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 Post subject: Wie habt Ihr die ersten Wochen überstanden?
Unread postPosted: 18. Feb 2014 18:49 
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Neuling
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Wir würden gerne einen Säugling adoptieren. Wie habt Ihr es mit den ersten - bangen - Wochen gemacht? Wir finden es schwierig. Auf der einen Seite will man ja gerne so schnell wie möglich eine Verbindung zu dem Kind aufbauen, auf der anderen Seite sich vielleicht auch vor der Sorge schützen, dass es sich die leibliche Mutter (Eltern) doch nochmal anders überlegen.

Die SB vom JA sagte uns, dass es auch die Möglichkeit gibt, den Säugling die ersten Wochen in eine andere Kurzzeitpflege zu geben. Das gefällt uns aber auch nicht zwinker Auf jeden Fall würde ich die ersten Wochen nur das Nötigste anschaffen zu Hause.

Wie ist hier Eure Erfahrung/Meinung?


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 Post subject: Re: Wie habt Ihr die ersten Wochen überstanden?
Unread postPosted: 18. Feb 2014 20:33 
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Neuling
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Hallo Wurzeline!
Als Adoptivkind würde ich Dir ggf. später ( in Eurer möglichen gemeinsamen Zukunft) nicht verzeihen, wenn ich aus Gründen der Erstausstattung, der Angst oder Bequemlichkeit in der Kurzzeitpflege gelandet wäre. Als Mutter eines kleinen Kindes kann ich nur sagen, der Kontakt und die Intimität, die Ihr Euch zu einem Kind egal welchen Alters wünscht, fällt nicht vom Himmel oder ist automatisch da, er baut auf Zeit, Mühe und Vertrauen. Ein wenig platt würde ich sagen, no risk, no fun! Ihr werdet immer ein Risiko bei Adoption oder Pflege eingehen, es gibt keine Garantien, z.B. auf ein perfektes Kind oder einen perfekten Start.


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 Post subject: Re: Wie habt Ihr die ersten Wochen überstanden?
Unread postPosted: 18. Feb 2014 20:37 
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Neuling
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Sorry, spider! Und ganz pragmatisch: frag eine gute Hebamme in Eurer Nähe um Rat. Manche vermitteln/ verleihen gebrauchte Erstausstattungen. Und geben sehr guten Rat, was man wirklich braucht. Vor dem emotionalen Risiko kann man sich nicht schützen.


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 Post subject: Re: Wie habt Ihr die ersten Wochen überstanden?
Unread postPosted: 18. Feb 2014 20:53 
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Hallo.
In diesem Fall bin ich das Adoptivkind. Meine Eltern haben erfahren, dass sie ein Kind "bekommen", nicht einmal 6 Monate nach Antragstellung. Sie haben meine Mutter nicht kennengelernt, das JA durfte auch nichts sagen.
Meine Ma erzählte, sie bekam an einem schönen Samstag Morgen einen Anruf mit dem Inhalt: Das Kind kommt jetzt.
Dann 3 Tage nichts und dann die Nachricht, es ist da, gesund, ein Mädchen, in dem Krankenhaus ist sie.
Sie haben mich besucht und nach 3 weiteren Tagen durften sie mich mitnehmen. Bis zur entgültigen Adoption vergingen 8 quälend lange Monate, von denen meine Ma nur 3 Monate unbezahlt Urlaub bekam, sonst wäre der Job weg gewesen. Meine Oma im Haus hat dann auf mich geachtet. Sie haben alle ausgeblendet, dass ich wieder gehen müssen könnte. Alles war da, nicht alles neu, aber das hab ich für meine eigenen Kinder auch nicht, ist eh alles zu teuer.
Das Wichtigste ist Nähe. Aus Schutz für dich darauf zu verzichten, ist nicht fair. Wir Entwurzelten brauchen jeden Halt im Leben, und auch die ersten Wochen sind prägend. In einer Pflegestelle darauf zu warten, bis der Prozess durch ist, und danach nochmal in eine neue Familie umgesiedelt zu werden? Das ist bitte nicht ernst gemeint. Das Kind ist dann schon so weit, dass es fremdelt und nicht bei dir bleiben will ( möglicherweise). Und das soll dann der Start in euer gemeinsames Leben sein?
Ähm, nein!


