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 Post subject: Komischer Brief vom Jugendamt
Unread postPosted: 17. Mar 2014 12:50 
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Ich habe heute einen Brief vom Jugendamt Hagen erhalten, ich weiß nicht was ich davon halten soll.

Sehr gehrter Herr **,

wie in der Vergangenheit sowohl durch meinen Vorgänger Herrn Wohlfarth als auch durch mich wurden sie bereits darüber informiert, dass beim Jugendamt Hagen keine Adoptions- oder Jugendamtsakte über sie oder ihre Familie (mehr) vorliegt. Erziehungshilfeakten sind 10 Jahre nach Abschluss der Hilfe zu vernichten. Dieses ist in ihrem Falle also 10 Jahre nach Abgabe an das Jugendamt Recklinghausen, voraussichtlich in den Jahren 2003/2004, geschehen. Die Aufbewahrungsfrist für Adoptionsakten ist länger. Die Adoption wurde aber durch das Jugendamt Recklinghausen durchgeführt, daher gibt es in der Adoption auch keine Akte in Hagen. Daher können weitere Aussagen zu den Umständen ihrer Adoption von hieraus nicht beantwortet oder geklärt werden. Herr Wohlfarth hatte sie in der Vergangenheit bei der Recherche nach ihren leiblichen Eltern unterstützt und Unterlagen des Standesamtes Hagen eingeholt und an sie weitergeleitet. Die von ihnen angesprochenen Unstimmigkeiten bzgl. Des unbekannten Aufenthaltsortes ihrer Eltern durch Berichte der Adoptiveltern, des Jugendamtes Hagen und dem Brief der Stadt Essen – Einwohnermeldeamt – vom 24.10.2013 können sich meiner Einschätzung nach aus den unterschiedlichen Informationsquellen der örtlichen Meldeämter ergeben. So wurde in den Meldedaten der Stadt Hagen der Aufenthalt der Frau **** ab dem 15.02.1991 als unbekannt vermerkt. Möglicherweise hat sie sich im Anschluss in Essen aufgehalten und dort einen Asylantrag gestellt, ohne sich sofort beim Einwohnermeldeamt anzumelden. Wenn ihre Adoptiveltern angaben, dass die Eltern nach ihrer Abgabe im Krankenhaus “verschwunden” seien, so kann dies ebenso zutreffen, da der Eintrag im Melderegister oft erst verspätet erfolgt, also erst wenn Behörden nach Vor-Ort Ermittlung durch den Außendienst feststellen, dass die gemeldeten Personen sich faktisch nicht unter der Meldeadresse aufhalten. Auch wenn es für sie schwer zu akzeptieren ist, so scheinen mir die Umstände der Adoption und auch der zeitliche Ablauf durchaus nachvollziehbar und auch aus Sicht der jeweils Beteiligten auch faktisch so wahrgenommen worden zu sein. Die Adoptiveltern haben erlebt, ab wann die Mutter für sie nicht mehr in Erscheinung getreten ist, sich also sowohl im Krankenhaus noch im Jugendamt gemeldet hat. Das Jugendamt Hagen teilt aufgrund der örtlichen Meldedaten mit, ab wann offiziell festgestellt wurde, dass der Aufenthalt “unbekannt verzogen” war. Wie gesagt, da kann die Person schon seit Wochen schon nicht mehr dort gewohnt haben. Die Stadt Essen bewertet den Zeitpunkt “unbekannt verzogen” ohne Datum, aber mit dem Hinweis, nach Ablehnung des Asylantrages. Ein Zeitverlauf der m.E. Durchaus realistisch sein kann. Ich bedaure ihnen keine andere erschöpfende Auskunft geben zu können und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Anlage: Auszug aus der Meldedatei für Silvana ****

Wie kommt er darauf, dass meine Mama nach Essen gegangen ist? Nur weil mir die Ausländerbehörde in Essen mitgeteilt hat, wann ihr Asylantrag abgelehnt wurde? Ich habe jetzt mal in Essen nachgefragt in welcher Stadt der Asylantrag abgelehnt wurde.
Was haltet ihr von dem Brief?

Hier nocheinmal was in welcher Reihenfolge passiert ist:

- 20.06.1990 Auszug aus Jugoslawien und Einzug nach Hagen in Deutschland in die ***str. 26.
- 28.06.1990 Auszug aus der Wohnung in Hagen in der ***str. 26 und Einzug in das Asylantenheim in Hagen in der ***str. 28.
- 27.08.1990 meine Geburt in Hagen.
- 11.10.1990 haben meine leiblichen Eltern beim Caritasverband in Hagen eine Erklärung abgegeben in der steht, dass meine Schwester und ich ehelichen Status bekommen, sobald sie heiraten werden. Auch steht in der Erklärung drin, dass ich das gemeinsame Kind von Silvana und Zoran bin!
- 08.02.1991 bin ich in die Pflegefamilie gekommen.
- 11.02.1991 Vaterschaftsanerkennung beim Urkundsbeamten des Jugendamtes Hagen.
- 15.02.1991 Eltern sind unbekannten Aufentahltes.
- 02.04.1991 Asylantrag meiner Mutter wurde abgelehnt, daraufhin nach unbekannt verzogen.
- 1993 vezogen die bis dahin in Hagen wohnenden Großeltern mit unbekanntem Aufenthalt (Welche Großeltern? Mütterlicherseits oder väterlicherseits?).


