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 Post subject: Briefe an die Herkunftsmutter
Unread postPosted: 13. Feb 2014 17:40 
Liebe Herkunftsmütter

Diese Frage möchte ich vor allem an euch stellen. Es hört sich vielleicht etwas komisch an, aber interessieren tut es mich doch. In Briefen an die Herkunftsmutter, die für sie aufbewahrt werden, bis sie sie haben möchte: Wie soll man sie adressieren? Siezen, Duzen?

Liebe Grüsse


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 Post subject: Re: Briefe an die Herkunftsmutter
Unread postPosted: 13. Feb 2014 19:40 
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Liebe Laurianne,

eine sehr gute Idee der Mutter/den Eltern einen Brief zu hinterlegen!
Ich hätte mich "von" geschrieben, wäre die Mutter meiner Tochter auf eine solch großzügige Idee gekommen. Stattdessen hat sie erschrocken reagiert, als ihr ihre über dreißigjährige Tochter berichtet hat, dass ich mich über das Jugendamt gemeldet habe. Damit wird sie ihre Tochter sicher nicht gerade dazu angeregt haben, sich näher mit dem Gedanken zu beschäftigen, mich einmal kennen zu lernen ...

Ich würde sie nicht Duzen. Das hat nichts mit uncool o.ä. zu tun, aber ich finde, man kennt sich ja nicht und da wäre ein "Du" unpassend. Du kannst den Brief ja trotzdem freundschaftlich formulieren, damit sie den Eindruck gewinnen können, dass sie ein Stück weit in die Entwicklung ihres wegadoptierten Kindes mit einbezogen werden sollen. Sollte es zu einer Reaktion kommen, und es passt dann mit der Chemie, kann man dieses "Sie" ja jederzeit austauschen :biggrinn:

LG, Cornelia

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 Post subject: Re: Briefe an die Herkunftsmutter
Unread postPosted: 13. Feb 2014 20:43 
Liebe Cornelia

Danke für deine Antwort. Ich muss zugeben, dass ich erst durch dieses Forum hier wirklich sensibilisiert wurde.
Ich denke, dass es der Herkunftsmutter vielleicht wirklich viel bringt, wenn sie - und sei es für diese frühen Jahre nur mittels Briefen - am Aufwachsen ihres Kindes teilhaben kann. Ich denke auch, dass Siezen vielleicht angebrachter ist.

Gute Nacht!


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 Post subject: Re: Briefe an die Herkunftsmutter
Unread postPosted: 13. Feb 2014 22:02 
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Also ich habe meine Mama geduzt, weil es eben MAMA ist. Sie ist ja keine fremde Person. über das Duzen würde sich eine Herkunftsmutter bestimmt mehr freuen als über siezen.


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 Post subject: Re: Briefe an die Herkunftsmutter
Unread postPosted: 14. Feb 2014 05:40 
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Hallo Laurianne,

ich würde sie auch mit "Sie" anschreiben, jedoch einfließen lassen, dass du es aus dem Grunde machst weil ihr euch (noch) nicht kennt und unsicher bist ob du sie so einfach Duzen darfst.
Ich hätte mich sehr gefreut, einen Brief von meinem Sohn zu erhalten, aber das Duzen hätte mich überhaupt nicht gestört, im Gegenteil. Das liegt aber daran, dass in unserer Region in Süddeutschland viel öfters und schneller geduzt wird als im steiferen Norden.

LG Annalis


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 Post subject: Re: Briefe an die Herkunftsmutter
Unread postPosted: 14. Feb 2014 07:44 
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Ich glaube hier wird teilweise etwas verwechselt, denn Laurianne fragte ja explizit als Adoptivmutter und da verhält es sich eben anders.

Deswegen bleibe ich beim "Sie"-Vorschlag und würde dann das weitere Vorgehen an der (möglichen) Antwort ausrichten.

Cornelia

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 Post subject: Re: Briefe an die Herkunftsmutter
Unread postPosted: 14. Feb 2014 11:15 
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In der Tat, ich hab da etwas verwechselt, Entschuldigung.
Ich bin auch für´s Siezen am Anfang.
Mit den A-eltern waren wir anfangs per Sie, das hat sich dann aber schnell geändert, wir sind uns auch vom Alter her ähnlich. Es hätte mich aber schon gestört, wenn sie mich beim 1. Brief geduzt hätten. Wir hatten während meiner Schwangerschaft einen ca. monatlichen Briefwechsel, den ich sehr hilfreich fand. So hatte ich eben nicht das Gefühl, mein Kind wildfremden Leuten zu geben.