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 Post subject: Re: Wie habt Ihr die ersten Wochen überstanden?
Unread postPosted: 19. Feb 2014 16:44 
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Neuling
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So habe ich mir das auch gedacht. Mir ging es auch nicht wirklich um die Erstausstattung oder materielle Dinge. Ich wollte nur nicht gleich das Zimmer komplett fertig haben, wenn das Baby vielleicht wieder zurück muss. Das stelle ich mir sehr hart vor, vor allem, wenn es vielleicht keine weitere Möglichkeit mehr gäbe, Eltern zu sein. Wir haben sowieso von meinem Mann noch seine Wiege und Kleidung leihen einem Freunde erst einmal gerne.

Ihr habt Recht mit dem Gedanken, dass man in den ersten Wochen nicht an sich denken sollte, sondern an das Kleine, auch wenn man vielleicht dieses wieder weggeben muss. Natürlich merkt es, ob man es liebt in den ersten Wochen und ich denke in der Praxis will man keine Minute mit dem Kleinen in der Anfangszeit versäumen.


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 Post subject: Re: Wie habt Ihr die ersten Wochen überstanden?
Unread postPosted: 19. Feb 2014 19:39 
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Wurzeline wrote:
... wenn das Baby vielleicht wieder zurück muss.
"Muss" - das klingt so als käme es dann direkt in den Ofen :biggrinn: Gönnt so einem Kind doch, wenn es doch die Chance bekommt nicht weggegeben worden zu sein.

Quote:
Das stelle ich mir sehr hart vor, vor allem, wenn es vielleicht keine weitere Möglichkeit mehr gäbe, Eltern zu sein. Wir haben sowieso von meinem Mann noch seine Wiege und Kleidung leihen einem Freunde erst einmal gerne.
Das ist zweifellos hart, aber die Chancen, mittels Adoption zu einem Kind zu kommen, stehen heutzutage doch erheblich günstiger als noch vor zehn Jahren, denn damals kamen weit über zehn Bewerber auf ein Kind, heute sind es in manchen Bezirken nicht mal fünf.

Quote:
Ihr habt Recht mit dem Gedanken, dass man in den ersten Wochen nicht an sich denken sollte, sondern an das Kleine, auch wenn man vielleicht dieses wieder weggeben muss.
Naja, dieser Zustand sollte schon länger als ein paar erste Wochen anhalten. Reicht es nicht für so ein Kind, wenn den abgebenden Eltern Egoismus nachgesagt wird?

Quote:
Natürlich merkt es, ob man es liebt in den ersten Wochen und ich denke in der Praxis will man keine Minute mit dem Kleinen in der Anfangszeit versäumen.
Davon bin ich überzeugt :jc_doubleup:

Cornelia

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 Post subject: Re: Wie habt Ihr die ersten Wochen überstanden?
Unread postPosted: 19. Feb 2014 20:07 
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Hallo Wurzeline,

Eine geplante Adoption sollte doch vor allem zum Wohle des Kindes ablaufen. Eine andere kurzzeitpflegestelle in Erwägung zu ziehen ist daher meiner Meinung nach ziemlich egoistisch. Denn damit mutet man dem Kind einen weiteren -und vor allem vermeidbaren-Bindungsabbruch zu. Die eigene Sorge, wie man damit umgeht, wenn die leibliche Mutter sich doch noch gegen eine Adoption entscheidet, gehört für mich ganz klar zu den "Risiken", die man als adoptivbewerber zu tragen hat (und eben nicht eine weitere zwischengeschaltete stelle, an welcher das Kind geparkt wird"). Der Schutz und die Berücksichtigung der Emotionen des Kindes steht da dann doch an erster stelle.

Ich denke es ist gut, wenn du dir darüber Gedanken machst und diese Möglichkeit nicht einfach ausblendest, aber wie gesagt denke ich, dass muss man wohl als gegeben hinnehmen, dass die leibl. Eltern eine (wichtige) übergangsfrist bekommen, um ihre endgültige Entscheidung zu treffen.

Vielleicht hilft es dir, dich in deren Lage zu versetzen, um damit besser klarzukommen.


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