, sollte dann eben doch Vorrang haben.

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 Post subject: Re: Haben wir eigentlich irgendeine Lobby?
Unread postPosted: 24. Jun 2013 18:05 
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Arkanaut wrote:
, ich suche ganz bestimmt keine Anti-Schwulenlobby, dafür sind hier auf dem Forum ja schon andere Herren engagiert. ;)


Jaja, so manipuliert Arkanaut mit indiferenten Aussagen.
Ich bin nicht Antischwul, sondern dagegen dass Schwule Kinder adoptieren duerfen.

Und warum ich dagegen bin, das findest du ja bei deinen "geliebten Gruenen" Zuhauf, von Daniel Cohn-Bendit ueber deinem Beck bis zu Olav Stueben und der BAG SchwuP (Phaedos bei den Gruenen) . Sie alle wollten nur das beste vom und fuer das Kind.
Wo bleibt deine Distanzierung?
Die wirst du wohl kumpelhaft dezent schweigend uebergehen


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 Post subject: Re: Haben wir eigentlich irgendeine Lobby?
Unread postPosted: 25. Jun 2013 09:43 
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Hans wrote:
Daniel Cohn-Bendit


*aaaaaaaaargh* Reizwort :evil Wie ich diesen Kerl hasse.

Schulldigung - war off topic, musste aber raus.

So - back to topic: Mir ist keine "Lobby" bekannt, die Adoptierten oder H-Eltern irgendwelche Möglichkeiten bietet, sich auszutauschen oder zu helfen.

Ich habe mal nur für den Raum München geguckt - da gibts sogar Selbsthilfegruppen:

*** The link is only visible for members, go to login. ***

In kleineren Städten findet sich sowas aber nicht immer, leider.


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 Post subject: Re: Haben wir eigentlich irgendeine Lobby?
Unread postPosted: 25. Jun 2013 14:18 
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Hei,

bin politisch ein wenig aktiv. Von einer Interessensvertretung ist mir nichts bekannt. Weder auf Kreisebene noch auf Landes- oder Bundesebene. Da wird sich auch (so schnell) nichts drann ändern. Es wird ja schon auf viel einfacheren "Baustellen" versagt.

Chris


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 Post subject: Re: Haben wir eigentlich irgendeine Lobby?
Unread postPosted: 25. Jun 2013 19:46 
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Arkanaut wrote:
Gibt es in Deutschland eigentlich irgendeine echte Lobby-Organisation/Interessenvertretung für die Anliegen von Adoptierten & Herkunftseltern?
Nein. Außer Interessensgemeinschaften ist mir auch nichts bekannt.

Wozu auch? Die einen haben gefälligst dankbar zu sein und die anderen sind schließlich selbst an ihrer Situation schuld ... so die gängige Meinung, wenn man "mit so was" ankommt. Ich bekomme z. B. bis zum heutigen Tag regelmäßig "komische" Mails, um es mal freundlich auszudrücken, die sich über mein Gejammer in meinem Buch auslassen. So jemand wie ich hat gefälligt den Mund zu halten ... (gelle Frau Ch.).

Übe doch einmal als Adoptierter in einem Kreis von Leuten, die von Adoption wenig bis null Ahnung haben, Kritik am Ado-System! Dann weißt Du warum es weder eine erkennbare Lobby gibt noch das Inkognito jemals abgeschafft wird ;)

Cornelia

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Eine Herkunftsmutter, die die Weggabe von Anfang an bereut hat
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 Post subject: Re: Haben wir eigentlich irgendeine Lobby?
Unread postPosted: 26. Jun 2013 02:00 
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Naja, wenn man eine Interessenvertretung braucht, dann sollte man sich mit anderen Betroffenen zusammenschließen und gemeinsame Ziele formulieren. Wer sollte das sonst für einen tun?

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Grüße
Johanna


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 Post subject: Re: Haben wir eigentlich irgendeine Lobby?
Unread postPosted: 26. Jun 2013 08:51 
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Und wer sich gegen das Inkognito stellt, bekommt es ziemlich schnell auch mit den Abtreibungsgegner zu tun.


Leben muss man auch selber gestalten können. Auch als adoptierter Mensch. Man hat zu Recht den Anspruch auf die Wahrheit.

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PRO VICTORIA PRO PATRIA


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