Später ließen die A-eltern den Kontakt einschlafen, ich hätte mir schon gewünscht, dass der Kontakt bleibt.
Die A-Mutter sagte mir später bei einem Telefonat, dass sie sich nicht getraut hätte vom Sohn zu erzählen weil sie annahm, dass das mir Leiden verursacht.
Ich traute mich ebenso wenig, nach ihm zu fragen weil mir die SA sonst noch mehr vorgeworfen hätte, ich könne/wolle nicht loslassen. Zum besseren Verständnis: Wir praktizierten Anfangs die sog. "halboffene Form"
aber nach ca. einem halben Jahr hatte ich von der Bildfläche zu verschwinden, das war zwischen der SA und den A-eltern so ausgemacht wie ich später erfuhr.

Annalis


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 Post subject: Re: Briefe an die Herkunftsmutter
Unread postPosted: 14. Feb 2014 14:00 
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Maxi89 wrote:
Zum besseren Verständnis: Wir praktizierten Anfangs die sog. "halboffene Form"
aber nach ca. einem halben Jahr hatte ich von der Bildfläche zu verschwinden, das war zwischen der SA und den A-eltern so ausgemacht wie ich später erfuhr.
Eine gute Anmerkung! Auch wenn das bei Dir eine üble Sache gewesen zu sein scheint, möchte ich daraus noch einen Hinweis bezüglich einer beginnenden Korrespondenz seitens Adoptiveltern ableiten:

Wenn man als annehmende Seite von sich aus ein solches Kontaktangebot plant, sollte man sich das sehr gut überlegen, denn ein späterer Rückzug, z.B. weil man sich das einfacher vorgestellt hat, könnte bei den biologischen Eltern einen größeren Schaden verursachen, als überhaupt keine Info zu bekommen.
Das trifft natürlich nur bei praktiziertem Inkognito zu, denn wenn man sich sowieso irgendwie kennt, erübrigt sich das.

Cornelia

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 Post subject: Re: Briefe an die Herkunftsmutter
Unread postPosted: 15. Feb 2014 11:07 
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Trotzdem finde ich es den Versuch wert, einen Brief an die biologischen Eltern zu hinterlegen.
Er könnte dazu beitragen, die Türe ein wenig zu öffnen, die beim Inkognito geschlossen ist und dadurch Spekulationen und Ängste provoziert. Ich meine das auch im Hinblick auf eine spätere Suche der/des Adoptierten nach ihren/seinen Wurzeln.

Annalis


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 Post subject: Re: Briefe an die Herkunftsmutter
Unread postPosted: 15. Feb 2014 12:04 
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Sicher ist das grundsätzlich zu begrüßen, aber es kehrt sich in das Gegenteil um, wenn erst bei den leiblichen Erltern Hoffnungen geweckt werden und dann der Rückzieher kommt. Ausbaden dürfen diesen Konflikt dann auch wieder die Adoptierten, sofern sie sich überhaupt selbst daran beteiligt haben. Bei all dem Gutwill darf man nicht vergessen, dass jegliche Art von Öffnung seitens Adoptiveltern jederzeit ohne Begründung abgestellt werden kann - zumindest nach deutschem Recht. Ich kenne leider keine neueren wissenschaflichen Untersuchungen zum Gelingen der offenen Varianten, aber ich kenne Aussagen von leiblichen Müttern, denen die Adoptiveltern plötzlich "die Freundschaft" gekündigt haben, obwohl sie zunächst ganz angetan von dem Kontakt für ihre Kinder waren. Es scheint unter dem Strich doch nicht so einfach zu sein.

Natürlich ist es nicht weniger schlimm, besonders für die KInder, wenn die leiblichen Mütter/Eltern einen vorhandenen Kontakt abbrechen.

Deswegen sage ich, sollte sich jeder, der sich auf so etwas einläßt, über die Konsequenzen im Klaren sein. Auch das gehört meiner Ansicht nach heutzutage unbedingt zu einer Beratung der annehmenden und abgebenden Eltern mit dazu. Mindestens ein anonymer Informationsaustausch müsste heute Standard sein. Dem steht ganz klar z.B. die anonyme Geburt entgegen.

Cornelia

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