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 Post subject: Re: Komischer Brief vom Jugendamt
Unread postPosted: 17. Mar 2014 17:36 
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Mich hat nun vorhin das Jugendamt angerufen. Ich habe ca. 45 Minuten mit dem Herrn gesprochen. Er hat mir dann alles erklärt. Das Problem an der ganzen Geschichte ist wohl, dass die Erziehungshilfeakten ins Archiv von Hagen gestellt wurden und sich die Adoptionsbehörde in Recklinghausen nicht darum gekümmert hat diese Akten anzufordern 1994. Somit sind diese Akten nun nicht mehr auffindbar, da sie im Jahr 2004 vernichtet wurden. Hätte das Jugendamt Recklinghausen diese Akten damals angefordert, wären diese nun in der Adoptionsakte gewesen. Das Jugendamt Hagen war damals ja nur für die Pflege zuständig. Als ich zu meinen Pflegeeltern gekommen bin sind diese ja nach Recklinghausen gezogen und die Akten sind in Hagen geblieben.

Somit lässt sich nicht feststellen warum ich weggenommen wurde.

Ich muss mal kurz meinen Frust rauslassen:

Was soll die *** denn? Warum hat man die Akten nicht aus meinem Geburtsort angefordert?! Ich könnte *** ehrlich! Ich bin stinksauer wirklich! Somit kommt die Adoptionsbehörde in Recklinghausen auch noch davon! Ich kann doch nicht einfach ein Baby anderen Eltern geben ohne alle Daten anzufordern was soll das denn?! Somit denke ich wieder, dass die was zu verschleiern gehabt haben die Adoptionsbehörden in Recklinghausen!

:zornigwut:


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 Post subject: Re: Komischer Brief vom Jugendamt
Unread postPosted: 18. Mar 2014 09:07 
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Diesen Frust kann ich verstehen!
Mir ist es völlig unverständlich, warum Pflegeakten nicht in nachfolgende Adoptionsakten übergehen, denn sie gehören ja zu dem betroffenen Kind dazu.

Was die tatsächliche Aktenvernichtung angeht weiß ich, dass diese nicht immer und überall fristgerecht erfolgt. Selbst wenn die Entsorgung gesetzlich vorgeschrieben ist (z.B. Krankenakten), werden sie in manchen Institutionen aus reiner Bequemlichkeit, oder wegen fehlender Prozesse, noch Jahrzehnte lang aufbewahrt. Es lohnt sich also, dort einmal nach den Regeln zur Aktenvernichtung zu fragen! Du kannst Dir eigentlich sogar die Vernichtungsnachweise aus dem betreffenden Jahr zeigen lassen. Das fällt ja nicht unter das Datenschutzgesetz, denn dort stehen keine Namen drin.

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 Post subject: Re: Komischer Brief vom Jugendamt
Unread postPosted: 18. Mar 2014 11:42 
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Ähm das hat mir ja der Typ vom Jugendamt Hagen mitgeteilt und ich glaube ihm! Das Jugendamt aus meinem Geburtsort ist TOP! Ich habe sogar die Meldedatei meiner Mama bekommen, wann sie wo ausgezogen ist. Nur das Jugendamt Recklinghausen interessiert das alles nicht die weichen immer aus.

Soll ich den Herrn trotzdem noch einmal fragen nach dem Beleg wann die Akten vernichtet wurden?
Ich habe denn Herrn jetzt mal nach einem Aktenvernichtungsbeleg gefragt.

Aber ich bekomme schon einmal vielleicht die Vaterschaftsanerkennung.


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 Post subject: Re: Komischer Brief vom Jugendamt
Unread postPosted: 18. Mar 2014 13:34 
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Diese Story macht nur Sinn, wenn die Annehmenden nicht in der Stadt als Adoptionsbewerber geprüft wurden, von der sie ein ausländisches Frühchen bekommen haben. Waren sie zu dem Zeitpunkt (vor dem Umzug) aber schon Bewerber, dann ist die Vermittlung unter demselben Dach passiert, unter dem auch die Adoptionsakte angelegt wurde. Frage das Jugendamt Hagen mal konkret nach einem Bewerbungsverfahren, also danach, ob deine Annehmenden überhaupt jemals geprüft wurden.

Das Gericht hätte alle Akten anfordern müssen.


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 Post subject: Re: Komischer Brief vom Jugendamt
Unread postPosted: 18. Mar 2014 14:52 
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Also es war in Hagen wo ich geboren wurde NUR Pflege!
Erst in Recklinghausen ist die Adoption passiert.

Ich warte immernoch bis ich in meine Adoptionsakte reinschauen kann. Ich warte ebenfalls auf die Antwort von der Adoptionsbehörde Recklinghausen.


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